Assetklasse Immobilien und Estate Planning

Assetklasse Immobilien und Estate Planning

Gerade war ich am Briefkasten und habe das freundliche Angebot eines Maklers herausgefischt mit dem Hinweis:

Lassen Sie die Käufer nicht länger warten!

Der Anbieter ist gerne für mich da, wenn ich die Immobilie verkaufen, vermieten oder einwerten lassen möchte. Vielleicht bin ich ja sogar auf der Suche nach einem neuen Zuhause…

Das sind die Momente, in denen ich mich frage, warum die Assetklasse Immobilien in der Beratung bei Finanzdienstleistern häufig so eine untergeordnete Rolle spielt.

Wenn man betrachtet, aus welchen Vermögensformen sich das Erbschaftsvolumen zusammensetzt, spielt die Assetklasse Immobilien für die Anleger eine gewichtige Rolle.

Geldvermögen und Immobilienvermögen liegen in den Betrachtungsjahren 2005-2015 gleichauf.

Unter wirtschaftlichen Aspekten sind Immobilien – natürlich unter Berücksichtigung des Faktors Lage Lage Lage – Bestandteil des Gesamtvermögens und haben unabhängig von der Nutzen Einfluß auf die Liquiditätsbetrachtungen für einen Kunden.

Die eigengenutzte Immobilie dient in der Darlehensphase der Vermögensbildung, ohne Belastungen gibt sie Freiraum in der Liquidität.

Bei Fremdvermietung kommen neben steuerlichen Aspekten ebenfalls vermögensbildende und liquiditätswirksame Elemente zum Tragen, die für die Planungen bedeutende Parameter sind.

Eine valide Betrachtung der Lebensphasenliquidität von Kunden (Status Quo, Rente, Pflege, Hinterbliebenenversorgung)  ist ohne die Einbeziehung des Immobilienvermögens nicht möglich.

Eine Gesamtvermögensstrategie, die sich nur auf das Geldvermögen bezieht, ist unzureichend.

In Phasen der Fremdbestimmung eines Menschen (Handlungsunfähigkeit) müssen klare Leitplanken für den Umgang mit dem Gesamtvermögen geschaffen werden. Der Einsatz von Liquidität und die Planung eines ggf. gezielten Vermögensverzehrs sind unverzichtbare Bestandteile der Estate Planning Beratung.

Nomen est Omen- ist die Immobilie immobil?

Menschen, die sich auf die kommenden Lebensphasen vorbereiten, stellen dabei auch die aktuelle Wohnsituation kritisch in Frage.

Ist das Haus für alle Lebensphasen geeignet? Will man stadtnäher, barrierefrei, in einer Gemeinschaft wohnen,…?

Viele Immobilien werden im Erbfall veräußert, weil die Erben nicht vor Ort leben, andere Vorstellungen haben, sich nicht damit belasten möchten, die notwenige Erbschaftsliquidität nicht vorhanden ist,…!

Dies sind nur einige wenige Aspekte, warum es sich lohnt die Immobile als Assetklasse intensiv in den Blick zu nehmen.

Vertriebssignale werden z.B.übersehen, wenn Darlehen einfach nur neu festgeschrieben werden und kein Gespräch über die Zukunftsplanung und die kommenden Lebensphasen erfolgt…

Wir geben Ihnen die Gelegenheit dazu, nehmen Sie Kontakt zu uns auf oder besuchen Sie unseren Workshop:

Wie Estate Planning zum Ertragsbringer wird!

http://wohlsorge.de/wie-estate-plann…ragsbringer-wird ‎

Herzliche Grüße

Angelika Thiedemann

 

 

Vollmacht und Verantwortung – „In einem anderen Leben“

Vollmacht und Verantwortung:

Die Übernahme einer Vollmacht und Verantwortung für die WohlSorge eines anderen Menschen beinhaltet vielfältige Aspekte.

Es ist ein großer Vertrauensbeweis, der für „blindes Vertrauen“ spricht, wenn man als Vertretungsberechtigter eingesetzt wird.

Eine Vertretung ausüben bedeutet, dass ich mich in einem anderen Leben bewege – diese Leben maßgeblich steuere und darüber entscheide.

Von der Vollmachtserteilung zur Umsetzung:

Die Ausübung einer Vollmacht kann als schleichender Prozess beginnen, wenn der Vollmachtgeber allmählich nicht mehr in der Lage ist, Dinge eigenständig zu regeln. Es kann ein Thema sein, dass ad hoc eintritt und somit unmittelbar bewältigt werden muss. Dies ist ganz ähnlich wie bei einer Testamentsvollstreckung, wo die Tätigkeit auch nicht in ruhigere Zeiten verlegt werden kann, sondern sofort beginnen muss.

Was ist „in einem anderen Leben“ zu tun?

Sich in einem anderen Leben bewegen bedeutet unter anderem im finanziell-wirtschaftlichen Bereich Entscheidungen herbeizuführen und umzusetzen wie z.B.:

  • Pflegevereinbarungen abschließen, die Pflegekosten über Standard hinaus verantworten  und die übersteigenden Kosten aus der laufenden Liquidität oder dem Vermögen zu entnehmen
  • in medizinische Behandlungen einwilligen und die ggf. übersteigenden Kosten aus Liquidität/Vermögen entnehmen
  • Vermögen anlegen und über Rendite und Chancen entscheiden
  • Immobilien verwalten und über die Vermietung, laufende Kosten, Investitionen, Ersparnismöglichkeiten z.B. im Energiesektor entscheiden und diese überwachen
  • ein vorhandenes Unternehmen selbst weiterleiten, abwickeln oder kompetente Personen in die Leitung einbinden
  • Steuerliche Erklärungen abgeben und verantworten
  • Bei Vermögensverzehr über die Rangfolge der Veräußerung von Vermögensgegenständen entscheiden und dies verantworten
  • wichtige Menschen/Unterhaltsberechtigte angemessen versorgen
  • …..

Viele dieser Entscheidungen sind unter Eheleuten in einer funktionierenden Beziehung alltäglich und jeder erfüllt den Part, den er kennt und beherrscht. Dies kann herausfordernd werden, wenn ich mich als Ehepartner auf neuem und fremden Terrain bewegen muss.

Für Dritte wie z.B. Kinder oder vertraute Menschen sind diese Themen in einem anderen Leben oft komplettes Neuland, der Betroffene kann aus gesundheitlichen Gründen nicht befragt werden. Der Zeitaufwand für einen personen- und sachgerechten Umgang im anderen Leben, erfordert viele Entscheidungen in den Bereichen Aufenthalt, Gesundheit und Vermögen. Ein hohes Anforderungsprofil an denjenigen, der die Zukunft eines anderen Menschen aktiv gestalten soll.

Dieser Verantwortung für ein anderes Leben kann ein Vertreter nur gerecht werden, wenn ihm die Leitplanken seines Handelns und die wirtschaftliche-finanzielle Basis seines Tuns im Vorfeld umfassend bekannt sind.

Im anderen Falle kann nur gemutmaßt werden, was sich dieser Mensch in seiner Situation gewünscht hätte….

Dieser Weg kann weder für den Vertretenen noch für die Vertreter wünschenswert sein.

WohlSorge-Beratung bedeutet Verantwortung für Notsituationen aktiv und individuell gestalten!

Vertretungsregelungen und die dazugehörigen Vereinbarungen sind individuell und basieren auf einer wirtschaftlich-finanziellen Struktur!

WohlSorge trifft! …Frank Kadereit (EVIM-ALTENHILFE)

WohlSorge trifft…

Frank Kadereit, Geschäftsführer Altenhilfe GmbH,

EVIM (Evangelischer Verein für Innere Mission in Nassau)

Das Interview wurde am 01. September 2016

von Angelika Thiedemann geführt.

Wir freuen uns, dass heute unsere Interview-Reihe für den WohlSorge-Blog startet. In den nächsten Monaten werden wir Ihnen Interview-Partner vorstellen, die uns unterschiedliche Blickwinkel auf unsere Beratung eröffnen.

Wie viele Menschen werden bei EVIM gepflegt und wie viele Pflegekräfte sind für diese Aufgabe verantwortlich?

EVIM-Altenhilfe beschäftigt knapp 1.000 Menschen als Pflegekräfte.

In der Altenhilfe werden 1.200 Menschen in stationärer Pflege betreut, 100 Menschen in ambulanter, palliativer Versorgung und weitere 250 Menschen im Bereich Service-Wohnen.

„Ich möchte meinen Angehörigen nicht zur Last fallen“ ist ein häufiger Wunsch unserer Mandanten in der WohlSorge-Beratung. Wie erleben Sie diese Aussage im Umfeld Ihrer Pflegeheime?

Der Wunsch „nicht zur Last“ fallen, muss differenziert betrachtet werden. Die Bewohner unserer Einrichtungen sind im Lebensalter von 75-80 Jahren oder älter. Sie möchten Ihre Kinder nicht finanziell belasten mit den Kosten der Pflege. In den Pflegestufen II und III entstehen schnell Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro im Jahr als Eigenleistung.

Das Umfeld verändert sich und soziale Bezüge lassen nach. Es ist wichtig, dass soziale Kontakte aufrecht erhalten werden. Ein Anspruch, dass die Kinder oder Freunde sich häufiger melden könnten ist da und somit auch eine Erwartungshaltung. Ärzte, Therapeuten und Pfleger können nicht die gleiche soziale Tiefe wie die eigene Familie oder der Freundeskreis erreichen. Die neuen Kontakte sind nicht selbst gewählt und es ist eine Aufgabenstellung an die Einrichtung, freiwillige Kontakte zu ermöglichen.

Vor diese Aufgabe sehen sich auch Angehörige gestellt, die selber weit entfernt von den Eltern wohnen und hier auf professionelle Unterstützung angewiesen sind.

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ wählen viele Mandanten im Beratungsumfeld. Was bedeutet das für die Realität heute in den Pflege-Einrichtungen?

Die Zukunft der Pflege liegt wohl eher nicht in den Pflegeheimen. Es gibt andere, alternative Modelle, die es Menschen ermöglichen so lange wie möglich im eigenen Umfeld zu bleiben.

Das ist eine Abwägung von Interessen, wenn sich Menschen mit dem Thema „Leben und Wohnen im Alter“ beschäftigen und entscheiden, wofür sie ihre  finanziellen Mittel (Liquidität und Vermögen) einsetzen.

Es wird in Zukunft sicher mehr Angebote dazu geben. Das ist ein wichtiger Punkt, der zu entscheiden ist, wenn die eigene Immobilie zu Gunsten z.B. einer barrierefreien Einheit veräußert wird.

Das Bielefelder Modell ist ein spannender Ansatz.

Näheres können Sie in diesem Presseartikel entnehmen.

Bielefelder Modell-Pressemeldung

„Ich kann mir vorstellen, meinen Lebensabend in einer anderen Wohnumgebung zu verbringen“ folgt der Erkenntnis, dass ab einem bestimmten Pflegezustand die häusliche Pflege nicht mehr der richtige Weg ist. Wie viele der Menschen, die zu einem späten Zeitpunkt in Ihre Pflege-Einrichtungen kommen, können diesen Weg noch selbstbestimmt wählen?

Die Menschen heute in unseren Einrichtungen sind bei Einzug stärker pflegebedürftig als vor 15 Jahren. Sie sind in ihrer Alltagskompetenz viel eingeschränkter. Hinzu kommt das Gefühl der Ohnmacht…“Ich weißt nicht mehr und kann nichts mehr entscheiden“

Der Eigenanteil für die Pflegekosten steigt mit höherer Pflegebedürftigkeit. Einher damit geht häufig auch ein „Ringen um das Erbe“, das geht oft so weit, dass die Nachkommen die Einstufung in eine höhere Pflegestufe vermeiden wollen, um den Eigenanteil in Grenzen zu halten.

Die Mortalitätsquote in der Pflegestufe III ist hoch und die Verweildauer bis zum Tode in unseren Einrichtungen liegt deutlich unter einem Jahr, oftmals nur 6 Monate. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Menschen, die genau unter diesen Rahmenbedingungen erst sehr spät in ein Pflegeheim kommen.

Private Pflegeversicherungen, die auf diese Pflegestufe fokussieren und andere Stufen außer Acht lassen, machen aus meiner Sicht der Dinge keinen Sinn.

Die Planung dieser Lebensphasen erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen unter Einbeziehung der finanziellen Möglichkeiten.

 Wie sehen Sie die Situation der Pflege in Deutschland mit Blick auf die neue Einstufung nach Pflegegraden ab dem Jahr 2017?

Aktuell wird sich nichts ändern. Der Bestandsschutz sorgt dafür, dass Pflegebedürftige ohne finanzielle Nachteile in die Pflegegrade überführt werden.

Für die Pflegegrade 4 und 5 wird unter finanziellen Aspekten die Pflege in einer Einrichtung günstiger.

Die Grundausrichtung der neuen Regelung ist, dass für die Pflegegrade 1 und 2 das Leben in einem Pflegeheim in Zukunft deutlich teurer wird – d.h. es sind mehr Eigenleistungen erforderlich. Das erschwert den Einzug ins Heim und wird zur ambulanten Ausdehnung führen. Die Gestaltung für die häusliche Pflege ist zukünftig  so, dass häufiger Hilfestellungen abgerufen werden können.

Es sind jedoch nicht alle Kosten des Alltags über die reine Pflege abgedeckt, es kommen weitere Kosten z.B. für Wohnungsreinigung, Essenlieferung etc. hinzu.

Die ambulante Pflege ist in dem Dilemma, dass 25 % der Arbeitsstunde einer Pflegekraft derzeit reine Fahrtzeiten sind und natürlich viel zu wenig Kräfte vorhanden sind.

Dieses Problem ist nicht gelöst.

Wir beraten Menschen der Generation 55 plus. Ein Blick in die Zukunft – wie gestaltet sich die Pflege für unsere Zielgruppe in Deutschland aus Ihrer Sicht der Dinge in 20 Jahren?

Es geht um die gute Versorgung von Menschen in der Zukunft, wenn sie pflegebedürftig werden. Das ist eine Frage der Wohnumgebung. Das Leben in jungen Stadtteilen macht Spaß, die Versorgung wird in Stadtteilen mit mehr älteren Menschen besser sein.

Das angesprochene Bielefelder Modell funktioniert nur in Stadtteilen,in denen auch ein potentieller Hilfebedarf gegeben ist. Der Anteil der Älteren muss so sein, dass das Hilfesystem wirtschaftlich sinnvoll erbracht werden kann. Die Fußläufigkeit für die Pflegekräfte muss gegeben sein.

Leben und Wohnen im Alter wird eine starke Rolle spielen.

Es wird mehr Angebote geben in der persönlichen Umgebung der Menschen. Und damit verbunden steht die Entscheidung, wofür setze ich meine Mittel (Vermögen, Liquidität) ein. Barrierefreiheit und gutes Leben/Wohnen werden wichtige Planungsparameter.

Dazu gehören z.B. auch intelligente Schlafsysteme in Form von zwei Schlafzimmern, wenn einer der Ehepartner Hilfebedarf hat und der andere in der Nacht Kraft schöpfen muss. Die professionelle Hilfe muss per Knopfdruck funktionieren.

In der Summe wird es deutlich mehr Wohnungsangebote für ältere Menschen geben, die bedarfsgerecht ausgerichtet sind.

Diese Versorgungssicherheit kostet Geld und Menschen sollten selbstbestimmt leben können solange sie keine Selbst- und Fremdgefährdung auslösen.

 

Welche drei Dinge wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege in Deutschland?
  1. Eine angemessene Bezahlung der Menschen , die in der Pflege tätig sind. Viele Pflegekräfte, die in Teilzeit tätig sind, werden im Alter grundsicherungsbedürftig sein. Dies birgt ein hohes Armutsrisiko. Wer in dieser wichtigen Aufgabe tätig ist, sollte auch eine ordentliche Rente erwirtschaften können. Der Beruf muss an Attraktivität gewinnen. Alle Entwicklungen in Richtung Telemedizin, Telekontakt können optimiert werden, aber sie können die Tätigkeit von Menschen nicht ersetzen.
  2. Die Ausweitung von zentrumsnahen barrierefreien Wohneinheiten. Der Mensch ist ein soziales Wesen und will mitten im Leben/Geschehen sein. Sinnvoll wäre die Kooperation von Pflege-Dienstleistern und Wohnbau-Anbietern, um optimierte Quartiere zu schaffen in attraktiven Wohnlagen
  3. Dass die Mitarbeiter/innen der Pflege endlich die Anerkennung für die Arbeit bekommen, die sie verdienen. Das sollte sich u.a. darin ausdrücken, dass der gesetzliche Mindestlohn in der Pflege nicht mehr unter dem einer Tätigkeit einer Reinigungskraft liegt.
Unsere Beratung heißt WohlSorge. Wie klingt das für Sie?

Es klingt sehr warm…nach Menschlichkeit und es macht neugierig. Mir gefällt, dass es soziale Wärme ausstrahlt.

 

Vielen DANK an Frank Kadereit vom WohlSorge-Team!

 

Näheres zu unserer Interview-Reihe finden Sie unter:

WohlSorge trifft! Die Interview-Reihe

Ruhestandsplanung

 

Ruhestandsplanung – ein neues Geschäftsfeld?

Die Zielgruppe 50plus oder wie man diese auch immer beschreiben möchte, ist seit Jahren im Fokus der Finanzdienstleistungsbranche. Seit einiger Zeit sind verstärkte Aktivitäten im Bereich der Ruhestandsplanung zu verzeichnen. Einige Ausbildungsinstitute haben eigene Qualifizierungsprogramme für Ruhestandsplaner aufgelegt.

Was unterscheidet Ruhestandsplanung von der klassischen Vorsorgeberatung?

Die Ruhestandsplanung richtet sich an die Alterszielgruppe, die sich im Übergang vom aktiven Berufsleben in den Ruhestand befindet, also an die Zielgruppe 50plus. So auch der Titel eines bei SpringerGabler erschienenen Buches „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus“.

Ruhestandsplanung geht dabei bewusst auf die langfristige Einkommenssicherung durch strukturierten Vermögensverzehr ein. Somit knüpft letztendlich die Ruhestandsplanung an die Vorsorgeberatung an bzw. justiert diese nach. Das im Rahmen der Vorsorge aufgebaute Versorgungskapital wird für die Ruhestandsphase so strukturiert, dass laufend ausreichend Liquidität vorhanden ist.

Geht Ruhestandsplanung ohne Berücksichtigung des Nachfolgeaspektes?

Praxisbeispiel:

Nachfolgend das Praxisbeispiel aus dem Buch „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus – erschienen bei SpringerGabler.

Die Kunden, in diesem Fall das Ehepaar Maier. Frau Maier ist 55 Jahre alt und in Teilzeit als Rechtsanwältin tätig. Herr Maier ist 62 Jahre alt und steht kurz vor dem Ruhestand. Das Ehepaar hat zwei Kinder, welche beide studieren. Im ersten Schritt ermittelt der Berater die Ziele und Wünsche der Kunden hinsichtlich Kernthemen der finanziellen Ruhestandsplanung.

Das Thema Vererben hat die Familie Maier noch nicht eindeutig für sich geklärt. Es ist noch nicht entschieden, welcher Teil des Vermögens wann vererbt werden soll. Fest steht hingegen, dass die Lebensqualität im Alter nicht durch das Vererben/Verschenken von Vermögensteilen sinken soll.

 Frage:

Handle ich als Berater verantwortungslos, wenn ich bei den geschilderten Gegebenheiten:

„Die Lebensqualität soll durch Vererben/Verschenken von Vermögensteilen nicht sinken“

den Aspekt Vermögensnachfolge nicht berücksichtige?


Antwort:

Ganz egal, was bisher geregelt ist, der Erbfall eines Ehepartners wird massive Auswirkung auf die Vermögens- und Liquiditätssituation des Überlebenden haben. Eine gute Vorsorgeberatung und Ruhestandsplanung muss die finanziellen Auswirkungen der Vermögensnachfolge berücksichtigen.

Die wesentlichen finanziellen Auswirkungen des Erbfalls:

– Vermögensabfluss an Miterben
Liquiditätsbelastungen aus Erbfall (Pflichtteile, Erbschaftsteuer,..)
– Reduzierung der Einnahmen
– Wegfall von Erwerbseinkommen
– Wegfall von Vermögenseinkommen durch Erbfall
– Kürzung der Hinterbliebenenrente
– Verlust der Kreditwürdigkeit

Fazit:

Es ist begrüßenswert, dass die Zielgruppe 50+ in den Fokus der Beratung rückt. Aber braucht diese Zielgruppe nicht eine umfassende Beratung, die alle Aspekte der Gestaltung der letzten Lebensabschnitte, aufeinander abgestimmt, berücksichtigt – genau das kann WohlSorge Beratung. leisten.

Zielsetzung der WohlSorge Beratung:

Ziel der WohlSorge Beratung ist eine finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall auf der Grundlage der Kunden/Mandantenvorstellungen.

Die Erarbeitung der Grundlagen der Beratung und das Analyseergebnis der Ist-Situation sind die Basis für rechtliche und steuerliche Gestaltungen, welche durch Notare, Rechtsanwälte und Steuerberater umgesetzt werden.

Inhalte der WohlSorge Beratung (Grundpaket):

  • Erarbeitungen der Grundlagen für die Beratung:
    • Vorstellungen des Kunden
    • Finanzielle Rahmenbedingungen (Vermögen und Liquidität)
    • Bisherige Regelungen
  • Analyse der aktuellen Situation (Status Quo):
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Leben
      • Status Quo
      • Rentenphase
      • Pflegefall
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Todesfall:
      • Finanzielle Auswirkungen (Liquiditätsbelastungen) des Erbfalls auf der Basis vorhandener Regelungen
      • Finanzielle Auswirkungen des Erbfalls auf die Hinterbliebenenabsicherung
  • Abgleich mit Vorstellungen des Kunden und Besprechung möglicher Handlungsalternativen

WohlSorge schafft Transparenz

Schwieriges Erbe – Die große Unbekannte!

so der Titel eines Artikels vom 18.08. in der Süddeutschen Zeitung,

Der Artikel beschreibt, dass viele Witwen sich zu Lebzeiten ihres Mannes nie mit größeren Geldbeträgen befasst haben. Die Ehemänner haben die Geldanlagen und Finanzgeschäfte alleine erledigt.

Vor allem Frauen über 70 überblicken die eigene finanzielle Situation oftmals eher schlecht.

Estate Planning – Generationenberatung kann helfen:

Die Zielsetzung der WohlSorge Beratung (Estate Planning / Generationenberatung) besteht vor allem auch darin, eine altersgerechte und übergabefähige Vermögensstruktur und Transparenz für die Hinterbliebenen zu schaffen.

Die Zielgruppen:

Im Blogbeitrag „Zielgruppe 55 plus und wofür steht das „plus“? wurde bereits die Unterteilung der Zielgruppen für Estate Planning / Generationenberatung thematisiert.

Estate Planner/Generationenberater berichten häufig darüber, dass Sie mit Kunden älter 75 Jahre zu tun haben, die Geschäftspotenziale in dieser Altersgruppe beschränkt sind und somit der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt.

WohlSorge schafft Transparenz

Der Lösungsansatz:

Spreche ich bei einer WohlSorge-Beratung über das Innenverhältnis der Vollmacht und die Vermögenssorge, höre ich in vielen Fällen von den Ehepartnern (meist die Ehefrauen) da kenne ich mich nicht damit aus, wenn mein Partner (meist Mann) nicht mehr kann, dann will und kann ich das nicht mehr in der Form. Eine Steilvorlage für den Berater.

Der Ansatzpunkt: Transparenz schaffen, alters- und übergabefähige Vermögensstrukturen schaffen, den Partner peu à peu einbinden und mitnehmen.

Dies bedingt, dem Mandanten die Versorgungssituation für:

  • die Rentenphase,
  • den Pflegefall
  • die Hinterbliebenenabsicherung unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen des Erbfalls

aufzuzeigen.

Somit steht auch für jede der Phasen die Vermögensstruktur und der Liquiditätsstatus zur Verfügung… die Grundlage, um sachgerechte Entscheidungen zu treffen.

Stehen altersbedingt bestimmte Vorsorgeprodukte nicht mehr zur Verfügung, sind etwaige Versorgungslücken durch das eigene Vermögen und Vermögensverzehr zu decken. Trifft der Mandant die Entscheidung nicht selbst, muss sichergestellt werden, dass etwaige Vertreter (Bevollmächtigte, Betreuer) im Rahmen eines detaillierten Innenverhältnisses sachgerechte Entscheidungen im Sinne des Vollmachtgebers treffen.

Fazit:
WohlSorge Beratung schafft „Transparentes Erbe“ und das gute Gefühl an alles gedacht zu haben.

Häusliche Pflege und die Folgekosten

Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier „Wänden bleiben“

Ein Beispiel:

……Berater, die im Estate Planning in der Phase der Zielerarbeitung mit den GeNe-Beratungskarten arbeiten, kennen die Erfahrung, dass die überwiegende Zahl der Menschen genau diesen Wunsch als Ziel verfolgen.

Häufig ist dennoch damit das Bewusstsein verbunden, dass es Grenzen der Machbarkeit und der Zumutbarkeit insbesondere für die Angehörigen bei der häuslichen Pflege gibt.

Unter rein finanziellen Aspekten ist die häusliche Pflege teurer als ein stationärer Aufenthalt, da viele weitere Leistungen zum Erhalt der Lebensqualität – denn das ist das Ziel der häuslichen Pflege – bedacht werden müssen.

Die Pflegestufe I und II (zukünftig Pflegegrade voraussichtlich 3 und 4) sind im häuslichen Umfeld gestaltbar. In der Pflegestufe III ist oftmals der Umzug in eine Pflegeeinrichtung unvermeidbar.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass  Menschen in der Pflegestufe III derzeit nur 9 – max. 12 Monaten in einer Pflegeeinrichtung leben. D.h. die Menschen versterben relativ kurz nach dem Umzug .

Insofern ist es nicht verständlich, dass viele Pflegeversicherungen auf die Absicherung der Pflegestufe III fokussieren und andere Pflegestufen außen vor lassen.

Nachfolgend ein Beispiel für häusliche Pflege und die daraus resultierenden Kosten.

Den Eheleuten aus dem Praxisbeispiel ist es sehr wichtig in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Dazu werden sie von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt, die Pflegekasse beteiligt sich analog der vom Medizinischen Dienst ermittelten Pflegestufe.

Da beide nicht mehr mobil sind und die Zubereitung des Essens immer größere Mühe bereitet, wird das warme Mittagessen an allen Wochentagen geliefert. Das Frühstück und Abendessen bereiten sie sich noch selbst.

Die Haushaltshilfe ist zweimal in der Woche erforderlich und gewünscht. Alle Wünsche an Kosmetik und Friseur finden in der Wohnung statt. Für die wöchentlichen Einkäufe sind wechselweise die Kinder des Paars und ein bezahlter Einkaufsdienst verantwortlich.

Für die Betrachtung der Gesamtkosten ist die Miete unverändert – die Lebenshaltungskosten beinhalten alle Hobbies und Sonderwünsche, die sich die beiden im häuslichen Umfeld wünschen und gönnen.

Seit Jahren wird der monatliche Bedarf, der über der vorhandenen Rente liegt aus den Ersparnissen und dem vorhergehenden Verkauf der eigengenutzten Immobilie gedeckt. Es folgte der Einzug in eine barrierefreie Mieteinheit.

Im Rahmen der Estate Planning Beratung wurden etliche Jahre zuvor die entsprechenden wirtschaftlichen Instrumente für die dauerhafte Besicherung des monatlichen Bedarfs entwickelt und umgesetzt.

Alle wirtschaftlichen Instrumenten sind abgestimmt auf die rechtlichen Instrumente der Vertretung  und für den Todesfall.

Selbstverständlich existieren bereits jetzt klare Leitplanken für einen möglichen Umzug in eine Pflege-Einrichtung.

Die Eheleute bedauern die frühe Pflegebedürftigkeit, sind aber froh, dass sie bei geistiger Gesundheit noch viel Zeit miteinander verbringen können und nehmen für Lebensqualität bewusst Kapitalverzehr in Kauf.

Beispiel häusliche Pflege:

Frau, 75 Jahre alt
Pflegestufe I – häusliche Pflege
Pflegesachleistung € 468 p.m.

Leistungen nach SGB XI mit dem Kostenträger abrechenbar:
6 x kleine Körperpflege
7 x Kämmen
7 x umfangreiche Ausscheidungen
1 x große Körperpflege
zzgl. Hausbesuchpauschale
Mann, 75 Jahre alt
Pflegestufe I – häusliche Pflege
Pflegesachleistung € 468 p.m.

Leistungen nach SGB XI mit dem Kostenträger abrechenbar:
6 x kleine Körperpflege
7 x Kämmen
7 x umfangreiche Ausscheidungen
1 x große Körperpflege
zzgl. Hausbesuchpauschale
Anfallende Kosten Ehefrau in € Ehemann in €
Summe mtl. Pflegeleistungen 753,83 1.276,60
zzgl. Investitionskosten 37,51 65,14
Summe total 791.34 1.341,74
./. Leistungen Pflegeversicherung 468,00 468,00
Differenz zu Lasten Kunde 323,34 873,74
Esselieferung 222,12 222,12
Haushaltshilfe 320,00  
Friseur – Fußpflege 80,00 80,00
Einkaufsdienst 50,00  
Miete 1.500,00
Lebenshaltungskosten 1.500,00
Summe Total 3.895,46 1.175,86
Gesamtsumme Eheleute 5.071,32
Rentenzahlungen p.m. 3.220,66
Unterdeckung
Kapitalverzehr p.m.
1.850,66