WohlSorge trifft…Dr. Stefan Neuhaus

WohlSorge trifft …

Dr. Stefan Neuhaus                                                    

Geschäftsführer CareView Technologies GmbH                  (www.careview.de)

Ambient Assisted Living (AAL) befasst sich mit der demografisch bedingten alternden Gesellschaft und entwickelt Lösungsansätze für intelligente Assistenzsysteme, die älteren Menschen den Alltag erleichtern und deren Lebensqualität verbessern sollen. Es handelt sich dabei um altersgerechte Assistenzsysteme der Mikrosystemtechnik und Informationstechnik in Kombination mit Dienstleistungsangeboten.                                                

(Quelle: IT-Wissen, Online-Lexikon)

Herr Dr. Neuhaus gewährt uns einen Einblick in die Welt des AAL und den besonderen Ansatz seines Unternehmens CareView Technologies GmbH:

Eigenständig Selbstbestimmt Leben sind die ersten Worte, die man auf Ihrer Internetseite findet. Was bedeutet das für Sie persönlich?

Es bedeutet für mich, dass der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht. Jeder möchte eigenständig und selbstbestimmt Leben. In vielen Lebenssituationen ist das kein Problem, aber es gibt auch Situationen, da benötigen sie Unterstützung, um ihre Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit zu erhalten. Jeder soll so Leben können, wie er es möchte.

 

Was kann CareView leisten, damit Menschen sich den Wunsch:

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ erfüllen können?

CareView verbindet die Menschen im eigenen sozialen Umfeld und stellt intelligente Technologien zur Verfügung.

Durch eine soziale und technische Umfeldgestaltung schaffen wir die erforderlichen Rahmenbedingungen für ein langen Verbleib im eigenen Zuhause. Je nach der individuellen Lebenssituation sehen unsere Lösungen sehr unterschiedlich aus.

Steht die medizinische und pflegerische Versorgung im Mittelpunkt kommen moderne Hausnotrufsysteme zum Einsatz, die eigenständig eine Notsituation erkennen und weitermelden. Auf diese Art und Weise können auch schwierige und intensive Pflege- und Betreuungssituationen im eigenen Zuhause abgebildet werden.

Viele Personen brauchen diese Systeme aber noch nicht, hier steht zum Beispiel die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Vordergrund. Durch eine Vernetzung sozialer Akteure in der eigenen Nachbarschaft werden attraktive und niedrigschwellige Angebote für die Tagesgestaltung unterbreitet. Die Menschen sollen raus aus ihren Wohnungen.Unsere Plattformen übernehmen dabei die leichte Kommunikation und Koordination.

Die dritte Säule in unserem Konzept ist die Vernetzung von Dienstleistern, damit sie alle notwendigen Leistungen, die sie nicht mehr eigenständig erledigen können, in ihrer Nachbarschaft verfügbar haben.

 

Welche Rolle spielt das Thema Ethik und menschliche Würde in diesem Zusammenhang? Haben die Menschen manchmal Bedenken und Befürchtungen, dass Sie in George Orwells „1984“ landen?

Die Ethik spielt eine sehr wichtige Rolle, da ja der Mensch im Mittelpunkt steht. Insbesondere beim Einsatz der Technik ist immer die Frage der Notwendigkeit zu stellen. Gerade wenn schwierige Pflege- und Betreuungssituationen vorliegen, kann es durch den Einsatz von Technik zu Eingriffen in die Privatsphäre kommen. Da muss der rechtfertigende Nutzen hinreichend groß sein. Keiner möchte eine Videokamera über dem Bett, aber viele, die ein Pflegeheim vermeiden möchten, würden es z.B. in einer Palliativsituation trotzdem bevorzugen. Es geht insgesamt um den richtigen Einsatz der Technik. Wir haben einen CareView-Kodex, der unseren Kunden Leitlinien im Umgang mit AAL-Technik empfiehlt.

 

Viele unserer Mandanten sagen:„Ich möchte meinen Angehörigen nicht zur Last fallen“. Wie wirkt sich die Ausstattung mit CareView auf die familiären Beziehungen aus? Und was bedeutet das unter finanziellen Gesichtspunkten?

CareView entlastet pflegende und betreuende Angehörige.

Mit unserer Technik können sie zum Beispiel den Hausnotruf nur innerhalb der Familie organisieren. Wer Angehörige intensiv pflegt, braucht Freiräume und ist dankbar, wenn ein Teil der Verantwortung auf Technik und auf mehrere Schultern eines Netzwerkes verteilt werden kann. Heutzutage leben die eigenen Kinder auch nicht immer in der Nachbarschaft.

Hier ermöglichen wir, die Angehörigen aus der Ferne mehr im Blick zu haben. Die Ausstattung wird meist gemietet und nicht gekauft. Deshalb sind oft keine hohen Investitionen erforderlich.

Die finanzielle Belastung startet bei den üblichen Kosten für einen einfachen Hausnotruf und steigt, je nachdem welche Technik im Einzelfall tatsächlich erforderlich ist. Diese Kosten sind dann ggf. mit einem stationären Pflegeheimplatz zu vergleichen.

 

Was sind die Grenzen von CareView? Wann ist eine andere Wohnumgebung also eine Pflege-Einrichtung vor dem Hintergrund der Selbstbestimmung die bessere Wahl? Und was bedeutet dies wiederum unter finanziellen Gesichtspunkten für die Kosten in der Lebensphase Pflege?

Für eine Pflege im eigenen Zuhause müssen die Voraussetzungen natürlich stimmen. Sobald sie eine jederzeit verfügbare, medizinsiche Begleitung benötigen, kann das Zuhause nicht mehr erfolgen. Aber CareView kann eben die Zeit im eigenen Zuhause verlängern, wenn der Betroffene es möchte. Die meisten bleiben eben gerne Zuhause, andere gehen lieber frühzeitig in ein Pflegeheim. Auch das sollte eine selbstbestimmte Entscheidung sein.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege in Deutschland?

Ich wünsche mir, dass Deutschland offener und flexibler für neue Pflegekonzepte wird. Hier denke ich insbesondere an die Finanzierung von sinnvollen Pflegekonzepten. Selbstbestimmtheit sollte nicht am Geldbeutel scheitern oder daran, dass Innovationen aufgrund langwieriger Entscheidungsprozesse noch nicht in Finanzierungskatalogen stehen.

 

Unsere Beratung heißt WohlSorge. Wie klingt das für Sie?

Das klingt nach Fürsorge und Geborgenheit.

Jemand der sich um mich kümmert.

 

Vielen Dank an Herrn Dr. Stefan Neuhaus vom WohlSorge-Team!

Das Interview wurde am 01. Februar 2017 von                                       Angelika Thiedemann geführt.

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