Bis der Tod das Gespräch verhindert

Bis das der Tod das Gespräch verhindert – Tabuthema Erbe:

So die Überschrift des heutigen Artikels in der Süddeutschen Zeitung (Folge 19 der SZ Serie)

Die Hälfte der Klienten kommt erst, wenn der Erbfall schon eingetreten ist. Dabei wäre es für alle Beteiligten anders einfacher. Menschen meiden das Thema Testamentserrichtung. Menschen sind unsicher und können sich nicht entscheiden.
Fachanwalt für Erbrecht Bernhard Klinger

WohlSorge-Beratung nimmt Unsicherheit

In der WohlSorge Beratung nehmen wir den Menschen mit seinen am Anfang meist recht wagen Vorstellungen in den Mittelpunkt. Durch ein strukturiertes, methodisches Vorgehen helfen wir dabei die Ziele zu:

– qualifizieren
– quantifizieren
– p
riorisieren

Sind die Felder der eigenen Absicherung, der Absicherung von nahen Angehörigen gelöst, fällt es erfahrungsgemäß auch einfacher sich mit der Frage der Vermögensübergabe im Erlebens- und Todesfall auseinander zu setzen.

Menschen, die eine WohlSorge Beratung genossen haben, gehen das Thema Testamentserrichtung offensiv und sicher an. Voraussetzung ist eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen WohlSorge Berater – Rechtsanwälten – Notaren und Steuerberatern.

Eine durchschnittliche Erbschaft beträgt 305.000 €
In Deutschland werden jährlich 200 bis 300 Milliarden Euro vererbt.
Die Anzahl der Durchschnittlichen Erben pro Erbfall hat sich in den letzten 16 Jahren von 2,9 auf 2,1 Erben reduziert
(Deutsches Institut für Altersvorsorge)

Warum werden Estate Planner – Generationenberater nicht genannt?

Im Artikel werden vier Berufsgruppen genannt, die mit der Abwicklung von Erbfällen konfrontiert sind:

– die Therapeuten
– der Nachlasspfleger
– der Anwalt
– der Makler

Warum werden Estate Planner – Generationenberater nicht genannt? Liegt der Grund in einer schlechten Recherche der Redakteure oder daran, dass wir mit diesem Thema nicht in Verbindung gebracht werden?

Planung und Gestaltung endet nicht mit dem Erbfall.

Was häufig völlig außer Acht gelassen wird, die Planung und Gestaltung endet nicht mit dem Erbfall. Auf der Grundlage des vorhandenen Nachlassvermögens und der anzuwendenden erbrechtlichen Regelung ergeben sich in vielen Fällen unterschiedlichste Varianten für die Abwicklung des Nachlasses.

Mit der Erstellung des Nachlassverzeichnisses sind die meisten Erben maßlos überfordert.

Ist kein Testamentsvollstrecker bestellt oder keine Nachlasspflegschaft angeordnet, sind die die meisten Erben maßlos überfordert, wenn es um die Erstellung des Nachlassverzeichnisses geht und Formulare vom Nachlassgericht auszufüllen sind. Unkenntnis gepaart mit Nachlässigkeit von einzelnen Erben ist dann nicht selten auch der Anlass für folgende Erbstreitigkeiten.

Die Abwicklung eines Erbfalls bei uns im Haus gleicht eher einem Insolvenzverfahren als einer kundenorientierten Unterstützung für die Erben:
Zitat eines Bankvorstandes

Finanzdienstleister können wertvolle Unterstützung leisten.

Finanzdienstleister können durch ein abgestimmtes Serviceangebot die Erben dabei unterstützen, Transparenz zu schaffen. Transparenz ist in vielen Fällen auch die Grundlage, das Konfliktpotenzial zu minimieren. Dazu bedarf es allerdings eines Umdenkens und eines vernetzten Handelns.

WohlSorge macht Ihr Estate Planning – Generationenberatung erfolgreicher

 

Einlagerung von Vollmachten bei gewerblichen Anbietern

Einlagerung von Vollmachten – braucht man das wirklich?

Man findet im Netz immer mehr Anbieter, bei denen man seine Vorsorgevollmacht im Original (!) einlagern kann. Teilweise steht hinter dem Angebot auch noch vorab die Möglichkeit, die Vollmacht durch Kooperations-Anwälte (individuell?) erstellen zu lassen. Und immerhin: üblicherweise beinhaltet der Service auch noch die Registrierung der Vollmacht beim Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

Auch wenn es grundsätzlich begrüßenswert ist, dass mehr Vollmachten erstellt werden, stellt sich doch die Frage, wie sinnvoll es ist, diese Vollmacht aus der Hand zu geben – und das eben nicht an den Bevollmächtigten, sondern einen Dritten, bei dem „im Bedarfsfall“ das Dokument dann herausverlangt werden soll.

Warum die Vollmacht nicht gleich dem Bevollmächtigten aushändigen?

Dass Testamente im Erbfall geheimnisvollerweise nicht gefunden werden, kann man noch nachvollziehen: gesetzliche Erben könnten nach Lektüre des Testaments zu dem Schluss kommen, dass ihr Erwerb im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge höher wäre und das Testament praktischerweise untergeht, bevor es jemand zum Nachlassgericht bringen konnte. Eine Vollmacht verschwinden zu lassen hat aber nicht den gleichen Effekt, denn dann wird im Zweifel eben vom Gericht ein Betreuer bestellt und auf die Auswahl hat man als Verwandter nur beschränkten Einfluss.

Fehlendes Vertrauen in den Bevollmächtigten

Immer wieder hört man von Vollmachtgebern, dass sie die Vollmacht zunächst nicht an den Bevollmächtigten aushändigen wollen, weil sie befürchten, dass er dann sofort davon Gebrauch macht, indem er z.B. gleich mal bei der Bank fragt, wie hoch der Kontostand denn so ist. Sie haben den Wunsch, die Vollmacht so lange zurück zu halten, bis sie gebraucht wird. Für solche zweifelnden Vollmachtgeber kann ich mir schon vorstellen, dass sie die Vollmacht professionell verwahrt haben wollen.

Ich stelle mir aber die Frage: warum soll der Bevollmächtigte jetzt, wo ich ihn noch kontrollieren kann, die Vollmacht wegen möglichen Missbrauchs nicht bekommen, dann aber schon, wenn der Vertretungsfall eintritt, was automatisch heißt, dass ich ihn nicht mehr (oder jedenfalls nicht mehr lückenlos) überwachen kann?

Wahl des richtigen Bevollmächtigten hat höchste Priorität

Meiner Meinung nach hat bei der Entscheidung für die Erteilung einer (Vorsorge)Vollmacht die Wahl des Bevollmächtigten oberste Priorität: ist das eine Person, der ich blind vertraue, dass sie auch dann ausschließlich in meinem Sinne handelt, wenn ich das nicht mehr kontrollieren kann? Für genau diesen Fall erteile ich ja die Vollmacht. Wer den richtigen Bevollmächtigten wählt – und ihm klare Anweisungen im Innenverhältnis bezüglich der Verwendung der Vollmacht erteilt, der sollte kein Problem damit haben, dem Bevollmächtigten sofort die Vollmacht auszuhändigen. Dann gibt es nämlich im Bedarfsfall überhaupt keine Verzögerung: die Vollmacht muss nicht im Chaos des Vollmachtgebers mühsam gesucht oder bei einem fremden Dritten herausverlangt werden (welche Nachweise für die Herausgabe des Originals erbracht werden müssen bleibt leider auf den Seiten der jeweiligen Anbieter im Dunkeln).

Ob man seine Originalvollmacht fremden Dritten geben sollte, ist Geschmackssache. Kritischer sehe ich aber die Anbieter, bei denen ein virtuelles Konto eröffnet werden kann, in das ich meine wichtigen Dokumente offenbar in eine Cloud speichern kann, da man von überall mit Benutzernamen und Passwort darauf zugreifen kann. Das halte ich im Fall einer Vollmacht aber für sinnlos: der Scann einer Vollmacht ist eben kein Original. Und wenn die Originalvollmacht dann doch nicht an dem Ort verwahrt wird, den ich angegeben habe, dann hilft das Ganze dem Bevollmächtigten nichts, denn ohne Original kann er nicht wirksam handeln und vermutlich wird es zu der eigentlich nicht gewünschten Betreuerbestellung kommen. Abgesehen davon muss der Vollmachtgeber dem Bevollmächtigten dann vorher seinen Benutzernamen und das Passwort verraten, denn wie sonst soll er von den Daten wissen und sie abrufen können?

Übertragung von Grundvermögen unter Nießbrauchsvorbehalt

Lebzeitigte Übertragung unter Nießbrauchsvorbehalt

Des Deutschen zweitliebstes Kind (nach dem Auto) ist der Nießbrauch. Um Schenkungsteuer zu vermeiden bzw. zu verringern, wird eine Übertragung insbesondere von Grundvermögen unter Nießbrauchsvorbehalt häufig empfohlen und umgesetzt, da der Kapitalwert des Nießbrauchs vom Steuerwert der Leistung grundsätzlich abgezogen werden kann. Handelt es sich um die Zuwendung eines zu Wohnzwecken vermieteten Grundstücks, kann der Nießbrauch grundsätzlich nur zu 90 % abgezogen werden (vgl. § 10 Abs. 6 ErbStG).

Bei diesen Übertragungen muss aber auch auf § 14 Abs. 2 BewG geachtet werden, da es z.B. durch frühzeitigen Tod des Nießbrauchers zu einer Korrektur des Kapitalwerts und damit zu einer Berichtigung der ursprünglichen Steuerfestsetzung kommen kann. Die Berichtigung erfolgt gem. § 14 Abs. 2 S. 3 BewG von Amts wegen, wenn eine Last weggefallen ist. Die Literatur und auch die Finanzverwaltung gehen davon aus, dass das Alter des Nießbrauchers im Zeitpunkt der Begründung des Nießbrauchs maßgeblich ist. Ist der Nießbraucher z.B. 60 Jahre alt, müsste der Nießbrauch mehr als 8 Jahre bestanden haben, um eine Korrektur nach § 14 Abs. 2 BewG zu vermeiden.

Vermeidung der Nachsteuer

Die Nachsteuer kann verhindert werden, wenn der Nießbrauch an dem Grundstück bereits bei der Grundbesitzbewertung im Rahmen der Öffnungsklausel des § 198 BewG berücksichtigt wurde. Dazu ist regelmäßig ein Gutachten des örtlich zuständigen Gutachterausschusses oder eines Sachverständigen für die Bewertung von Grundstücken (vgl. gleichlautende Ländererlasse v. 19.2.2014; beachte aber andere Auffassung BFH v. 11.9.2013, II R 61/11: Sachverständiger muss öffentlich bestellt und vereidigt sein) erforderlich.

Umfassende Planung – die Grundlage für die Entscheidung

So weit, so gut. Aber besteht aus rein erbschaftsteuerlicher Sicht überhaupt ein Erfordernis für eine solche lebzeitige Übertragung bzw. wurde eine statische Liquiditätsplanung zuvor durchgeführt ? Ist dieses Übergabemodell im Hinblick auf eine dynamische Liquiditätsplanung überhaupt sinnvoll ? Ist sich der Übergeber bei dieser Dreiecksbeziehung (Übergeber, Übernehmer, Mieter) der Auswirkungen im zunehmenden Alter bewusst ? Passt dieses Übergabemodell zu den Zielen und Wünschen von Übergeber und Übernehmer sowie zur familiären Situation („schwarzes Schaf“ in der Familie) ? Hier beginnen WohlSorge und Estate Planning.

Mit der Beratungssoftware F.I.N.E.S.S können Sie Ihrem Kunden/Mandanten die wirtschaftlichen Auswirkungen von lebzeitigen Übertragungen aufzeigen. Ihr Kunde/Mandant erhält somit von Ihnen die Informationen, die für eine sachgerechte Entscheidungsfindung erforderlich sind.

25.8.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Testamentsvollstreckung und Lebensversicherungen

Testamentsvollstreckung durch Banken

testament-229778_640

Einige Banken wollen mit dem Thema Testamentsvollstreckung das Geschäftsfeld der Zukunft entdeckt haben. Welches Wissen dafür erforderlich bzw. welche Herausforderung damit verbunden ist, wird häufig unterschätzt.

Der Testamentsvollstreckung kann nur der Nachlass unterliegen (vgl. § 2205 S. 1 BGB). Leistungen aus Lebensversicherungen, die der Erblasser als Versicherungsnehmer und versicherte Person abgeschlossen hatte, bei denen ein widerruflich Bezugsberechtigter im Todesfall vorhanden ist, fließen grundsätzlich außerhalb des Nachlasses dem Begünstigten zu. Zwar ist nach dem Tod des Versicherungsnehmers kein Widerruf der Bezugsberechtigung möglich, jedoch liegt im Valutaverhältnis regelmäßig eine Schenkung vor. Die Erklärung des Versicherungsnehmers gegenüber dem Versicherer, es werde einer dritten Person eine Bezugsberechtigung für die Todesfallleistung einer Lebensversicherung eingeräumt, ist zugleich als konkludenter Auftrag an den Lebensversicherer zu verstehen, ihr nach Eintritt des Versicherungsfalls das Schenkungsangebot des Versicherungsnehmers zu überbringen. Der Testamentsvollstrecker hat den Widerruf zu prüfen. Dabei bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Widerruf des dem Versicherer erteilten Übermittlungsauftrags (Widerruf hat gegenüber dem Versicherungsunternehmen zu erfolgen)
  • Widerruf des Schenkungsangebots (Widerruf hat gegenüber dem Bezugsberechtigten zu erfolgen).

Die Entscheidung für den Widerruf hängt davon ab, ob der Testamentsvollstrecker seiner Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Verwaltung gem. § 2216 Abs. 1 BGB nachkommt; dabei sind die Verwaltungsanordnungen des Erblassers zu berücksichtigen (vgl. § 2216 Abs. 2 S. 1 BGB) (vgl. Mayer, DNotZ 2000, 919).

23.8.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Ruhestandsplanung

 

Ruhestandsplanung – ein neues Geschäftsfeld?

Die Zielgruppe 50plus oder wie man diese auch immer beschreiben möchte, ist seit Jahren im Fokus der Finanzdienstleistungsbranche. Seit einiger Zeit sind verstärkte Aktivitäten im Bereich der Ruhestandsplanung zu verzeichnen. Einige Ausbildungsinstitute haben eigene Qualifizierungsprogramme für Ruhestandsplaner aufgelegt.

Was unterscheidet Ruhestandsplanung von der klassischen Vorsorgeberatung?

Die Ruhestandsplanung richtet sich an die Alterszielgruppe, die sich im Übergang vom aktiven Berufsleben in den Ruhestand befindet, also an die Zielgruppe 50plus. So auch der Titel eines bei SpringerGabler erschienenen Buches „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus“.

Ruhestandsplanung geht dabei bewusst auf die langfristige Einkommenssicherung durch strukturierten Vermögensverzehr ein. Somit knüpft letztendlich die Ruhestandsplanung an die Vorsorgeberatung an bzw. justiert diese nach. Das im Rahmen der Vorsorge aufgebaute Versorgungskapital wird für die Ruhestandsphase so strukturiert, dass laufend ausreichend Liquidität vorhanden ist.

Geht Ruhestandsplanung ohne Berücksichtigung des Nachfolgeaspektes?

Praxisbeispiel:

Nachfolgend das Praxisbeispiel aus dem Buch „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus – erschienen bei SpringerGabler.

Die Kunden, in diesem Fall das Ehepaar Maier. Frau Maier ist 55 Jahre alt und in Teilzeit als Rechtsanwältin tätig. Herr Maier ist 62 Jahre alt und steht kurz vor dem Ruhestand. Das Ehepaar hat zwei Kinder, welche beide studieren. Im ersten Schritt ermittelt der Berater die Ziele und Wünsche der Kunden hinsichtlich Kernthemen der finanziellen Ruhestandsplanung.

Das Thema Vererben hat die Familie Maier noch nicht eindeutig für sich geklärt. Es ist noch nicht entschieden, welcher Teil des Vermögens wann vererbt werden soll. Fest steht hingegen, dass die Lebensqualität im Alter nicht durch das Vererben/Verschenken von Vermögensteilen sinken soll.

 Frage:

Handle ich als Berater verantwortungslos, wenn ich bei den geschilderten Gegebenheiten:

„Die Lebensqualität soll durch Vererben/Verschenken von Vermögensteilen nicht sinken“

den Aspekt Vermögensnachfolge nicht berücksichtige?


Antwort:

Ganz egal, was bisher geregelt ist, der Erbfall eines Ehepartners wird massive Auswirkung auf die Vermögens- und Liquiditätssituation des Überlebenden haben. Eine gute Vorsorgeberatung und Ruhestandsplanung muss die finanziellen Auswirkungen der Vermögensnachfolge berücksichtigen.

Die wesentlichen finanziellen Auswirkungen des Erbfalls:

– Vermögensabfluss an Miterben
Liquiditätsbelastungen aus Erbfall (Pflichtteile, Erbschaftsteuer,..)
– Reduzierung der Einnahmen
– Wegfall von Erwerbseinkommen
– Wegfall von Vermögenseinkommen durch Erbfall
– Kürzung der Hinterbliebenenrente
– Verlust der Kreditwürdigkeit

Fazit:

Es ist begrüßenswert, dass die Zielgruppe 50+ in den Fokus der Beratung rückt. Aber braucht diese Zielgruppe nicht eine umfassende Beratung, die alle Aspekte der Gestaltung der letzten Lebensabschnitte, aufeinander abgestimmt, berücksichtigt – genau das kann WohlSorge Beratung. leisten.

Zielsetzung der WohlSorge Beratung:

Ziel der WohlSorge Beratung ist eine finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall auf der Grundlage der Kunden/Mandantenvorstellungen.

Die Erarbeitung der Grundlagen der Beratung und das Analyseergebnis der Ist-Situation sind die Basis für rechtliche und steuerliche Gestaltungen, welche durch Notare, Rechtsanwälte und Steuerberater umgesetzt werden.

Inhalte der WohlSorge Beratung (Grundpaket):

  • Erarbeitungen der Grundlagen für die Beratung:
    • Vorstellungen des Kunden
    • Finanzielle Rahmenbedingungen (Vermögen und Liquidität)
    • Bisherige Regelungen
  • Analyse der aktuellen Situation (Status Quo):
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Leben
      • Status Quo
      • Rentenphase
      • Pflegefall
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Todesfall:
      • Finanzielle Auswirkungen (Liquiditätsbelastungen) des Erbfalls auf der Basis vorhandener Regelungen
      • Finanzielle Auswirkungen des Erbfalls auf die Hinterbliebenenabsicherung
  • Abgleich mit Vorstellungen des Kunden und Besprechung möglicher Handlungsalternativen

Braucht Ihr Estate Planning/Generationenberatung Input?

 

Das Blitzlicht zum Wochenbeginn:

Estate Planning/Generationen-Beratung soll Kundenbindung schaffen, Vertrauen für die Zukunft festschreiben und neue Ertragspotentiale heben.

Die Praxis zeigt, dass viele Finanzdienstleister nach einer anfänglichen Euphorie enttäuscht über die tatsächlichen Ergebnisse dieses Geschäftsfeldes sind.

5 Alarmzeichen

Braucht Ihr Estate Planning/Generationenberatung Input?

woman-1253487_1920

Alarmzeichen 1 – Zeitaufwand:

Die Zeit, die Berater benötigen, um ein Beratungsmandat zu beenden liegt bei weit über 15 Stunden. Es wird viel Zeit gebraucht, um den jeweiligen Fall mit oder ohne Software zu bearbeiten.

Rückfragen beim Kunden, fachliche Unsicherheiten und mangelnde Klarheit des Auftrags verlängern die Bearbeitung.

 

Alarmzeichen 2 Inhalte unklar:

Der Beratungsumfang und -auftrag wird zu Beginn des Mandates nicht klar umrissen. Es kommt immer wieder zu Diskussionen über die Inhalte und falsche Erwartungshaltungen der Kunden in Bezug auf das Beratungsergebnis. Die Beratung ist nicht durch eine entsprechende Vermögensschadenhaftpflicht untermauert, die wiederum Transparenz der Tätigkeit erfordern würde. Ein Teufelskreislauf!

 

Alarmzeichen 3  – Zielgruppe unklar:

Es geht um die Fragestellung, wie kommen die richtigen Kunden zum Spezialisten Estate Planner/Generationenberater. Häufig werden die vermeintlich „schwierigen“Kunden oder Kunden, die nicht der anvisierten Zielgruppe entsprechen, weitergeleitet. Ist die Zielgruppe nicht klar definiert, helfen auch keine Ziele, die auf eine rein zahlenmäßige Weiterleitung von Kunden fokussieren. Dann ist zwar der Berater mit Kunden versorgt, kann aber nicht effizient seiner Tätigkeit nachgehen.

 

Alarmzeichen 4 – fehlende Dokumentation:

Gespräche im Geschäftsfeld Estate Planning/Generationberatung sorgen dafür, dass viele Informationen und wichtige Details zu Kunden und deren Planungen transparent werden. Es ist kritisch, wenn solche Inhalte nicht dokumentiert werden. Von einem Arzt erwartet man dies in großer Selbstverständlichkeit bei jedem Besuch und wie ist es bei einer Finanzbegleitung fürs Leben…

 

Alarmzeichen 5 – Keine sichtbaren Erträge 

Wenn sich das Ergebnis einer Beratung darin zeigt, dass der Kunde im Anschluss zum Rechtsanwalt/Notar geht und dann dort die Umsetzung der Vorsorge in rein rechtlichen Instrumenten erfolgt, geht der Berater leer aus. Die Beratung bleibt auf einer Tippgeber-Funktion hängen. Kann das ein Geschäftsfeld für die Finanzdienstleistungsbranche sein? Wie hilft das den Kunden?

 

Blitzlicht-Fazit:

Estate Planning/Generationenberatung kann viel mehr und sollte es auch zeigen. Freuen Sie sich auf diese Woche und unsere neuen Wege in der WohlSorge-Beratung – Vorsorge & Menschen im Mittelpunkt.

Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

 

 

 

 

WohlSorge schafft Transparenz

Schwieriges Erbe – Die große Unbekannte!

so der Titel eines Artikels vom 18.08. in der Süddeutschen Zeitung,

Der Artikel beschreibt, dass viele Witwen sich zu Lebzeiten ihres Mannes nie mit größeren Geldbeträgen befasst haben. Die Ehemänner haben die Geldanlagen und Finanzgeschäfte alleine erledigt.

Vor allem Frauen über 70 überblicken die eigene finanzielle Situation oftmals eher schlecht.

Estate Planning – Generationenberatung kann helfen:

Die Zielsetzung der WohlSorge Beratung (Estate Planning / Generationenberatung) besteht vor allem auch darin, eine altersgerechte und übergabefähige Vermögensstruktur und Transparenz für die Hinterbliebenen zu schaffen.

Die Zielgruppen:

Im Blogbeitrag „Zielgruppe 55 plus und wofür steht das „plus“? wurde bereits die Unterteilung der Zielgruppen für Estate Planning / Generationenberatung thematisiert.

Estate Planner/Generationenberater berichten häufig darüber, dass Sie mit Kunden älter 75 Jahre zu tun haben, die Geschäftspotenziale in dieser Altersgruppe beschränkt sind und somit der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt.

WohlSorge schafft Transparenz

Der Lösungsansatz:

Spreche ich bei einer WohlSorge-Beratung über das Innenverhältnis der Vollmacht und die Vermögenssorge, höre ich in vielen Fällen von den Ehepartnern (meist die Ehefrauen) da kenne ich mich nicht damit aus, wenn mein Partner (meist Mann) nicht mehr kann, dann will und kann ich das nicht mehr in der Form. Eine Steilvorlage für den Berater.

Der Ansatzpunkt: Transparenz schaffen, alters- und übergabefähige Vermögensstrukturen schaffen, den Partner peu à peu einbinden und mitnehmen.

Dies bedingt, dem Mandanten die Versorgungssituation für:

  • die Rentenphase,
  • den Pflegefall
  • die Hinterbliebenenabsicherung unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen des Erbfalls

aufzuzeigen.

Somit steht auch für jede der Phasen die Vermögensstruktur und der Liquiditätsstatus zur Verfügung… die Grundlage, um sachgerechte Entscheidungen zu treffen.

Stehen altersbedingt bestimmte Vorsorgeprodukte nicht mehr zur Verfügung, sind etwaige Versorgungslücken durch das eigene Vermögen und Vermögensverzehr zu decken. Trifft der Mandant die Entscheidung nicht selbst, muss sichergestellt werden, dass etwaige Vertreter (Bevollmächtigte, Betreuer) im Rahmen eines detaillierten Innenverhältnisses sachgerechte Entscheidungen im Sinne des Vollmachtgebers treffen.

Fazit:
WohlSorge Beratung schafft „Transparentes Erbe“ und das gute Gefühl an alles gedacht zu haben.

Darlehen an Kinder und Erbfall

Darlehen an Kinder im Erbfall

In Dantes Inferno befinden sich die Geizigen und die Verschwender im vierten Kreis der Hölle. Dahin versetzt fühlt sich so mancher Elternteil, der seinem Kind ein Darlehen gewährt und dann auf Probleme mit der Rückzahlung trifft. Ob er dann zu den Geizigen (Darlehen…) oder den Verschwendern (… oder doch Schenkung?) zählt, ist Ansichtssache und hängt stark davon ab, wer aus der Ferne den Sachverhalt betrachtet. Aber wie meist kann man sich und seine Erben vor ausufernden Auslegungen schützen, indem klare Verhältnisse geschaffen werden.

Ausgangsfall

Wenn es mit einer Fremdfinanzierung nicht klappt oder man sich die besseren Konditionen „daheim“ erhofft, werden gerne Eltern um finanzielle Unterstützung gebeten. Verstehen sich Eltern und Kinder, dann wird ein solches Familiendarlehen auch häufig gewährt – und das auch in beträchtlicher Höhe. Bedauerlicherweise wird in sehr vielen Fällen (man kommt ja so gut miteinander aus) auf eine schriftliche Fixierung der Rückzahlungsmodalitäten verzichtet. Und damit ist der Ärger schon fast vorprogrammiert. Kaum wurde nämlich das Geld überwiesen, unterscheiden sich die Vorstellungen über Rückzahlung und Zinsen zwischen Eltern und Kindern ganz erheblich.

Im Folgenden sollen die bei einem solchen „rückzahlungsausgesetzten“ Darlehen möglichen Problemkreise angerissen werden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne auf die sich aus einem Familiendarlehen möglicherweise ergebenden steuerlichen Probleme einzugehen):

Situation 1:

Kind fragt Eltern nach „Unterstützung“. Geld wird überwiesen, allerdings wurde über Modalitäten wie Rückzahlung oder Zinsen nie gesprochen. Das Kind leistet keine Zahlungen und wird auch nicht von den Eltern dazu aufgefordert.

Was kann passiert sein? Wird Geld übergeben, ohne dass jemals irgendein Rückfluss erfolgt, stellt sich die Frage, ob das „Darlehen“ nicht in Wirklichkeit eine Schenkung ist. Kinder haben nach Unterstützung gefragt und weil weiter über nichts Konkretes gesprochen wurde gehen sie davon aus, dass sie den Betrag geschenkt bekommen haben. Eltern denken sich, dass sie über Rückzahlung gar nicht reden müssen –“ das hätte Sohn/Tochter sich bei der Höhe des Betrags doch denken können!“. Die latent unzufriedenen Eltern fragen aber auch nicht nach, da sie häufig den Familienfrieden nicht stören wollen und befürchten, zu insistente Fragen nach (Teil)Rückzahlungen könnten zu peinlichen Situationen mit den Kindern führen, besonders, wenn die Kinder vielleicht deshalb nicht zahlen, weil sie den Betrag gar nicht aufbringen können. Spätestens im Erbfall wird aber eine solche Frage gestellt werden, zumindest, wenn es andere Kinder gibt, die irgendwie Kenntnis über diesen Geldfluss erhalten. Denn ist es ein Darlehen, werden sie vielleicht versuchen, jetzt den Betrag als Rechtsnachfolger geltend zu machen, ist es Schenkung, stellt sich die Frage, ob andere daraus zum Zeitpunkt des Todes des Schenkers vielleicht Ergänzungsansprüche ableiten können. Da man dann aber meist nur noch eine Seite, nämlich die des Darlehensnehmers befragen kann, ist die Auslegungsschlacht eröffnet.

Um hier langfristig Streit zu vermeiden, sollte daher am allerbesten schon bei der Zahlung eine klare und schriftlich fixierte Vereinbarung zwischen Eltern und Kindern getroffen werden, die auch dazu Regelungen enthält, was gelten soll, wenn über einen langen Zeitraum keine Leistungen erfolgen.

Wurde eine solche Vereinbarung nicht getroffen (Stichwort Familienfrieden), kann man als Darlehensgeber zumindest versuchen, einseitig zu dokumentieren, dass man keine Schenkung beabsichtigt hat, sondern (jedenfalls irgendwann) durchaus eine Rückzahlung erwartet.

Ob man mit einer einseitigen Dokumentation immer auf der sicheren Seite ist, ist jedenfalls dann zweifelhaft, wenn über einen sehr langen Zeitraum nach der Übergabe des Geldes vom Darlehensgeber keine Nachfragen bezüglich Rückzahlung erfolgen oder zumindest irgendwelche Zinsforderungen gestellt werden. Dieses Verhalten spielt dem Darlehensnehmer und seiner Schenkungsvariante in die Hände.

Nicht immer ist die Nicht-Nachfrage bzw. Nicht-Forderung aber gleich ein Indiz für eine Schenkung. Vielleicht kann nämlich der Darlehensgeber nicht mehr fragen, da er innerhalb eines Zeitraums, in dem er vernünftigerweise nicht mit Rückzahlung rechnen konnte, gesundheitlich so abbaut, dass er seine finanziellen Angelegenheiten nicht mehr im Blick haben kann. Der Darlehensnehmer ist dann vielleicht auch ganz froh, dass keine Aufforderungen kommen, da er Probleme hätte, den Betrag zurück zu zahlen (oder einfach hofft, dass keiner was merkt).

Ein möglicher Bevollmächtigter oder Betreuer wird, zumindest wenn er nicht ohnehin Kenntnis vom Darlehen hat, sich der Situation nur dann annehmen, wenn er entsprechende Unterlagen beim Vollmachtgeber / Betreuten findet. Weiß aber keiner was vom Darlehen und gab es keine Zahlungen, die mit der Geschäftsunfähigkeit des Darlehensgebers plötzlich enden oder sonstige Indizien bezüglich der Existenz eines solchen Familiendarlehens, wird im Zweifel auch nichts bezüglich Rückzahlung / Zinsen unternommen. Immerhin: dann ist es schon schwieriger, aus der Nichtverfolgung von Ansprüchen eine Umdeutung in eine Schenkung vorzunehmen.

Wollen Eltern vermeiden, dass in das Darlehen plötzlich eine Schenkung hineininterpretiert wird, dann sollten sie für diesen Fall Vorsorge treffen, indem sie z.B. in der Regelung des Innenverhältnisses ihren Bevollmächtigten anweisen die Durchsetzung der Rückzahlung in die Wege zu leiten oder eine entsprechende Anweisung in eine Betreuungsverfügung aufnehmen. Ob diese Anweisungen allerdings befolgt werden, hängt auch davon ab, ob Darlehensnehmer und Bevollmächtigter personenidentisch sind oder nicht.

Situation 2:

Es gibt eine klare Vereinbarung, dass die Zahlung darlehensweise erfolgt. Trotzdem werden weder Zinsen gezahlt noch irgendeine Tilgung geleistet und der Darlehensnehmer nimmt aus den bekannten Gründen über einen sehr langen Zeitraum nicht nur von einer rechtlichen Verfolgung seiner Ansprüche Abstand, er spricht mit dem Empfänger des Darlehens überhaupt nicht über dieses Thema.

Oft ist es den Eltern unangenehm, gegen ihre Kinder zu prozessieren (sogar dann, wenn sich das Verhältnis schon verschlechtert hat oder gar kein Kontakt mehr besteht). Will man dann aber nicht in eine mögliche Schenkungsauslegung hineinkommen, sollte jedenfalls die oben genannte Anweisung an einen Bevollmächtigten oder Betreuer erfolgen. Dann müssen sich nämlich nicht mehr die Eltern selbst um dieses unangenehme Thema kümmern, sondern es macht jemand anderes für sie und im besten Fall (aus Sicht der Eltern) bekommen sie von dem ganzen Verfahren gar nichts mehr mit. Dies wird aber nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn dem Bevollmächtigten / Betreuer die für die Verfolgung der Ansprüche erforderlichen Unterlagen auch zur Verfügung stehen. Und hat der Darlehensgeber durch sein Verhalten gezeigt, dass er mit einer Rückzahlung nicht mehr rechnet, nützt möglicherweise auch die klare Vereinbarung eines Darlehens nichts.

Fazit:

Ob Schenkung oder Darlehen ist immer eine Frage des Einzelfalls. Eine eindeutige Vereinbarung schafft Klarheit. Unbedingt müssen sich dann aber auch beide (!) Seiten daran halten, also evtl. Ansprüche geltend machen.

Setzen Kinder die Tilgung mehr oder weniger einseitig aus, so muss spätestens jetzt eine Vereinbarung getroffen werden, was mit verspäteten oder gestundeten Ansprüchen in der Zukunft passieren soll.

Wird nie gezahlt oder die Zahlung lange ausgesetzt, wird man in den sauren Apfel beißen müssen und zur Vermeidung der Schenkungs-Interpretation wenigstens die Rückzahlung immer wieder anmahnen bzw. eine Regelung zur Stundung von Ansprüchen treffen.

Damit das Darlehen auch als Darlehen bestehen bleibt, wenn man sich selbst nicht mehr darum kümmern kann, sollten diesbezüglich Anweisungen im Innenverhältnis bzw. in einer Betreuungsverfügung erteilt werden. Es ist darüber nachzudenken, wenn der Darlehensnehmer sonst der (einzige) Bevollmächtigte ist, für die Durchsetzung der Ansprüche aus dem Darlehen eine andere Person zu bevollmächtigen.

Geben Eltern auf, weil mit einer Rückzahlung definitiv mangels Mittel beim Kind nicht mehr zu rechnen ist, sollten sie den Erlass der Forderung auch dokumentieren, schon um klar festzulegen, wann die Schenkung erfolgt ist und damit Streitigkeiten über den Zeitpunkt bezüglich möglicher Ergänzungsansprüche zu verhindern.

Strukturiertes Estate Planning / Generationenberatung hilft

Im Estate Planning/Generationenberatung oder wie wir es nennen, bei der WohlSorge, werden im Rahmen der Anamnese derartige Sachverhalte identifiziert. Auf der Grundlage der Kundenvorstellung werden die weiteren Schritte in Bezug auf die Berücksichtigung bei der Vertretungsregelung und im Erbfall festgelegt.

Vollmachten in Europa

Vollmachten in Europa, was gilt?

Immer wieder hat man es mit Kunden zu tun, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder Grundbesitz im Ausland haben oder ausländische Staatsangehörige sind.

Oft stellt sich dann die Frage, ob eine deutsche Vollmacht im Zweifel hilft oder ob besondere Vorgaben für eine wirksame Vertretung im Ausland beachtet werden müssen. Einen Überblick kann man sich im Europäischen Vorsorgeportal verschaffen:

Zum Europäischen Vorsorgeportal

Auf dieser Seite, die in Zusammenarbeit von Notaries of Europe und der Europäischen Kommission betrieben wird, gibt es außerdem Informationen zu Minderjährigen.

Informationen zum europäischen Erbrecht können Sie hier http://www.successions-europe.eu/ und hier https://e-justice.europa.eu/content_successions-166-de.do erhalten.

Wie Pflichtteilsberechtigte zu Informationen kommen

Ohne Fleiß kein Preis…

Pflichtteilsberechtigte haben immer wieder den Verdacht, dass der Erblasser Gelder verschenkt hat. Sofern sie tatsächlich vollständig enterbt sind, können Sie diesbezügliche Nachforschungen nicht selbst anstellen, sondern lediglich von ihrem Auskunftsrecht gegenüber dem Erben Gebrauch machen. Erben halten aber die Prüfung sämtlicher Bankunterlagen über den Zeitraum von 10 Jahren (oder auch noch länger, wenn Schenkungen an den Ehegatten im Raum stehen) gern für unverhältnismäßig und lehnen deshalb weitere „Detektivarbeit“ ab – vermutlich auch nicht ganz unbeeinflusst von der Tatsache, dass sie viel Arbeit und als Ergebnis recht wahrscheinlich auch noch einen Ergänzungsanspruch zu zahlen haben.

Beschluss OLG Stuttgart

In diesem Zusammenhang ist der Beschluss des OLG Stuttgart vom 26. Januar 2016 recht aufschlussreich. Das OLG geht nämlich davon aus, dass den Erben sogar eine Pflicht trifft, wenigstens für die vergangenen 10 Jahre die Kontoauszüge zu treffen, auch wenn es sich bei den Schenkungen nur um geringfügige Beträge gehandelt haben kann und die Anforderung der entsprechenden Unterlagen mit (höheren) Kosten verbunden ist.

Allerdings kann man als Pflichtteilsberechtigter nicht einfach ins Blaue hinein solche Nachforschungen verlangen. Es muss sich schon irgendwie ein Anhaltspunkt für den Verdacht einer Schenkung finden. Im entschiedenen Fall sah das OLG einen solchen Anhaltspunkt darin, dass auf den Konten des Erblassers zum Todestag nahezu keine Guthaben waren. Der Erblasser hatte aber unstreitig Einkünfte von 1.720 EUR pro Monat. Auch wenn es sich hierbei um vergleichsweise geringe monatliche Einkünfte handelt, sind Schenkungen nicht generell ausgeschlossen.

Wird die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses verlangt, so ist der Erbe nach Meinung des OLG Stuttgart im Rahmen der Ermittlungen, die er zur ordnungsgemäßen Erstellung des Verzeichnisses zu führen hat, verpflichtet, generell vollständige Kontounterlagen einzuholen (Konten, Sparbücher, vergleichbare Bankunterlagen) und daraus die ein bestimmten Betrag übersteigenden Verfügungen zusammenzustellen, die Schenkungen waren oder gewesen sein könnten. Dies gilt im Übrigen auch für notarielle Nachlassverzeichnisse.

Auch mit der Argumentation, die Einholung fehlender Unterlagen sei zu teuer (hier 1.500 EUR), kommt der Erbe nicht weiter.

Fazit:

Einem gut beratenen Pflichtteilsberechtigten, der alle ihm möglicherweise zustehenden Ansprüche auch geltend machen will, spricht dieser Beschluss geradezu aus der Seele. Allerdings wird das nicht dazu führen, dass Erben jetzt generell im großen Stil Kontoauszüge anfordern werden. Diese Nachforschungspflicht trifft Erben erst dann, wenn ein Pflichtteilsberechtigter entsprechende Auskünfte verlangt. Dann allerdings kann die erforderlich werdende Prüfung der Unterlagen nicht nur mögliche Schenkungen zu Tage fördern, sondern bedeutet letztlich auch, dass jetzt das Handeln eines Bevollmächtigten nachvollzogen werden kann – und das kann unter Umständen zwischen den Erben ganz neue Probleme schaffen.