Das Ende des magischen Dreiecks

In 2016 startete die „LeA-Studie“ als Forschungsvorhaben der Deutschen Rentenversicherung Bund in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Erhebung wird vom Sozialforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt. Ziel dieser Studie ist es, ein umfassendes Bild der Lebensverläufe und Altersvorsorgeaktivitäten der Bevölkerung in Deutschland zu gewinnen. Das Kürzel LeA steht für „Lebensverläufe und Altersvorsorge“. Erste Ergebnisse dieser Studie werden voraussichtlich im Jahr 2018 vorliegen.

http://www.lea-studie.de

Wir haben uns bereits für Informationen zu den Ergebnissen vormerken lassen.

Was hat das mit WohlSorge zu tun?

Für die Zielgruppe 55plus sind Lebensverlauf und die getroffenen Maßnahmen zur Altersvorsorge ein wichtiger Baustein für die WohlSorge-Beratung. Die bisherigen Maßnahmen sind eine Grundlage für die Betrachtungen der kommenden Lebensphasen.

Altersvorsorge als WohlSorge umfasst in unserem Verständnis alle kommenden Phasen im Leben und somit auch die Phase der Altersgebrechlichkeit, Pflege sowie die Hinterbliebenenabsicherung.

WohlSorge bedeutet, dass neben diesen Faktoren alle Eventual-Risiken für einen Vermögens- und Liquiditätsabfluss im Todesfall gewürdigt werden.

Die Bilanzen der Finanzdienstleistungsunternehmen kennen die Position der Eventualverbindlichkeiten bestens. Sie sollten diesen Faktor zum Wohle der Kunden nicht bei Beratungen zur Altersvorsorge oder Ruhestand außen vor lassen.

Aus den Motiven der Menschen und den bestehenden Handlungsfeldern in den Lebensphasen leitet sich ein Kriterien-Katalog für mögliche finanziell-wirtschaftliche Instrumente sowie rechtliche Instrumente ab.

Der Kriterienkatalog für ein „gutes WohlSorge-Instrument“ setzt sich aus viel mehr Facetten als die übliche Betrachtungsweise des magischen Dreiecks mit Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit zusammen.

Das Ende des magischen Dreiecks:

WohlSorge-Instrumente müssen zum einen harmonisch mit rechtlich/steuerlichen Belangen und wirtschaftlich/finanziellen Belangen abgestimmt sein. Zum anderen beinhaltet der Kriterien-Katalog alle Faktoren, die sich aus dem individuellen Kundenbedarf der WohlSorge-Beratung ergeben.

Diese Kriterien sind unter anderem:

  • sinnvolle Auswahl des Vertragsinhabers
  • Übergabefähigkeit in Abstimmung mit rechtlichen Instrumenten
  • Risikoprofil des Vertragsinhabers
  • Einbindung in die Fremdsorge-Regelung
  • Berücksichtigung des Faktors Langlebigkeit
  • Absicherung von nahe stehenden Menschen
  • Vermögenserhalt, Vermögensverzehr oder Vermögensaufbau
  • Rendite-Relevanz
  • Lebensphaseneignung
  • Fremdsorge-Eignung
  • steuerliche Aspekte
  • Lebensphasen-Sicherheit
  • Einbindung in die Todesfall-Regelung

Dies sind nur einige Aspekte, die sich aus der WohlSorge-Beratung ergeben und in der Folge die individuelle Produktauswahl und Optimierung für den Kunden ermöglichen.

Die Kernfrage an den Berater ist in diesem Zusammenhang, welches Produkte soll ich vor dem Hintergrund dieser Kriterien dem Kunden anbieten? Wie stark erfüllen die jeweiligen Instrumente die Kundenbedürfnisse?

Diese Vorgehensweise erspart ein „Stochern“ in einer Vielzahl von Angeboten, die nur teilweise oder nicht geeignet sind. Sie ermöglicht passgenaue Lösungen für Kunden als Basis für die folgenden rechtlich/steuerlichen Gestaltungen.

Sind Sie WohlSorge-bereit?

Wir werden in Kürze mit einer Umfrage zu unserem WohlSorge-Blog auf Sie zukommen, damit unser Angebot an Sie passgenau Ihre Tätigkeit in diesem spannenden Geschäftsfeld unterstützt und erweitert.

Herzliche Grüße

Das Wohl-Sorge-Team

Vollmacht und Verantwortung – „In einem anderen Leben“

Vollmacht und Verantwortung:

Die Übernahme einer Vollmacht und Verantwortung für die WohlSorge eines anderen Menschen beinhaltet vielfältige Aspekte.

Es ist ein großer Vertrauensbeweis, der für „blindes Vertrauen“ spricht, wenn man als Vertretungsberechtigter eingesetzt wird.

Eine Vertretung ausüben bedeutet, dass ich mich in einem anderen Leben bewege – diese Leben maßgeblich steuere und darüber entscheide.

Von der Vollmachtserteilung zur Umsetzung:

Die Ausübung einer Vollmacht kann als schleichender Prozess beginnen, wenn der Vollmachtgeber allmählich nicht mehr in der Lage ist, Dinge eigenständig zu regeln. Es kann ein Thema sein, dass ad hoc eintritt und somit unmittelbar bewältigt werden muss. Dies ist ganz ähnlich wie bei einer Testamentsvollstreckung, wo die Tätigkeit auch nicht in ruhigere Zeiten verlegt werden kann, sondern sofort beginnen muss.

Was ist „in einem anderen Leben“ zu tun?

Sich in einem anderen Leben bewegen bedeutet unter anderem im finanziell-wirtschaftlichen Bereich Entscheidungen herbeizuführen und umzusetzen wie z.B.:

  • Pflegevereinbarungen abschließen, die Pflegekosten über Standard hinaus verantworten  und die übersteigenden Kosten aus der laufenden Liquidität oder dem Vermögen zu entnehmen
  • in medizinische Behandlungen einwilligen und die ggf. übersteigenden Kosten aus Liquidität/Vermögen entnehmen
  • Vermögen anlegen und über Rendite und Chancen entscheiden
  • Immobilien verwalten und über die Vermietung, laufende Kosten, Investitionen, Ersparnismöglichkeiten z.B. im Energiesektor entscheiden und diese überwachen
  • ein vorhandenes Unternehmen selbst weiterleiten, abwickeln oder kompetente Personen in die Leitung einbinden
  • Steuerliche Erklärungen abgeben und verantworten
  • Bei Vermögensverzehr über die Rangfolge der Veräußerung von Vermögensgegenständen entscheiden und dies verantworten
  • wichtige Menschen/Unterhaltsberechtigte angemessen versorgen
  • …..

Viele dieser Entscheidungen sind unter Eheleuten in einer funktionierenden Beziehung alltäglich und jeder erfüllt den Part, den er kennt und beherrscht. Dies kann herausfordernd werden, wenn ich mich als Ehepartner auf neuem und fremden Terrain bewegen muss.

Für Dritte wie z.B. Kinder oder vertraute Menschen sind diese Themen in einem anderen Leben oft komplettes Neuland, der Betroffene kann aus gesundheitlichen Gründen nicht befragt werden. Der Zeitaufwand für einen personen- und sachgerechten Umgang im anderen Leben, erfordert viele Entscheidungen in den Bereichen Aufenthalt, Gesundheit und Vermögen. Ein hohes Anforderungsprofil an denjenigen, der die Zukunft eines anderen Menschen aktiv gestalten soll.

Dieser Verantwortung für ein anderes Leben kann ein Vertreter nur gerecht werden, wenn ihm die Leitplanken seines Handelns und die wirtschaftliche-finanzielle Basis seines Tuns im Vorfeld umfassend bekannt sind.

Im anderen Falle kann nur gemutmaßt werden, was sich dieser Mensch in seiner Situation gewünscht hätte….

Dieser Weg kann weder für den Vertretenen noch für die Vertreter wünschenswert sein.

WohlSorge-Beratung bedeutet Verantwortung für Notsituationen aktiv und individuell gestalten!

Vertretungsregelungen und die dazugehörigen Vereinbarungen sind individuell und basieren auf einer wirtschaftlich-finanziellen Struktur!

Leben und Wohnen im Alter-die 4.Säule

Die Serie der Süddeutschen Zeitung „Unsere Zukunft,unsere Rente“ beschäftigt sich im  Artikel  vom 15.09.2016 mit der Thematik Zeitkonten. Brauchen wir das Fureai-Kippu-System (Pflegebeziehungs-Ticket aus Japan)? Es ist ein Zeitbankensystem für Pflegedienstleistungen. Wer in Japan Hilfe ohne Gegenleistung annimmt, verliert traditionell sein Gesicht. Mit diesem Zeitkonto können die Menschen die Leistungen von Versicherungen ergänzen.

Die Idee der Zeitbanken wurde hierzulande vielfach als die vierte Säule der Altersvorsorge propagiert. Es geht um das Leben und Wohnen im Alter.

Das Prinzip ist relativ einfach und funktioniert wie folgt:

Menschen unterstützen ehrenamtlich andere, die Hilfe brauchen in ihrem Alltag. Das können unterschiedlichste Dienstleistungen sein wie z.B. Einkäufe erledigen, Begleitung zum Arzt, Hilfe bei der Gartenarbeit,etc..

Die investierte Zeit wird auf einem Zeitkonto gutgeschrieben und kann später bei eigener Hilfsbedürftigkeit z.B. im Alter bei der jeweiligen Vereinigung abgerufen werden.

So sind mittlerweile viele Vereinigungen entstanden, die zum Teil oder ganz diesem Prinzip folgen in Form von Nachbarschaftshilfe oder Seniorengenossenschaften. Die Unterstützung führt dazu, dass gesellschaftliche Lücken geschlossen werden. Kinder leben nicht mehr in der Nähe der Eltern, gute Freunde altern und sind nicht zur Hilfe in der Lage. Bundesweit gibt es laut dem Artikel derzeit rund 220 Initiativen. In einigen Fällen kann die Leistung gegen Honorar beansprucht werden, wenn zuvor keine Guthaben angespart wurden auf dem Zeitkonto.

 

Leben und Wohnen im Alter

Wenn es um das Thema „Leben und Wohnen im Alter“ im Rahmen einer WohlSorge-Beratung geht, ist ein häufiger Wunsch:

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ 

Dieser Wunsch beinhaltet finanziell-wirtschaftliche Aspekte, um die Versorgung in den einigen vier Wänden optimal zu gestalten, die wir bereits in einem früheren Artikel beleuchtet haben:

Häusliche Pflege und die Folgekosten

Dieser Wunsch beinhaltet emotionale Dimensionen, die den Menschen mit seinen persönlichen Motiven und Wünschen in den Blick nimmt.

Zeit, Unterstützung, menschlicher Kontakt und Nähe sind mit den benannten Initiativen oder professionellen Dienstleistern gut zu verwirklichen.

Bei unseren Beratungen greifen wir auf entsprechende Partner und Initiativen aus unserem Netzwerk zurück. Wir sichern damit in der Beratung die gute Versorgung für den Menschen im Mittelpunkt in allen Lebensphasen. Dies muss entsprechend in Vertretungsregelungen für die Phase der Fremdsorge eingebettet sein.

Der Verbleib in den eigenen vier Wänden wird im Pflegestärkungsgesetz intensiv gestützt, das zum 01.01.2017 Wirksamkeit erlangt. Dazu braucht es vielfältige Unterstützungsleistungen im eigenen Quartier – also dort, wo man leben möchte.

Ich verweise hierzu auf unsere Interview-Serie WohlSorge trifft! 

WohlSorge ist persönlich!

Erweitern Sie Ihr Netzwerk, um WohlSorge optimal für Kunden zu gestalten.

 

 

 

Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz:

Zum 01.01.2017 wird die Systematik in der Pflegeversicherung auf einen Schlag umgestellt. Die bisherige Einstufung in Pflegestufen wurde letztendlich an körperlichen Gebrechen festgemacht. Die Unterstützung für hilfsbedürftige mit geistigen Problemen wie Demenz war unzureichend.

Die Kernpunkte im Überblick:

Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade:

Im aktuellen System gibt es drei Pflegestufen. Maßstab für die Einstufung in eine Pflegestufe ist ein in Minuten gemessener Hilfebedarf. Hierbei erfolgt die Orientierung alleine an körperlichen Einschränkungen.

Ab 01.01.2017 wird es fünf Pflegegrade geben. Es ist unerheblich, ob die Selbständigkeit aufgrund von körperlichen oder psychischen Einschränkungen beeinträchtigt ist. Entscheidend ist, ob die Person die jeweiligen Tätigkeiten durchführen kann oder nicht. Der Pflegegrad wird in einem neuen Begutachtungsverfahren ermittelt, welches auch die kognitiven Fähigkeiten, Verhaltensweisen und die Möglichkeiten zur Gestaltung des Alltags in den Blick nimmt.

In die Beurteilung fließt auch mit ein, ob sich der Betroffene räumlich und zeitlich orientieren kann und Risiken und Gefahren erkennt.

Der Pflegegrad wird durch ein Punktesystem festgelegt. Je höher der Grad, desto umfangreicher die Leistungen.

Pflegegrad I Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad II Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad III Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad IV Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad V Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit

Automatische Überführung ins neue System:

Die aktuell ca. drei Millionen Versicherten, die bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, werden automatisch in das neue System überführt. Durch die Umstellung soll keinem Pflegebedürftigen ein Nachteil entstehen.

Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen erhalten anstelle der bisherige Pflegestufe den nächsthöheren Pflegegrad.

Pflegebedürfte mit Demenz werden stets zwei Pflegegrade höher eingestuft.

Die Leistungen in Euro pro Monat:

Pflegegrad

Geldleistung

ambulant

Sachleistung

ambulant

Entlastungsbetrag
ambulant (zweckgebunden)

Leistungsbetrag
vollstationär

I    

125

125

II

316

689

125

770

III

545

1298

125

1262

IV

728

1612

125

1775

V

901

1995

125

2005

Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung werden vor allem für Pflegebedürftige mit kognitiven Einschränkungen eine Verbesserung bringen. Bedürftige mit schweren körperlichen Einschränkungen werden nach dem neuen System nach Einschätzung von Experten eher schlechter gestellt werden. Bei vorhandenen körperlichen Einschränkungen wird aktuell die Empfehlung ausgesprochen, den Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe noch in 2016 zu stellen, dann gelte noch altes Recht.

Interessant wird noch sein, wie sich die Pflegekosten entwickeln. Erst, wenn dies absehbar ist, wird sich die finanzielle Konsequenz beurteilen lassen. Der Vorstand des Kassen-Spitzenverbandes Gernot Kiefer geht davon aus, dass durch die Umstellung in 2017 200.000 Menschen zusätzlich Anspruch aus Leistungen aus der Pflegeversicherung haben werden. Wie die Personalbeschaffung erfolgen soll, ist aufgrund des herrschenden Personalmangels in den Pflegeberufen unklar.

Exkurs – Private Pflegezusatzversicherungen:

Von den Anbietern von Privaten Pflegezusatzversicherungen haben sich bisher die wenigsten Anbieter schon konkret festgelegt, wie die bestehenden Verträge in Bezug auf die Einstufung angepasst werden.

Pflegeaspekt in der WohlSorge Beratung:

In der WohlSorge Beratung werden die Themen Alter und Pflege und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Liquidität beleuchtet. Die Veränderungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung fließen hier mit ein. Neben den finanziellen Aspekten der Pflege, sollte im Rahmen von Vorsorgevollmachten im Innenverhältnis auch geklärt werden, wie Pflege erfolgen soll und was diese kosten darf. Hier wird konkret, was eine an den Vorstellungen des Kunden, finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge (WohlSorge) ist.

Praxishinweis:

In unserer Beratungssoftware F.I.N.E.S.S. werden wir mit dem nächsten Release die sich zum 01.01.2017 ergebenden Änderungen bereits berücksichtigt haben. Somit können Sie Ihre Kunden topaktuell beraten.

Weitere Informationen zum Pflegestärkungsgesetz erhalten Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums

Beratungskosten im Rahmen einer Wohlsorgeberatung

Beratungskosten

Wird im Rahmen einer Wohlsorgeberatung ein Honorar mit dem Kunden vereinbart, stellt sich die Frage, ob dieses als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgezogen werden kann.

Grundsätzliche ertragsteuerliche Beurteilung (Erbfall, Vorsorgevollmacht)

Nach Auffassung des FG Saarland (Beschluss v. 13.2.2007, 1 V 1336/06) besteht ein Veranlassungszusammenhang mit einer Einkunftsart bei Verfügungen von Todes wegen im Sinne von §§ 2064 ff. BGB nicht. Da der Erbfall stets dem privaten Bereich zuzuordnen sei, könnten die Kosten, die im Zusammenhang mit der Errichtung eines Testaments anfallen, grundsätzlich nicht dem einkommensteuerrelevanten Bereich des Steuerpflichtigen zugeordnet werden. Dabei komme es nicht darauf an, ob das Vermögen des Erblassers Gegenstand der Einkunftserzielung sei oder ob es sich um ertragloses, einkommensteuerlich unbeachtliches Vermögen handele. Zum gleichen Ergebnis kommt auch das FG Niedersachsen (vgl. FG Niedersachsen v. 19.7.2000, 12 K 153/96, rkr.), wonach die Notargebühren für die Beurkundung eines Testaments auch dann keine Betriebsausgaben seien, wenn der Nachlass überwiegend aus einem Mitunternehmeranteil bestehe und das Testament hauptsächlich Anordnungen zur Nachfolge in diesen Gesellschaftsanteil enthalte. Die Kosten für die Errichtung eines Testaments seien ausschließlich Aufwendungen für die Lebensführung. Auch die Notarkosten für die Beurkundung einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sollen nach Auffassung des FG Saarland nicht als Werbungskosten (oder Betriebsausgaben) abziehbar sein.

Grundsätzliche ertragsteuerliche Beurteilung (vorweggenommene Erbfolge)

Beratungskosten im Zusammenhang mit der vorweggenommenen Erbfolge sind nach h.M. (vgl. Schmidt, EStG, § 4, RZ. 520) grundsätzlich keine Betriebsausgaben und keine Werbungskosten. Selbst die Beratungs- und Beurkundungskosten einer Anteilsübertragung bei Personengesellschaften können grundsätzlich nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden (regelmäßig nicht betrieblich veranlasst, vgl. BFH v. 16.4.2015, IV R 44/12).

Kosten für die Dienstleistungen eines Wohlsorgeberaters

Mit Blick auf das Tätigkeitsfeld des Wohlsorgeberaters sind daher Kosten für folgende Leistungen keine Werbungskosten oder Betriebsausgaben:

  • Erarbeitung der Zielvorstellungen des Kunden mit Priorisierung, auch betr. Regelungen Innenverhältnis Vollmachten
  • Datenbeschaffung und Datenverarbeitung für statische und dynamische Liquiditätsplanung (Hinterbliebenenabsicherung) (m.E. nur zum Teil, siehe unten)
  • Erarbeitung einer Vermögensverteilungsliste für die vorstehende Liquiditätsplanung und für den Netzwerkpartner
  • Ermittlung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Erbfalls (statische Liquiditätsbetrachtung) und Abgleich mit den Zielvorstellungen des Kunden
  • Analyse der Hinterbliebenenvorsorge (dynamische Liquiditätsbetrachtung) für definierte Personen unter Berücksichtigung bereits vorhandener Liquidität (m.E. nur zum Teil, siehe unten)
  • Präsentation der gefundenen Ergebnisse und Entwicklung einer Strategie zur Zielerreichung (m.E. nur zum Teil, siehe unten)
  • Moderation, Kommunikation/Abstimmung im Netzwerk

Wie sieht es mit den Kosten einer dynamischen Liquiditätsplanung im Rahmen lebzeitiger Übergabemodelle oder einer dynamischen Liquiditätsplanung für die Fälle „Alter und Pflege“ aus ? Nach dem BMF-Schreiben v. 20.11.1997 sind an Versicherungsberater gezahlte Honorare und ähnliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus privaten Rentenversicherungen sowie aus der betrieblichen Altersversorgung stehen, grundsätzlich als Werbungskosten abzuziehen; es muss ausgeschlossen sein, dass sie der Vermögensbildung dienen. Stehen die Aufwendungen auch mit anderen Ansprüchen (z.B. Leistungen aus der Kranken- oder Pflegeversicherung) im Zusammenhang, dienen sie insoweit der Lebensführung und können nur anteilig abgezogen werden. Dagegen sind nach Auffassung des BFH (vgl. BFH v. 30.10.2001, VIII R 29/00) Makler- und Vermittlungsgebühren nicht als Werbungskosten abziehbar (gl. A. OFD Kiel v. 4.10.2000: Vermittlungskosten stellen auch keine Beratungskosten i.S.d. BMF-Schreibens v. 20.11.1997 dar).

6.9.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

WohlSorge trifft! …Frank Kadereit (EVIM-ALTENHILFE)

WohlSorge trifft…

Frank Kadereit, Geschäftsführer Altenhilfe GmbH,

EVIM (Evangelischer Verein für Innere Mission in Nassau)

Das Interview wurde am 01. September 2016

von Angelika Thiedemann geführt.

Wir freuen uns, dass heute unsere Interview-Reihe für den WohlSorge-Blog startet. In den nächsten Monaten werden wir Ihnen Interview-Partner vorstellen, die uns unterschiedliche Blickwinkel auf unsere Beratung eröffnen.

Wie viele Menschen werden bei EVIM gepflegt und wie viele Pflegekräfte sind für diese Aufgabe verantwortlich?

EVIM-Altenhilfe beschäftigt knapp 1.000 Menschen als Pflegekräfte.

In der Altenhilfe werden 1.200 Menschen in stationärer Pflege betreut, 100 Menschen in ambulanter, palliativer Versorgung und weitere 250 Menschen im Bereich Service-Wohnen.

„Ich möchte meinen Angehörigen nicht zur Last fallen“ ist ein häufiger Wunsch unserer Mandanten in der WohlSorge-Beratung. Wie erleben Sie diese Aussage im Umfeld Ihrer Pflegeheime?

Der Wunsch „nicht zur Last“ fallen, muss differenziert betrachtet werden. Die Bewohner unserer Einrichtungen sind im Lebensalter von 75-80 Jahren oder älter. Sie möchten Ihre Kinder nicht finanziell belasten mit den Kosten der Pflege. In den Pflegestufen II und III entstehen schnell Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro im Jahr als Eigenleistung.

Das Umfeld verändert sich und soziale Bezüge lassen nach. Es ist wichtig, dass soziale Kontakte aufrecht erhalten werden. Ein Anspruch, dass die Kinder oder Freunde sich häufiger melden könnten ist da und somit auch eine Erwartungshaltung. Ärzte, Therapeuten und Pfleger können nicht die gleiche soziale Tiefe wie die eigene Familie oder der Freundeskreis erreichen. Die neuen Kontakte sind nicht selbst gewählt und es ist eine Aufgabenstellung an die Einrichtung, freiwillige Kontakte zu ermöglichen.

Vor diese Aufgabe sehen sich auch Angehörige gestellt, die selber weit entfernt von den Eltern wohnen und hier auf professionelle Unterstützung angewiesen sind.

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ wählen viele Mandanten im Beratungsumfeld. Was bedeutet das für die Realität heute in den Pflege-Einrichtungen?

Die Zukunft der Pflege liegt wohl eher nicht in den Pflegeheimen. Es gibt andere, alternative Modelle, die es Menschen ermöglichen so lange wie möglich im eigenen Umfeld zu bleiben.

Das ist eine Abwägung von Interessen, wenn sich Menschen mit dem Thema „Leben und Wohnen im Alter“ beschäftigen und entscheiden, wofür sie ihre  finanziellen Mittel (Liquidität und Vermögen) einsetzen.

Es wird in Zukunft sicher mehr Angebote dazu geben. Das ist ein wichtiger Punkt, der zu entscheiden ist, wenn die eigene Immobilie zu Gunsten z.B. einer barrierefreien Einheit veräußert wird.

Das Bielefelder Modell ist ein spannender Ansatz.

Näheres können Sie in diesem Presseartikel entnehmen.

Bielefelder Modell-Pressemeldung

„Ich kann mir vorstellen, meinen Lebensabend in einer anderen Wohnumgebung zu verbringen“ folgt der Erkenntnis, dass ab einem bestimmten Pflegezustand die häusliche Pflege nicht mehr der richtige Weg ist. Wie viele der Menschen, die zu einem späten Zeitpunkt in Ihre Pflege-Einrichtungen kommen, können diesen Weg noch selbstbestimmt wählen?

Die Menschen heute in unseren Einrichtungen sind bei Einzug stärker pflegebedürftig als vor 15 Jahren. Sie sind in ihrer Alltagskompetenz viel eingeschränkter. Hinzu kommt das Gefühl der Ohnmacht…“Ich weißt nicht mehr und kann nichts mehr entscheiden“

Der Eigenanteil für die Pflegekosten steigt mit höherer Pflegebedürftigkeit. Einher damit geht häufig auch ein „Ringen um das Erbe“, das geht oft so weit, dass die Nachkommen die Einstufung in eine höhere Pflegestufe vermeiden wollen, um den Eigenanteil in Grenzen zu halten.

Die Mortalitätsquote in der Pflegestufe III ist hoch und die Verweildauer bis zum Tode in unseren Einrichtungen liegt deutlich unter einem Jahr, oftmals nur 6 Monate. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Menschen, die genau unter diesen Rahmenbedingungen erst sehr spät in ein Pflegeheim kommen.

Private Pflegeversicherungen, die auf diese Pflegestufe fokussieren und andere Stufen außer Acht lassen, machen aus meiner Sicht der Dinge keinen Sinn.

Die Planung dieser Lebensphasen erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen unter Einbeziehung der finanziellen Möglichkeiten.

 Wie sehen Sie die Situation der Pflege in Deutschland mit Blick auf die neue Einstufung nach Pflegegraden ab dem Jahr 2017?

Aktuell wird sich nichts ändern. Der Bestandsschutz sorgt dafür, dass Pflegebedürftige ohne finanzielle Nachteile in die Pflegegrade überführt werden.

Für die Pflegegrade 4 und 5 wird unter finanziellen Aspekten die Pflege in einer Einrichtung günstiger.

Die Grundausrichtung der neuen Regelung ist, dass für die Pflegegrade 1 und 2 das Leben in einem Pflegeheim in Zukunft deutlich teurer wird – d.h. es sind mehr Eigenleistungen erforderlich. Das erschwert den Einzug ins Heim und wird zur ambulanten Ausdehnung führen. Die Gestaltung für die häusliche Pflege ist zukünftig  so, dass häufiger Hilfestellungen abgerufen werden können.

Es sind jedoch nicht alle Kosten des Alltags über die reine Pflege abgedeckt, es kommen weitere Kosten z.B. für Wohnungsreinigung, Essenlieferung etc. hinzu.

Die ambulante Pflege ist in dem Dilemma, dass 25 % der Arbeitsstunde einer Pflegekraft derzeit reine Fahrtzeiten sind und natürlich viel zu wenig Kräfte vorhanden sind.

Dieses Problem ist nicht gelöst.

Wir beraten Menschen der Generation 55 plus. Ein Blick in die Zukunft – wie gestaltet sich die Pflege für unsere Zielgruppe in Deutschland aus Ihrer Sicht der Dinge in 20 Jahren?

Es geht um die gute Versorgung von Menschen in der Zukunft, wenn sie pflegebedürftig werden. Das ist eine Frage der Wohnumgebung. Das Leben in jungen Stadtteilen macht Spaß, die Versorgung wird in Stadtteilen mit mehr älteren Menschen besser sein.

Das angesprochene Bielefelder Modell funktioniert nur in Stadtteilen,in denen auch ein potentieller Hilfebedarf gegeben ist. Der Anteil der Älteren muss so sein, dass das Hilfesystem wirtschaftlich sinnvoll erbracht werden kann. Die Fußläufigkeit für die Pflegekräfte muss gegeben sein.

Leben und Wohnen im Alter wird eine starke Rolle spielen.

Es wird mehr Angebote geben in der persönlichen Umgebung der Menschen. Und damit verbunden steht die Entscheidung, wofür setze ich meine Mittel (Vermögen, Liquidität) ein. Barrierefreiheit und gutes Leben/Wohnen werden wichtige Planungsparameter.

Dazu gehören z.B. auch intelligente Schlafsysteme in Form von zwei Schlafzimmern, wenn einer der Ehepartner Hilfebedarf hat und der andere in der Nacht Kraft schöpfen muss. Die professionelle Hilfe muss per Knopfdruck funktionieren.

In der Summe wird es deutlich mehr Wohnungsangebote für ältere Menschen geben, die bedarfsgerecht ausgerichtet sind.

Diese Versorgungssicherheit kostet Geld und Menschen sollten selbstbestimmt leben können solange sie keine Selbst- und Fremdgefährdung auslösen.

 

Welche drei Dinge wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege in Deutschland?
  1. Eine angemessene Bezahlung der Menschen , die in der Pflege tätig sind. Viele Pflegekräfte, die in Teilzeit tätig sind, werden im Alter grundsicherungsbedürftig sein. Dies birgt ein hohes Armutsrisiko. Wer in dieser wichtigen Aufgabe tätig ist, sollte auch eine ordentliche Rente erwirtschaften können. Der Beruf muss an Attraktivität gewinnen. Alle Entwicklungen in Richtung Telemedizin, Telekontakt können optimiert werden, aber sie können die Tätigkeit von Menschen nicht ersetzen.
  2. Die Ausweitung von zentrumsnahen barrierefreien Wohneinheiten. Der Mensch ist ein soziales Wesen und will mitten im Leben/Geschehen sein. Sinnvoll wäre die Kooperation von Pflege-Dienstleistern und Wohnbau-Anbietern, um optimierte Quartiere zu schaffen in attraktiven Wohnlagen
  3. Dass die Mitarbeiter/innen der Pflege endlich die Anerkennung für die Arbeit bekommen, die sie verdienen. Das sollte sich u.a. darin ausdrücken, dass der gesetzliche Mindestlohn in der Pflege nicht mehr unter dem einer Tätigkeit einer Reinigungskraft liegt.
Unsere Beratung heißt WohlSorge. Wie klingt das für Sie?

Es klingt sehr warm…nach Menschlichkeit und es macht neugierig. Mir gefällt, dass es soziale Wärme ausstrahlt.

 

Vielen DANK an Frank Kadereit vom WohlSorge-Team!

 

Näheres zu unserer Interview-Reihe finden Sie unter:

WohlSorge trifft! Die Interview-Reihe

Finanz- und Liquiditätsplanung bei Anteilen an Kapitalgesellschaften

Die Erbschaftsteuerreform steht vor der Tür. Die bisherigen Behaltensregelungen und -fristen für Produktivvermögen bleiben wohl grundsätzlich bestehen. Die Entnahmebegrenzung, wonach ein Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft nicht mehr entnehmen darf als die Summe seiner Einlagen und der ihm zuzurechnenden Gewinne oder Gewinnanteile zzgl. 150.000 € (vgl. § 13a Abs. 5 Nr. 3 S. 1 u. 2 ErbStG) ist in Beraterkreisen bekannt und muss im Rahmen des Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer-Controllings berücksichtigt werden. Die Prüfung erfolgt zwar erst am Ende des letzten in die Fünf- bzw. Siebenjahresfrist fallenden Wirtschaftsjahres, jedoch sind bereits nach dem Zeitpunkt der Steuerentstehung regelmäßige Prüfungen sinnvoll, um ggf. mit Einlagen (vgl. R E 13a.8 Abs. 4 ErbStR 2011) einen Verstoß zu verhindern.

Entnahmegrenzen bei Ausschüttung beachten

Bei Ausschüttungen an Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft sind die Regelungen zur Entnahmebegrenzung bei Personenunternehmen sinngemäß anzuwenden (vgl. § 13a Abs. 5 S. 1 Nr. 3 S. 3 ErbStG). Ohne Verstoß können daher in der Behaltenszeit erzielte Gewinne, ggf. erhöht um verdeckte Gewinnausschüttungen, und getätigte offene und verdeckte Einlagen zzgl. 150.000 € (verdeckt oder offen) ausgeschüttet werden.

Sofern Gewinnvorträge ausgeschüttet oder Rücklagen aufgelöst werden, die dem Zeitraum vor dem Zeitpunkt der Steuerentstehung zuzurechnen sind, ist besondere Vorsicht geboten. Übersteigen diese Ausschüttungen die im Fünf- bzw. Siebenjahreszeitraum nach dem Zeitpunkt der Steuerentstehung erzielten Gewinne und Einlagen zzgl. 150.000 €, handelt es sich insoweit um einen Verstoß gegen die Behaltensregelungen. In Höhe des Betrags der „Überentnahme“ (= nicht begünstigtes Vermögen) entfallen die Privilegierungen für Produktivvermögen.

Vorausschauende Liquiditätsplanung erforderlich

Letztendlich geht es um eine vorausschauende Finanzplanung auf betrieblicher Ebene und eine dynamische (Planung auf der Basis von Stromgrößen = liquiditätswirksame Einnahmen und liquiditätswirksame Ausgaben) und statische (Planung auf der Basis von Bestandsgrößen = Vermögen) Liquiditätsplanung auf privater Ebene. Unsere Software F.I.N.E.S.S umfasst sowohl die statische als auch die dynamische Liquiditätsplanung.

29.8.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Übertragung von Grundvermögen unter Nießbrauchsvorbehalt

Lebzeitigte Übertragung unter Nießbrauchsvorbehalt

Des Deutschen zweitliebstes Kind (nach dem Auto) ist der Nießbrauch. Um Schenkungsteuer zu vermeiden bzw. zu verringern, wird eine Übertragung insbesondere von Grundvermögen unter Nießbrauchsvorbehalt häufig empfohlen und umgesetzt, da der Kapitalwert des Nießbrauchs vom Steuerwert der Leistung grundsätzlich abgezogen werden kann. Handelt es sich um die Zuwendung eines zu Wohnzwecken vermieteten Grundstücks, kann der Nießbrauch grundsätzlich nur zu 90 % abgezogen werden (vgl. § 10 Abs. 6 ErbStG).

Bei diesen Übertragungen muss aber auch auf § 14 Abs. 2 BewG geachtet werden, da es z.B. durch frühzeitigen Tod des Nießbrauchers zu einer Korrektur des Kapitalwerts und damit zu einer Berichtigung der ursprünglichen Steuerfestsetzung kommen kann. Die Berichtigung erfolgt gem. § 14 Abs. 2 S. 3 BewG von Amts wegen, wenn eine Last weggefallen ist. Die Literatur und auch die Finanzverwaltung gehen davon aus, dass das Alter des Nießbrauchers im Zeitpunkt der Begründung des Nießbrauchs maßgeblich ist. Ist der Nießbraucher z.B. 60 Jahre alt, müsste der Nießbrauch mehr als 8 Jahre bestanden haben, um eine Korrektur nach § 14 Abs. 2 BewG zu vermeiden.

Vermeidung der Nachsteuer

Die Nachsteuer kann verhindert werden, wenn der Nießbrauch an dem Grundstück bereits bei der Grundbesitzbewertung im Rahmen der Öffnungsklausel des § 198 BewG berücksichtigt wurde. Dazu ist regelmäßig ein Gutachten des örtlich zuständigen Gutachterausschusses oder eines Sachverständigen für die Bewertung von Grundstücken (vgl. gleichlautende Ländererlasse v. 19.2.2014; beachte aber andere Auffassung BFH v. 11.9.2013, II R 61/11: Sachverständiger muss öffentlich bestellt und vereidigt sein) erforderlich.

Umfassende Planung – die Grundlage für die Entscheidung

So weit, so gut. Aber besteht aus rein erbschaftsteuerlicher Sicht überhaupt ein Erfordernis für eine solche lebzeitige Übertragung bzw. wurde eine statische Liquiditätsplanung zuvor durchgeführt ? Ist dieses Übergabemodell im Hinblick auf eine dynamische Liquiditätsplanung überhaupt sinnvoll ? Ist sich der Übergeber bei dieser Dreiecksbeziehung (Übergeber, Übernehmer, Mieter) der Auswirkungen im zunehmenden Alter bewusst ? Passt dieses Übergabemodell zu den Zielen und Wünschen von Übergeber und Übernehmer sowie zur familiären Situation („schwarzes Schaf“ in der Familie) ? Hier beginnen WohlSorge und Estate Planning.

Mit der Beratungssoftware F.I.N.E.S.S können Sie Ihrem Kunden/Mandanten die wirtschaftlichen Auswirkungen von lebzeitigen Übertragungen aufzeigen. Ihr Kunde/Mandant erhält somit von Ihnen die Informationen, die für eine sachgerechte Entscheidungsfindung erforderlich sind.

25.8.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille