Nießbrauch in der Vermögensnachfolge

Nießbrauch: die „Eierlegende Wollmilchsau“ in der Vermögensnachfolge?

Oder: Warum ich ein bekennender Nießbrauchsgegner bin!

Ein Blick in die Vergangenheit:

Der Nießbrauch ist ein uraltes Gestaltungsinstrument. Der Begriff Nießbrauch (Lehnübersetzung des lateinischen ūsus frūctus – Früchtegenuss) taucht erstmals im Jahr 1496 im Berner Ratsmanual auf.

Das Grundmotiv des Nießbrauchs ist von jeher die Versorgung des Berechtigten. Dies hatte in einer Zeit ohne ein vernünftiges und funktionierendes Altersvorsorgesystem sicherlich auch seine Berechtigung. Hinzu kommt, dass das Nießbrauchsrecht in den meisten Fällen zeitlich über einen überschaubaren zeitlichen Rahmen Bestand hatte (geringere Lebenserwartungen als heute).

Wie sieht es heute aus:

Die Übertragung gegen Nießbrauch ist auch heute noch ein beliebtes Gestaltungsinstrument im Rahmen der Vermögensnachfolge. Dabei steht heute in vielen Fällen das Versorgungsmotiv nicht mehr im Vordergrund. Häufig geht es um steuerliche Aspekte und den Zurückbehaltungsanspruch. Dr. Sebastian Spiegelberger (ehem. Notar in Rosenheim) hat das Motiv seiner Kunden anhand einer Mandantenaussage treffend wie folgt beschrieben.

„Herr Doktor es muas was geschehgn aber es derf nix passiern“
(„Es muss was geschehen, aber es darf nichts passieren“)

Aspekte der Nießbrauchgestaltung:

Bei der Übertragung gegen Nießbrauch sind folgende Aspekte zu berücksichtigen und in die Überlegungen mit einzubeziehen.

  • Menschlich–emotionale Aspekte der Beteiligten
  • wirtschaftliche und finanzielle Aspekte
  • rechtliche Aspekte
  • steuerliche Aspekte

Fallbeispiel:

Am nachfolgenden Beispiel (realer Fall aus der Beratungspraxis) möchte ich die oben aufgeführten Aspekte näher durchleuchten:

Max Blaubart (65 Jahre), verheiratet im gesetzlichen Güterstand mit Maria Blaubart (61 Jahre), zwei erwachsene Kinder, Eva (31 Jahre) und Martin (34 Jahre).

Max Blaubart ist Eigentümer eines Mehrfamilienhauses (12 Wohneinheiten) in Freising. Das Objekt hat Max Blaubart im Jahr 2002 aus dem Erbe seines Vaters erhalten. Die Nettomieteinnahmen belaufen sich auf T€ 120 p.a.  Der Verkehrswert des Objektes beläuft sich nach Markteinschätzungen auf 2,7 Mio. €. Die Verwaltung des Objektes tätigt Herrn Max Blaubart selbst.

Max Blaubart überlegt sich aus erbschaftsteuerlichen Gründen das Mehrfamilienhaus bereits zu Lebzeiten an seine beiden Kinder, Eva und Martin zu übertragen. Da er auch weiterhin das Sagen in Bezug auf die Immobilie haben möchte, soll die Übertragung gegen Einräumung eines Vorbehaltsnießbrauchs erfolgen. Ferner möchte er auch nicht vollständig auf die Mieteinnahmen verzichten.
  1. Menschlich-emotionale Aspekte:

    1. Wie sieht das Verhältnis der Kinder untereinander aus?
    2. Wie stehen die Kinder zu dem geplanten Übertragungsobjekt (würden sie es bei freier Entscheidung behalten oder Verkaufen)?
    3. Sind die Kinder bereit und in der Lage, das Objekt selbst zu bewirtschaften?
    4. Wie steht Maria Blaubart zu dem Objekt und zu dem Vorhaben?
    5. Wer kümmert sich um das Objekt, wenn Max Blaubart aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage ist=
    6. Ist das Objekt heute schon eine Belastung für die Eheleute Max und Maria Blaubart?
    7. Möchte Herr Blaubart, so lange er lebt, die Möglichkeit haben, das Objekt zu veräußern?
    8. Ist man sich bewusst, dass es nicht unrealistisch ist, dass die Kinder erst wenn sie selbst schon das 60. Lebensjahr erreicht haben, über die Immobilie verfügen können?
  2. Wirtschaftliche und finanzielle Aspekte

    1. in welchem Zustand befindet sich das Objekt (anstehende Renovierungs- Modernisierungsarbeiten, Renovierungsstau, usw.)?
    2. Sind noch Finanzierungen vorhanden?
    3. Ist in absehbarer Zeit ein Finanzierungsbedarf vorhanden?
    4. Wie ist die Zukunftsprognose für das Objekt?
    5. Wie hoch ist die Steuerbelastung aus der geplanten Übertragung und können bzw. wollen die Kinder die anfallende Steuer bezahlen?
    6. In welchem Umfang ist die Altersversorgung der Eheleute Max und Maria Blaubart von den Mieteinnahmen abhängig
    7. Ist die Versorgung von Maria nach Übertragung gegen Nießbrauch auch beim Erstversterben von Max gesichert?

      .
  3. Rechtliche Aspekte

    1. Wie wird die Lastenverteilung geregelt?
    2. In welchem Umfang soll die Übertragung gegen Nießbrauch auf spätere erbrechtliche Ansprüche angerechnet werden?
    3. Wie wird sichergestellt, dass es im Falle der Handlungsunfähigkeit eines der Beteiligten zu keinen „Störungen“ kommt? Erforderlich ist die Abstimmung mit den vorhandenen bzw. noch zu erstellenden Vollmachtregelungen der Beteiligten und Berücksichtigung im Innenverhältnis.
    4. Wie wird die Versorgung von Maria Blaubart, die nicht Eigentümerin des Grundstücks ist, sichergestellt?

  4. steuerliche Aspekte

    1. Wie hoch ist der Steuerwert des Mehrfamilienhauses?
    2. Wich hoch ist der Steuerwert des Nießbrauchsrechts?
    3. Welche Erbschaftsteuerliche Belastung ergibt sich hieraus?
    4. Steuerliche Auswirkungen der Übertragung?
      1. Auf den Übergeber
      2. Auf die Übernehmer
      3. Entsteht eine Steuer, wenn der Nießbrauch auf den Ehegatten erweitert wird?
        ..
        Anmerkung:
        Bei dem dargestellten Fall und dem Mehrfamilienhaus handelt es sich um einen realen Fall. Nachfolgend die steuerlichen Ergebnisse:
        ….
        Steuerwert der Immobilien:
        Der Steuerwert des Objektes (Ertragswertverfahren §§ 184 – 189 BewG) beträgt:
        vor Privilegierung:    € 1.696.344nach Privilegierung:  € 1.526.709Wir erinnern uns, der Verkehrswert beträgt 2,7 Mio. Derart hohe Abweichungen Verkehrswert zu Steuerwert sind aktuell aufgrund der hohen Immobilienpreise im Ballungsgebieten nicht die Ausnahme sondern vielmehr die Regel


        Steuerwert des Nießbrauchsrechts – Schenkungsteuer:
        Der Steuerwert des Nießbrauchsrechts beträgt € 1.043.704 (939.337 sind aufgrund der Privilegierung steuerlich abzugsfähig). Aufgrund der Beschränkung des Jahreswertes und dem Zinssatz von 5,5% der für die Abzinsung angewandt wird, ist der Steuerwert unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten deutlich zu gering.

        Die Steuerbelastung je Kind beträgt unter der Voraussetzung, dass die Freibeträge nicht ausgenutzt sind, € 5.071- (zusammen somit € 10.142,-)

        Vermeintlicher steuerlicher Vorteil:
        Eine Übertragung ohne Gegenleistung, z.B. im Rahmen eines Erbfalls an die beiden Kinder, würde eine Erbschaftsteuerbelastung von je € 54.503 (€ 109.006) nach sich ziehen. Rechnerisch gesehen ergibt sich hieraus ein Steuervorteil von € 98.864. Eine stolze Steuerersparnis. Zu berücksichtigen sind die Kosten für die Übertragung (Notar und Grundbuch) in unserem Fall liegen die Kosten bei ca. 14.000 €.Aber womit erkaufe ich mir diesen Steuervorteil von bereinigt ca. 85.000 €, was ist also die Kehrseite der Medaille?

  5. Die Kontras des Nießbrauchs:

    1. Max Blaubart kann nicht mehr frei über das Mehrfamilienhaus verfügen. Eigentümer sind seine beiden Kinder zu gleichen Teilen. Also ist ein Verkauf durch Max, wenn z.B. die Einnahmen nicht ausreichen sollten, nicht mehr möglich.
    2. Die gesetzliche Lastenverteilung führt bei den Kindern in Bezug auf anstehende außergewöhnliche Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten zu einem Werbungskostenleerlauf.
    3. Bei Nettonießbrauch, d.h. der Nießbraucher übernimmt auch die außergewöhnlichen Erhaltungsaufwendungen, können diese bei Durchführung eine aufschiebend bedingte Zuwendung (Schenkung) darstellen. Dies könnte eine weitere Steuerbelastung nach sich ziehen.
    4. Eine Fremdfinanzierung von Modernisierungsmaßnahmen ist nur möglich, wenn seitens des Nießbrauchsberechtigten ein Rangrücktritt erfolgt.
    5. Generell wird unter Berücksichtigung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie die Finanzierung von Objekten mit Nießbrauchsvorbehalt sowohl für den Nießbrauchsberechtigten wie auch für den Eigentümer problematisch sein.
    6. Die Beteiligten werden im Regelfall über Jahrzehnte förmlich aneinander gekettet. Gemäß den aktuellen Sterbetafeln beträgt die „Restlebenserwartung“ eines 65-jährigen Mannes 18, die einer 61-jährigen Frau fast 25 Jahre.
    7. Die Eigentümer lernen nicht frühzeitig, Verantwortung für den übertragenen Grundbesitz zu übernehmen.
    8. Betrachtet man sich Objekte, die in der Vergangenheit gegen Nießbrauch übertragen wurden, stellt man häufig einen erheblichen Renovierungsstau fest. Die Gründe hierfür:
      1. Der Eigentümer hat kein Interesse, da er keine Einnahmen hat und die Aufwendungen steuerlich nicht absetzen kann.
      2. Dem Nießbraucher reichen die Erträge so, wie sie sind, bzw. er ist nicht bereit und gewillt zu investieren.
    9. Ist die Altersversorgung des Übergebers auch ohne Nießbrauch sichergestellt, wird mit den Mieteneinnahmen zusätzliches Vermögen aufgebaut, was im Ergebnis im Erbfall die vermeintliche Erbschaftsteuerersparnis konterkariert.
    10. Wird der Nießbraucher handlungsunfähig und sind keine oder ungenügende Vertretungsregelungen vorhanden, kann dies zu unerwünschten Konsequenzen (Wahrnehmung der Rechte durch einen Betreuer, usw.) führen. Gleiches gilt für eine später eintretende Sozialhilfebedürftigkeit des Nießbrauchers (Überleitung von Rechten).
    11. Wird im Rahmen der Übertragung gegen Vorbehaltsnießbrauch keine eindeutige Wertfeststellung und Anrechnungsbestimmung getroffen und diese mit den erbrechtlichen Regelungen abgestimmt, kann dies im Erbfall erhebliche Probleme nach sich ziehen.

Wie soll also mit dem Wunsch nach einer Übertragung gegen Nießbrauch umgegangen werden?

Die Übertragung gegen Vorbehaltsnießbrauch bedarf einer intensiven Beschäftigung mit den o.g. Aspekten (Anamnese).

Die menschlichen und emotionalen Aspekte sollten auch mit den Beschenkten erläutert werden.

Die finanziellen und wirtschaftlichen Aspekte sind in einer objektspezifischen Betrachtung in Bezug auf das Übertragungsobjekt zu beurteilen.

Im Rahmen einer Finanz- und Vermögensnachfolgeplanung ist der Versorgungsstatus in den jeweiligen Lebensphasen und für die Hinterbliebenenversorgung zu ermitteln (Diagnose).

Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse und Informationen können die darauf aufbauenden Entscheidungen getroffen werden (Therapie).

Alternative Gestaltungsmöglichkeiten:

Neben der Übertragung gegen Vorbehaltsnießbrauch sollten auch andere Gestaltungsalternativen geprüft werden. Dies könnten z.B. sein:

  • Übertragung gegen Rentenzahlung
  • Übertragung gegen Abstandszahlung
  • Gründung und Einbringung in eine Familiengesellschaft und anschließende Anteilsübertragung
  • Verkauf der Immobilie und Teilübertragung des Verkaufserlöses (ggf. erst übertragen und dann gemeinschaftlich verkaufen)
  • Nichts tun – und alles beim Altern belassen.

Wurde wie oben beschrieben vorgegangen, hat der Klient auch den erforderlichen Kenntnisstand, um eine Entscheidung in Bezug auf die vorgeschlagenen alternativen Gestaltungsmöglichkeiten treffen zu können.

Zusammenfassung:

Leider ist es bedauerlicher Weise der Regelfall, das Klienten von ihren Beratern zu Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern verwiesen werden bevor die Rahmenbedingungen erarbeitet und die Möglichkeiten der finanziellen und wirtschaftlichen Vorsorge geregelt und ausgeschöpft sind.

In den meisten Fällen, in denen ich im Rahmen der Vermögensnachfolgeplanung mit bereits vollzogenen Übertragungen gegen Nießbrauch konfrontiert wurde, musste ich feststellen, dass die Nießbraucher (als früherer Eigentümer und Schenker) sich der Tragweite der Übertragung nicht bewusst waren. Überwiegend lag ein steuerliches Motiv für die Übertragung vor. Nicht selten bekomme ich zu hören:  „wenn ich das gewusst hätte, hätte ich keinesfalls übertragen“.

In den Fällen, in denen ich aktiv in die Vermögensnachfolgeplanung eingebunden bin und auf der Grundlage der Beratung Vorschläge für Gestaltungen ausarbeite, erfahre ich höchste Dankbarkeit für die Darstellung von Handlungsalternativen und der Gegenüberstellung dieser.

Entscheidungsrelevant sind überwiegend die menschlichen, emotionalen und finanziellen Aspekte.

Es gilt auch hier unser Leitsatz:

Die finanzielle Vorsorge ist die Grundlage der rechtlichen und steuerlichen Gestaltungen. Nur über das, was vorhanden ist, können auch Regelungen erstellt werden.

Nutzen Sie die Möglichkeiten und Chancen, die in einer an den Vorstellungen des Kunden orientierten, finanziell und rechtlich abgestimmten Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall liegen. Ihr Kunden werden es Ihnen danken und der finanzielle Erfolg ist Ihnen sicher.

Um Beratungen auf dem dargestellten Niveau effizient durchführen zu können, sind neben dem erforderlichen Fachwissen auch die dafür richtige Methodik und professionelle Beratungsinstrumente erforderlich. Das GeNe Estate Planner Studium und das Beratungssystem F.I.N.E.S.S. beinhaltet alles, was Sie für eine erfolgreiche Beratung benötigen.

Haben Sie Interesse an einem Workshop:

Vermögensnachfolge effizient, kundenorientiert und ertragreich gestalten?

Dann schenken Sie mir ein paar Minuten Ihrer Zeit und nehmen an der Umfrage teil.

Herzlichen Dank

Ihr Heinz Angermair

 

WohlSorge trifft…Matthias Helfrich

Matthias Helfrich, MGH                                 Beratungs- und Beteiligungs-GmbH

51 Jahre alt und seit 15 Jahren als Unternehmer tätig

Verheiratet in 2. Ehe, 1 Sohn – 19 Jahre alt

Lebensmittelpunkt Berlin, weitere Standorte in Wiesbaden und München

(Das Interview mit Herrn Helfrich wurde am 04. April 2017 in Wiesbaden zu den Aspekten von Vertretungsregelungen geführt.)

 

  1. Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie ans Älterwerden denken?

Lebensfreude, Mobilität, Kontakt zu jungen Menschen erhalten

In einer Umgebung wohnen, in der ich mich rund herum wohl fühle

 

  1. Unternehmertum bedeutet Selbstbestimmung und die Kontrolle/Macht haben. Welche drei Dinge fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie heute einen Kontrollverlust hätten – also fremdbestimmt wären?

Ganz ehrlich: Ich will mir das gar nicht vorstellen!

Wenn dann doch: ganz wichtig wären für mich Vertrauenspersonen (Privat wie geschäftlich) in meiner Umgebung und der Umstand, dass diese Personen in meinem Sinne tätig werden können.

In meinem Sinne bedeutet in diesem Zusammenhang, dass diese Vertrauenspersonen die entsprechenden Einstiegsinformationen erhalten und Vorgaben von mir zu den Handlungsfeldern im privaten und unternehmerischen Bereich wie z.B.:

  • Risikoklasse bei Anlagen in Wertpapieren
  • Eine Reihenfolge hinsichtlich des Vermögensverzehrs meiner unterschiedlichen Investitionen in Wertpapieren, Immobilien, Beteiligungen etc.
  • Die Definition einer optimalen Versorgung für meine Ehefrau und mich für alle Lebensphasen
  1. Sie beschäftigen sich intensiv mit unterschiedlichsten Bereichen der Finanzwelt und unterschiedlichen Asset-Klassen der Anlage. Wie empfinden Sie die folgende Aussage „Um den von mir gewünschten Standard in allen Lebensphasen zu sichern, nehme ich einen Kapitalverzehr in Kauf.“?

Wird von mir zu 100% unterschrieben.

Das Delta meines Lebenseinkommens und meiner Lebensausgaben kann am Ende Null sein, wenn hierbei die bestmögliche Ausbildung für meinen Sohn und ggf. seine Start-up Finanzierung eingeschlossen ist.

  

  1. Für die überwiegende Zahl unserer Mandanten trifft folgender Wunsch zu: „Ich möchte, dass eine von mir bestimmte Person in meinem Sinne handeln kann, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage bin“ Welche Herausforderungen im finanziell-wirtschaftlichen Bereich sehen Sie in diesem Zusammenhang für Ihre persönliche Situation?

 

Der Wunsch trifft auch bei mir zu, wobei es in meinem Fall einen Unterschied machen würde, zu welchem Zeitpunkt diese Situation einträfe.

In einem höheren Alter könnte dies eine Person/Institution auch außerhalb des Familienkreises sein, zu der eine Vertrauensbeziehung in den Jahren davor aufgebaut wurde.

Wäre dies aber bereits in naher oder mittlerer Zukunft der Fall könnte letztendlich nur mein Sohn in Verbindung mit meinen Beratern mein Geschäftsmodell der Beteiligungsfinanzierung weiter betreiben oder ggf. auch kontrolliert auslaufen lassen.

 

  1. Das Leben und Wohnen im Alter ist ein bedeutsames Thema mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland. Welches Bild haben Sie vom Leben und Wohnen im Alter? So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben oder ist eine andere Wohnumgebung denkbar?

 

Wenn ich darauf schon einmal eine Antwort hätte! Tatsächlich ist mir aber bei der jetzigen Wohnentscheidung wichtig gewesen, die Voraussetzungen für späteres Leben im Alter schon abgebildet zu haben (Barrierefreiheit, Nähe zu Ärzten/Krankenhäusern, etc.).

Auf der anderen Seite habe ich auch heute noch überhaupt kein Problem mit Gemeinschaftsunterkünften wie Berghütten oder Jugendherbergen – von daher könnte ich mir auch ein Zimmer in einem Altersheim vorstellen.

Die letztendliche Lebensform wird wohl davon abhängen, ob man das als Ehepaar oder alleine entscheidet.

 

  1. Was wünschen Sie sich von einem Berater, der Sie in diesen Fragen begleitet und berät?

 

Ganz klar: einen Berater, der präventiv tätig ist. Und einen Berater, der das Ganze im Blick hat, also z.B. auch mich darauf hinweist, in welcher Form mein „digitaler“ Nachlass zu regeln ist.

Erschreckendes Beispiel hier ist in Freund, der vor vielen Jahren Selbstmord begangen hat und immer noch in einem beruflichen Online-Netzwerk „lebt“

 

  1. Unsere Beratung heißt WohlSorge©. Wie klingt das für Sie?

 

Das klingt sehr persönlich und vertraut.

Ich interpretiere hier „ich/wir sorge(n) für ihr Wohl“. Dieser Ansatz in Verbindung mit einer für Kunden notwendigen Bewusstseins-Schärfung dürfte in der heutigen immer komplexeren Welt zielführend sein.

Das WohlSorge©-Team sagt herzlichen DANK . Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie WohlSorge© für alle kommenden Lebenphasen.

(Das Interview wurde von Angelika Thiedemann geführt.)

Assetklasse Immobilien und Estate Planning

Assetklasse Immobilien und Estate Planning

Gerade war ich am Briefkasten und habe das freundliche Angebot eines Maklers herausgefischt mit dem Hinweis:

Lassen Sie die Käufer nicht länger warten!

Der Anbieter ist gerne für mich da, wenn ich die Immobilie verkaufen, vermieten oder einwerten lassen möchte. Vielleicht bin ich ja sogar auf der Suche nach einem neuen Zuhause…

Das sind die Momente, in denen ich mich frage, warum die Assetklasse Immobilien in der Beratung bei Finanzdienstleistern häufig so eine untergeordnete Rolle spielt.

Wenn man betrachtet, aus welchen Vermögensformen sich das Erbschaftsvolumen zusammensetzt, spielt die Assetklasse Immobilien für die Anleger eine gewichtige Rolle.

Geldvermögen und Immobilienvermögen liegen in den Betrachtungsjahren 2005-2015 gleichauf.

Unter wirtschaftlichen Aspekten sind Immobilien – natürlich unter Berücksichtigung des Faktors Lage Lage Lage – Bestandteil des Gesamtvermögens und haben unabhängig von der Nutzen Einfluß auf die Liquiditätsbetrachtungen für einen Kunden.

Die eigengenutzte Immobilie dient in der Darlehensphase der Vermögensbildung, ohne Belastungen gibt sie Freiraum in der Liquidität.

Bei Fremdvermietung kommen neben steuerlichen Aspekten ebenfalls vermögensbildende und liquiditätswirksame Elemente zum Tragen, die für die Planungen bedeutende Parameter sind.

Eine valide Betrachtung der Lebensphasenliquidität von Kunden (Status Quo, Rente, Pflege, Hinterbliebenenversorgung)  ist ohne die Einbeziehung des Immobilienvermögens nicht möglich.

Eine Gesamtvermögensstrategie, die sich nur auf das Geldvermögen bezieht, ist unzureichend.

In Phasen der Fremdbestimmung eines Menschen (Handlungsunfähigkeit) müssen klare Leitplanken für den Umgang mit dem Gesamtvermögen geschaffen werden. Der Einsatz von Liquidität und die Planung eines ggf. gezielten Vermögensverzehrs sind unverzichtbare Bestandteile der Estate Planning Beratung.

Nomen est Omen- ist die Immobilie immobil?

Menschen, die sich auf die kommenden Lebensphasen vorbereiten, stellen dabei auch die aktuelle Wohnsituation kritisch in Frage.

Ist das Haus für alle Lebensphasen geeignet? Will man stadtnäher, barrierefrei, in einer Gemeinschaft wohnen,…?

Viele Immobilien werden im Erbfall veräußert, weil die Erben nicht vor Ort leben, andere Vorstellungen haben, sich nicht damit belasten möchten, die notwenige Erbschaftsliquidität nicht vorhanden ist,…!

Dies sind nur einige wenige Aspekte, warum es sich lohnt die Immobile als Assetklasse intensiv in den Blick zu nehmen.

Vertriebssignale werden z.B.übersehen, wenn Darlehen einfach nur neu festgeschrieben werden und kein Gespräch über die Zukunftsplanung und die kommenden Lebensphasen erfolgt…

Wir geben Ihnen die Gelegenheit dazu, nehmen Sie Kontakt zu uns auf oder besuchen Sie unseren Workshop:

Wie Estate Planning zum Ertragsbringer wird!

http://wohlsorge.de/wie-estate-plann…ragsbringer-wird ‎

Herzliche Grüße

Angelika Thiedemann

 

 

WohlSorge trifft…Dr. Stefan Neuhaus

WohlSorge trifft …

Dr. Stefan Neuhaus                                                    

Geschäftsführer CareView Technologies GmbH                  (www.careview.de)

Ambient Assisted Living (AAL) befasst sich mit der demografisch bedingten alternden Gesellschaft und entwickelt Lösungsansätze für intelligente Assistenzsysteme, die älteren Menschen den Alltag erleichtern und deren Lebensqualität verbessern sollen. Es handelt sich dabei um altersgerechte Assistenzsysteme der Mikrosystemtechnik und Informationstechnik in Kombination mit Dienstleistungsangeboten.                                                

(Quelle: IT-Wissen, Online-Lexikon)

Herr Dr. Neuhaus gewährt uns einen Einblick in die Welt des AAL und den besonderen Ansatz seines Unternehmens CareView Technologies GmbH:

Eigenständig Selbstbestimmt Leben sind die ersten Worte, die man auf Ihrer Internetseite findet. Was bedeutet das für Sie persönlich?

Es bedeutet für mich, dass der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht. Jeder möchte eigenständig und selbstbestimmt Leben. In vielen Lebenssituationen ist das kein Problem, aber es gibt auch Situationen, da benötigen sie Unterstützung, um ihre Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit zu erhalten. Jeder soll so Leben können, wie er es möchte.

 

Was kann CareView leisten, damit Menschen sich den Wunsch:

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ erfüllen können?

CareView verbindet die Menschen im eigenen sozialen Umfeld und stellt intelligente Technologien zur Verfügung.

Durch eine soziale und technische Umfeldgestaltung schaffen wir die erforderlichen Rahmenbedingungen für ein langen Verbleib im eigenen Zuhause. Je nach der individuellen Lebenssituation sehen unsere Lösungen sehr unterschiedlich aus.

Steht die medizinische und pflegerische Versorgung im Mittelpunkt kommen moderne Hausnotrufsysteme zum Einsatz, die eigenständig eine Notsituation erkennen und weitermelden. Auf diese Art und Weise können auch schwierige und intensive Pflege- und Betreuungssituationen im eigenen Zuhause abgebildet werden.

Viele Personen brauchen diese Systeme aber noch nicht, hier steht zum Beispiel die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Vordergrund. Durch eine Vernetzung sozialer Akteure in der eigenen Nachbarschaft werden attraktive und niedrigschwellige Angebote für die Tagesgestaltung unterbreitet. Die Menschen sollen raus aus ihren Wohnungen.Unsere Plattformen übernehmen dabei die leichte Kommunikation und Koordination.

Die dritte Säule in unserem Konzept ist die Vernetzung von Dienstleistern, damit sie alle notwendigen Leistungen, die sie nicht mehr eigenständig erledigen können, in ihrer Nachbarschaft verfügbar haben.

 

Welche Rolle spielt das Thema Ethik und menschliche Würde in diesem Zusammenhang? Haben die Menschen manchmal Bedenken und Befürchtungen, dass Sie in George Orwells „1984“ landen?

Die Ethik spielt eine sehr wichtige Rolle, da ja der Mensch im Mittelpunkt steht. Insbesondere beim Einsatz der Technik ist immer die Frage der Notwendigkeit zu stellen. Gerade wenn schwierige Pflege- und Betreuungssituationen vorliegen, kann es durch den Einsatz von Technik zu Eingriffen in die Privatsphäre kommen. Da muss der rechtfertigende Nutzen hinreichend groß sein. Keiner möchte eine Videokamera über dem Bett, aber viele, die ein Pflegeheim vermeiden möchten, würden es z.B. in einer Palliativsituation trotzdem bevorzugen. Es geht insgesamt um den richtigen Einsatz der Technik. Wir haben einen CareView-Kodex, der unseren Kunden Leitlinien im Umgang mit AAL-Technik empfiehlt.

 

Viele unserer Mandanten sagen:„Ich möchte meinen Angehörigen nicht zur Last fallen“. Wie wirkt sich die Ausstattung mit CareView auf die familiären Beziehungen aus? Und was bedeutet das unter finanziellen Gesichtspunkten?

CareView entlastet pflegende und betreuende Angehörige.

Mit unserer Technik können sie zum Beispiel den Hausnotruf nur innerhalb der Familie organisieren. Wer Angehörige intensiv pflegt, braucht Freiräume und ist dankbar, wenn ein Teil der Verantwortung auf Technik und auf mehrere Schultern eines Netzwerkes verteilt werden kann. Heutzutage leben die eigenen Kinder auch nicht immer in der Nachbarschaft.

Hier ermöglichen wir, die Angehörigen aus der Ferne mehr im Blick zu haben. Die Ausstattung wird meist gemietet und nicht gekauft. Deshalb sind oft keine hohen Investitionen erforderlich.

Die finanzielle Belastung startet bei den üblichen Kosten für einen einfachen Hausnotruf und steigt, je nachdem welche Technik im Einzelfall tatsächlich erforderlich ist. Diese Kosten sind dann ggf. mit einem stationären Pflegeheimplatz zu vergleichen.

 

Was sind die Grenzen von CareView? Wann ist eine andere Wohnumgebung also eine Pflege-Einrichtung vor dem Hintergrund der Selbstbestimmung die bessere Wahl? Und was bedeutet dies wiederum unter finanziellen Gesichtspunkten für die Kosten in der Lebensphase Pflege?

Für eine Pflege im eigenen Zuhause müssen die Voraussetzungen natürlich stimmen. Sobald sie eine jederzeit verfügbare, medizinsiche Begleitung benötigen, kann das Zuhause nicht mehr erfolgen. Aber CareView kann eben die Zeit im eigenen Zuhause verlängern, wenn der Betroffene es möchte. Die meisten bleiben eben gerne Zuhause, andere gehen lieber frühzeitig in ein Pflegeheim. Auch das sollte eine selbstbestimmte Entscheidung sein.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege in Deutschland?

Ich wünsche mir, dass Deutschland offener und flexibler für neue Pflegekonzepte wird. Hier denke ich insbesondere an die Finanzierung von sinnvollen Pflegekonzepten. Selbstbestimmtheit sollte nicht am Geldbeutel scheitern oder daran, dass Innovationen aufgrund langwieriger Entscheidungsprozesse noch nicht in Finanzierungskatalogen stehen.

 

Unsere Beratung heißt WohlSorge. Wie klingt das für Sie?

Das klingt nach Fürsorge und Geborgenheit.

Jemand der sich um mich kümmert.

 

Vielen Dank an Herrn Dr. Stefan Neuhaus vom WohlSorge-Team!

Das Interview wurde am 01. Februar 2017 von                                       Angelika Thiedemann geführt.

Das Ende des magischen Dreiecks

In 2016 startete die „LeA-Studie“ als Forschungsvorhaben der Deutschen Rentenversicherung Bund in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Erhebung wird vom Sozialforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt. Ziel dieser Studie ist es, ein umfassendes Bild der Lebensverläufe und Altersvorsorgeaktivitäten der Bevölkerung in Deutschland zu gewinnen. Das Kürzel LeA steht für „Lebensverläufe und Altersvorsorge“. Erste Ergebnisse dieser Studie werden voraussichtlich im Jahr 2018 vorliegen.

http://www.lea-studie.de

Wir haben uns bereits für Informationen zu den Ergebnissen vormerken lassen.

Was hat das mit WohlSorge zu tun?

Für die Zielgruppe 55plus sind Lebensverlauf und die getroffenen Maßnahmen zur Altersvorsorge ein wichtiger Baustein für die WohlSorge-Beratung. Die bisherigen Maßnahmen sind eine Grundlage für die Betrachtungen der kommenden Lebensphasen.

Altersvorsorge als WohlSorge umfasst in unserem Verständnis alle kommenden Phasen im Leben und somit auch die Phase der Altersgebrechlichkeit, Pflege sowie die Hinterbliebenenabsicherung.

WohlSorge bedeutet, dass neben diesen Faktoren alle Eventual-Risiken für einen Vermögens- und Liquiditätsabfluss im Todesfall gewürdigt werden.

Die Bilanzen der Finanzdienstleistungsunternehmen kennen die Position der Eventualverbindlichkeiten bestens. Sie sollten diesen Faktor zum Wohle der Kunden nicht bei Beratungen zur Altersvorsorge oder Ruhestand außen vor lassen.

Aus den Motiven der Menschen und den bestehenden Handlungsfeldern in den Lebensphasen leitet sich ein Kriterien-Katalog für mögliche finanziell-wirtschaftliche Instrumente sowie rechtliche Instrumente ab.

Der Kriterienkatalog für ein „gutes WohlSorge-Instrument“ setzt sich aus viel mehr Facetten als die übliche Betrachtungsweise des magischen Dreiecks mit Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit zusammen.

Das Ende des magischen Dreiecks:

WohlSorge-Instrumente müssen zum einen harmonisch mit rechtlich/steuerlichen Belangen und wirtschaftlich/finanziellen Belangen abgestimmt sein. Zum anderen beinhaltet der Kriterien-Katalog alle Faktoren, die sich aus dem individuellen Kundenbedarf der WohlSorge-Beratung ergeben.

Diese Kriterien sind unter anderem:

  • sinnvolle Auswahl des Vertragsinhabers
  • Übergabefähigkeit in Abstimmung mit rechtlichen Instrumenten
  • Risikoprofil des Vertragsinhabers
  • Einbindung in die Fremdsorge-Regelung
  • Berücksichtigung des Faktors Langlebigkeit
  • Absicherung von nahe stehenden Menschen
  • Vermögenserhalt, Vermögensverzehr oder Vermögensaufbau
  • Rendite-Relevanz
  • Lebensphaseneignung
  • Fremdsorge-Eignung
  • steuerliche Aspekte
  • Lebensphasen-Sicherheit
  • Einbindung in die Todesfall-Regelung

Dies sind nur einige Aspekte, die sich aus der WohlSorge-Beratung ergeben und in der Folge die individuelle Produktauswahl und Optimierung für den Kunden ermöglichen.

Die Kernfrage an den Berater ist in diesem Zusammenhang, welches Produkte soll ich vor dem Hintergrund dieser Kriterien dem Kunden anbieten? Wie stark erfüllen die jeweiligen Instrumente die Kundenbedürfnisse?

Diese Vorgehensweise erspart ein „Stochern“ in einer Vielzahl von Angeboten, die nur teilweise oder nicht geeignet sind. Sie ermöglicht passgenaue Lösungen für Kunden als Basis für die folgenden rechtlich/steuerlichen Gestaltungen.

Sind Sie WohlSorge-bereit?

Wir werden in Kürze mit einer Umfrage zu unserem WohlSorge-Blog auf Sie zukommen, damit unser Angebot an Sie passgenau Ihre Tätigkeit in diesem spannenden Geschäftsfeld unterstützt und erweitert.

Herzliche Grüße

Das Wohl-Sorge-Team

Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz:

Zum 01.01.2017 wird die Systematik in der Pflegeversicherung auf einen Schlag umgestellt. Die bisherige Einstufung in Pflegestufen wurde letztendlich an körperlichen Gebrechen festgemacht. Die Unterstützung für hilfsbedürftige mit geistigen Problemen wie Demenz war unzureichend.

Die Kernpunkte im Überblick:

Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade:

Im aktuellen System gibt es drei Pflegestufen. Maßstab für die Einstufung in eine Pflegestufe ist ein in Minuten gemessener Hilfebedarf. Hierbei erfolgt die Orientierung alleine an körperlichen Einschränkungen.

Ab 01.01.2017 wird es fünf Pflegegrade geben. Es ist unerheblich, ob die Selbständigkeit aufgrund von körperlichen oder psychischen Einschränkungen beeinträchtigt ist. Entscheidend ist, ob die Person die jeweiligen Tätigkeiten durchführen kann oder nicht. Der Pflegegrad wird in einem neuen Begutachtungsverfahren ermittelt, welches auch die kognitiven Fähigkeiten, Verhaltensweisen und die Möglichkeiten zur Gestaltung des Alltags in den Blick nimmt.

In die Beurteilung fließt auch mit ein, ob sich der Betroffene räumlich und zeitlich orientieren kann und Risiken und Gefahren erkennt.

Der Pflegegrad wird durch ein Punktesystem festgelegt. Je höher der Grad, desto umfangreicher die Leistungen.

Pflegegrad I Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad II Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad III Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad IV Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad V Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit

Automatische Überführung ins neue System:

Die aktuell ca. drei Millionen Versicherten, die bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, werden automatisch in das neue System überführt. Durch die Umstellung soll keinem Pflegebedürftigen ein Nachteil entstehen.

Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen erhalten anstelle der bisherige Pflegestufe den nächsthöheren Pflegegrad.

Pflegebedürfte mit Demenz werden stets zwei Pflegegrade höher eingestuft.

Die Leistungen in Euro pro Monat:

Pflegegrad

Geldleistung

ambulant

Sachleistung

ambulant

Entlastungsbetrag
ambulant (zweckgebunden)

Leistungsbetrag
vollstationär

I    

125

125

II

316

689

125

770

III

545

1298

125

1262

IV

728

1612

125

1775

V

901

1995

125

2005

Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung werden vor allem für Pflegebedürftige mit kognitiven Einschränkungen eine Verbesserung bringen. Bedürftige mit schweren körperlichen Einschränkungen werden nach dem neuen System nach Einschätzung von Experten eher schlechter gestellt werden. Bei vorhandenen körperlichen Einschränkungen wird aktuell die Empfehlung ausgesprochen, den Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe noch in 2016 zu stellen, dann gelte noch altes Recht.

Interessant wird noch sein, wie sich die Pflegekosten entwickeln. Erst, wenn dies absehbar ist, wird sich die finanzielle Konsequenz beurteilen lassen. Der Vorstand des Kassen-Spitzenverbandes Gernot Kiefer geht davon aus, dass durch die Umstellung in 2017 200.000 Menschen zusätzlich Anspruch aus Leistungen aus der Pflegeversicherung haben werden. Wie die Personalbeschaffung erfolgen soll, ist aufgrund des herrschenden Personalmangels in den Pflegeberufen unklar.

Exkurs – Private Pflegezusatzversicherungen:

Von den Anbietern von Privaten Pflegezusatzversicherungen haben sich bisher die wenigsten Anbieter schon konkret festgelegt, wie die bestehenden Verträge in Bezug auf die Einstufung angepasst werden.

Pflegeaspekt in der WohlSorge Beratung:

In der WohlSorge Beratung werden die Themen Alter und Pflege und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Liquidität beleuchtet. Die Veränderungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung fließen hier mit ein. Neben den finanziellen Aspekten der Pflege, sollte im Rahmen von Vorsorgevollmachten im Innenverhältnis auch geklärt werden, wie Pflege erfolgen soll und was diese kosten darf. Hier wird konkret, was eine an den Vorstellungen des Kunden, finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge (WohlSorge) ist.

Praxishinweis:

In unserer Beratungssoftware F.I.N.E.S.S. werden wir mit dem nächsten Release die sich zum 01.01.2017 ergebenden Änderungen bereits berücksichtigt haben. Somit können Sie Ihre Kunden topaktuell beraten.

Weitere Informationen zum Pflegestärkungsgesetz erhalten Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums

WohlSorge trifft! …Frank Kadereit (EVIM-ALTENHILFE)

WohlSorge trifft…

Frank Kadereit, Geschäftsführer Altenhilfe GmbH,

EVIM (Evangelischer Verein für Innere Mission in Nassau)

Das Interview wurde am 01. September 2016

von Angelika Thiedemann geführt.

Wir freuen uns, dass heute unsere Interview-Reihe für den WohlSorge-Blog startet. In den nächsten Monaten werden wir Ihnen Interview-Partner vorstellen, die uns unterschiedliche Blickwinkel auf unsere Beratung eröffnen.

Wie viele Menschen werden bei EVIM gepflegt und wie viele Pflegekräfte sind für diese Aufgabe verantwortlich?

EVIM-Altenhilfe beschäftigt knapp 1.000 Menschen als Pflegekräfte.

In der Altenhilfe werden 1.200 Menschen in stationärer Pflege betreut, 100 Menschen in ambulanter, palliativer Versorgung und weitere 250 Menschen im Bereich Service-Wohnen.

„Ich möchte meinen Angehörigen nicht zur Last fallen“ ist ein häufiger Wunsch unserer Mandanten in der WohlSorge-Beratung. Wie erleben Sie diese Aussage im Umfeld Ihrer Pflegeheime?

Der Wunsch „nicht zur Last“ fallen, muss differenziert betrachtet werden. Die Bewohner unserer Einrichtungen sind im Lebensalter von 75-80 Jahren oder älter. Sie möchten Ihre Kinder nicht finanziell belasten mit den Kosten der Pflege. In den Pflegestufen II und III entstehen schnell Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro im Jahr als Eigenleistung.

Das Umfeld verändert sich und soziale Bezüge lassen nach. Es ist wichtig, dass soziale Kontakte aufrecht erhalten werden. Ein Anspruch, dass die Kinder oder Freunde sich häufiger melden könnten ist da und somit auch eine Erwartungshaltung. Ärzte, Therapeuten und Pfleger können nicht die gleiche soziale Tiefe wie die eigene Familie oder der Freundeskreis erreichen. Die neuen Kontakte sind nicht selbst gewählt und es ist eine Aufgabenstellung an die Einrichtung, freiwillige Kontakte zu ermöglichen.

Vor diese Aufgabe sehen sich auch Angehörige gestellt, die selber weit entfernt von den Eltern wohnen und hier auf professionelle Unterstützung angewiesen sind.

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ wählen viele Mandanten im Beratungsumfeld. Was bedeutet das für die Realität heute in den Pflege-Einrichtungen?

Die Zukunft der Pflege liegt wohl eher nicht in den Pflegeheimen. Es gibt andere, alternative Modelle, die es Menschen ermöglichen so lange wie möglich im eigenen Umfeld zu bleiben.

Das ist eine Abwägung von Interessen, wenn sich Menschen mit dem Thema „Leben und Wohnen im Alter“ beschäftigen und entscheiden, wofür sie ihre  finanziellen Mittel (Liquidität und Vermögen) einsetzen.

Es wird in Zukunft sicher mehr Angebote dazu geben. Das ist ein wichtiger Punkt, der zu entscheiden ist, wenn die eigene Immobilie zu Gunsten z.B. einer barrierefreien Einheit veräußert wird.

Das Bielefelder Modell ist ein spannender Ansatz.

Näheres können Sie in diesem Presseartikel entnehmen.

Bielefelder Modell-Pressemeldung

„Ich kann mir vorstellen, meinen Lebensabend in einer anderen Wohnumgebung zu verbringen“ folgt der Erkenntnis, dass ab einem bestimmten Pflegezustand die häusliche Pflege nicht mehr der richtige Weg ist. Wie viele der Menschen, die zu einem späten Zeitpunkt in Ihre Pflege-Einrichtungen kommen, können diesen Weg noch selbstbestimmt wählen?

Die Menschen heute in unseren Einrichtungen sind bei Einzug stärker pflegebedürftig als vor 15 Jahren. Sie sind in ihrer Alltagskompetenz viel eingeschränkter. Hinzu kommt das Gefühl der Ohnmacht…“Ich weißt nicht mehr und kann nichts mehr entscheiden“

Der Eigenanteil für die Pflegekosten steigt mit höherer Pflegebedürftigkeit. Einher damit geht häufig auch ein „Ringen um das Erbe“, das geht oft so weit, dass die Nachkommen die Einstufung in eine höhere Pflegestufe vermeiden wollen, um den Eigenanteil in Grenzen zu halten.

Die Mortalitätsquote in der Pflegestufe III ist hoch und die Verweildauer bis zum Tode in unseren Einrichtungen liegt deutlich unter einem Jahr, oftmals nur 6 Monate. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Menschen, die genau unter diesen Rahmenbedingungen erst sehr spät in ein Pflegeheim kommen.

Private Pflegeversicherungen, die auf diese Pflegestufe fokussieren und andere Stufen außer Acht lassen, machen aus meiner Sicht der Dinge keinen Sinn.

Die Planung dieser Lebensphasen erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen unter Einbeziehung der finanziellen Möglichkeiten.

 Wie sehen Sie die Situation der Pflege in Deutschland mit Blick auf die neue Einstufung nach Pflegegraden ab dem Jahr 2017?

Aktuell wird sich nichts ändern. Der Bestandsschutz sorgt dafür, dass Pflegebedürftige ohne finanzielle Nachteile in die Pflegegrade überführt werden.

Für die Pflegegrade 4 und 5 wird unter finanziellen Aspekten die Pflege in einer Einrichtung günstiger.

Die Grundausrichtung der neuen Regelung ist, dass für die Pflegegrade 1 und 2 das Leben in einem Pflegeheim in Zukunft deutlich teurer wird – d.h. es sind mehr Eigenleistungen erforderlich. Das erschwert den Einzug ins Heim und wird zur ambulanten Ausdehnung führen. Die Gestaltung für die häusliche Pflege ist zukünftig  so, dass häufiger Hilfestellungen abgerufen werden können.

Es sind jedoch nicht alle Kosten des Alltags über die reine Pflege abgedeckt, es kommen weitere Kosten z.B. für Wohnungsreinigung, Essenlieferung etc. hinzu.

Die ambulante Pflege ist in dem Dilemma, dass 25 % der Arbeitsstunde einer Pflegekraft derzeit reine Fahrtzeiten sind und natürlich viel zu wenig Kräfte vorhanden sind.

Dieses Problem ist nicht gelöst.

Wir beraten Menschen der Generation 55 plus. Ein Blick in die Zukunft – wie gestaltet sich die Pflege für unsere Zielgruppe in Deutschland aus Ihrer Sicht der Dinge in 20 Jahren?

Es geht um die gute Versorgung von Menschen in der Zukunft, wenn sie pflegebedürftig werden. Das ist eine Frage der Wohnumgebung. Das Leben in jungen Stadtteilen macht Spaß, die Versorgung wird in Stadtteilen mit mehr älteren Menschen besser sein.

Das angesprochene Bielefelder Modell funktioniert nur in Stadtteilen,in denen auch ein potentieller Hilfebedarf gegeben ist. Der Anteil der Älteren muss so sein, dass das Hilfesystem wirtschaftlich sinnvoll erbracht werden kann. Die Fußläufigkeit für die Pflegekräfte muss gegeben sein.

Leben und Wohnen im Alter wird eine starke Rolle spielen.

Es wird mehr Angebote geben in der persönlichen Umgebung der Menschen. Und damit verbunden steht die Entscheidung, wofür setze ich meine Mittel (Vermögen, Liquidität) ein. Barrierefreiheit und gutes Leben/Wohnen werden wichtige Planungsparameter.

Dazu gehören z.B. auch intelligente Schlafsysteme in Form von zwei Schlafzimmern, wenn einer der Ehepartner Hilfebedarf hat und der andere in der Nacht Kraft schöpfen muss. Die professionelle Hilfe muss per Knopfdruck funktionieren.

In der Summe wird es deutlich mehr Wohnungsangebote für ältere Menschen geben, die bedarfsgerecht ausgerichtet sind.

Diese Versorgungssicherheit kostet Geld und Menschen sollten selbstbestimmt leben können solange sie keine Selbst- und Fremdgefährdung auslösen.

 

Welche drei Dinge wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflege in Deutschland?
  1. Eine angemessene Bezahlung der Menschen , die in der Pflege tätig sind. Viele Pflegekräfte, die in Teilzeit tätig sind, werden im Alter grundsicherungsbedürftig sein. Dies birgt ein hohes Armutsrisiko. Wer in dieser wichtigen Aufgabe tätig ist, sollte auch eine ordentliche Rente erwirtschaften können. Der Beruf muss an Attraktivität gewinnen. Alle Entwicklungen in Richtung Telemedizin, Telekontakt können optimiert werden, aber sie können die Tätigkeit von Menschen nicht ersetzen.
  2. Die Ausweitung von zentrumsnahen barrierefreien Wohneinheiten. Der Mensch ist ein soziales Wesen und will mitten im Leben/Geschehen sein. Sinnvoll wäre die Kooperation von Pflege-Dienstleistern und Wohnbau-Anbietern, um optimierte Quartiere zu schaffen in attraktiven Wohnlagen
  3. Dass die Mitarbeiter/innen der Pflege endlich die Anerkennung für die Arbeit bekommen, die sie verdienen. Das sollte sich u.a. darin ausdrücken, dass der gesetzliche Mindestlohn in der Pflege nicht mehr unter dem einer Tätigkeit einer Reinigungskraft liegt.
Unsere Beratung heißt WohlSorge. Wie klingt das für Sie?

Es klingt sehr warm…nach Menschlichkeit und es macht neugierig. Mir gefällt, dass es soziale Wärme ausstrahlt.

 

Vielen DANK an Frank Kadereit vom WohlSorge-Team!

 

Näheres zu unserer Interview-Reihe finden Sie unter:

WohlSorge trifft! Die Interview-Reihe

Ruhestandsplanung

 

Ruhestandsplanung – ein neues Geschäftsfeld?

Die Zielgruppe 50plus oder wie man diese auch immer beschreiben möchte, ist seit Jahren im Fokus der Finanzdienstleistungsbranche. Seit einiger Zeit sind verstärkte Aktivitäten im Bereich der Ruhestandsplanung zu verzeichnen. Einige Ausbildungsinstitute haben eigene Qualifizierungsprogramme für Ruhestandsplaner aufgelegt.

Was unterscheidet Ruhestandsplanung von der klassischen Vorsorgeberatung?

Die Ruhestandsplanung richtet sich an die Alterszielgruppe, die sich im Übergang vom aktiven Berufsleben in den Ruhestand befindet, also an die Zielgruppe 50plus. So auch der Titel eines bei SpringerGabler erschienenen Buches „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus“.

Ruhestandsplanung geht dabei bewusst auf die langfristige Einkommenssicherung durch strukturierten Vermögensverzehr ein. Somit knüpft letztendlich die Ruhestandsplanung an die Vorsorgeberatung an bzw. justiert diese nach. Das im Rahmen der Vorsorge aufgebaute Versorgungskapital wird für die Ruhestandsphase so strukturiert, dass laufend ausreichend Liquidität vorhanden ist.

Geht Ruhestandsplanung ohne Berücksichtigung des Nachfolgeaspektes?

Praxisbeispiel:

Nachfolgend das Praxisbeispiel aus dem Buch „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus – erschienen bei SpringerGabler.

Die Kunden, in diesem Fall das Ehepaar Maier. Frau Maier ist 55 Jahre alt und in Teilzeit als Rechtsanwältin tätig. Herr Maier ist 62 Jahre alt und steht kurz vor dem Ruhestand. Das Ehepaar hat zwei Kinder, welche beide studieren. Im ersten Schritt ermittelt der Berater die Ziele und Wünsche der Kunden hinsichtlich Kernthemen der finanziellen Ruhestandsplanung.

Das Thema Vererben hat die Familie Maier noch nicht eindeutig für sich geklärt. Es ist noch nicht entschieden, welcher Teil des Vermögens wann vererbt werden soll. Fest steht hingegen, dass die Lebensqualität im Alter nicht durch das Vererben/Verschenken von Vermögensteilen sinken soll.

 Frage:

Handle ich als Berater verantwortungslos, wenn ich bei den geschilderten Gegebenheiten:

„Die Lebensqualität soll durch Vererben/Verschenken von Vermögensteilen nicht sinken“

den Aspekt Vermögensnachfolge nicht berücksichtige?


Antwort:

Ganz egal, was bisher geregelt ist, der Erbfall eines Ehepartners wird massive Auswirkung auf die Vermögens- und Liquiditätssituation des Überlebenden haben. Eine gute Vorsorgeberatung und Ruhestandsplanung muss die finanziellen Auswirkungen der Vermögensnachfolge berücksichtigen.

Die wesentlichen finanziellen Auswirkungen des Erbfalls:

– Vermögensabfluss an Miterben
Liquiditätsbelastungen aus Erbfall (Pflichtteile, Erbschaftsteuer,..)
– Reduzierung der Einnahmen
– Wegfall von Erwerbseinkommen
– Wegfall von Vermögenseinkommen durch Erbfall
– Kürzung der Hinterbliebenenrente
– Verlust der Kreditwürdigkeit

Fazit:

Es ist begrüßenswert, dass die Zielgruppe 50+ in den Fokus der Beratung rückt. Aber braucht diese Zielgruppe nicht eine umfassende Beratung, die alle Aspekte der Gestaltung der letzten Lebensabschnitte, aufeinander abgestimmt, berücksichtigt – genau das kann WohlSorge Beratung. leisten.

Zielsetzung der WohlSorge Beratung:

Ziel der WohlSorge Beratung ist eine finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall auf der Grundlage der Kunden/Mandantenvorstellungen.

Die Erarbeitung der Grundlagen der Beratung und das Analyseergebnis der Ist-Situation sind die Basis für rechtliche und steuerliche Gestaltungen, welche durch Notare, Rechtsanwälte und Steuerberater umgesetzt werden.

Inhalte der WohlSorge Beratung (Grundpaket):

  • Erarbeitungen der Grundlagen für die Beratung:
    • Vorstellungen des Kunden
    • Finanzielle Rahmenbedingungen (Vermögen und Liquidität)
    • Bisherige Regelungen
  • Analyse der aktuellen Situation (Status Quo):
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Leben
      • Status Quo
      • Rentenphase
      • Pflegefall
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Todesfall:
      • Finanzielle Auswirkungen (Liquiditätsbelastungen) des Erbfalls auf der Basis vorhandener Regelungen
      • Finanzielle Auswirkungen des Erbfalls auf die Hinterbliebenenabsicherung
  • Abgleich mit Vorstellungen des Kunden und Besprechung möglicher Handlungsalternativen

WohlSorge schafft Transparenz

Schwieriges Erbe – Die große Unbekannte!

so der Titel eines Artikels vom 18.08. in der Süddeutschen Zeitung,

Der Artikel beschreibt, dass viele Witwen sich zu Lebzeiten ihres Mannes nie mit größeren Geldbeträgen befasst haben. Die Ehemänner haben die Geldanlagen und Finanzgeschäfte alleine erledigt.

Vor allem Frauen über 70 überblicken die eigene finanzielle Situation oftmals eher schlecht.

Estate Planning – Generationenberatung kann helfen:

Die Zielsetzung der WohlSorge Beratung (Estate Planning / Generationenberatung) besteht vor allem auch darin, eine altersgerechte und übergabefähige Vermögensstruktur und Transparenz für die Hinterbliebenen zu schaffen.

Die Zielgruppen:

Im Blogbeitrag „Zielgruppe 55 plus und wofür steht das „plus“? wurde bereits die Unterteilung der Zielgruppen für Estate Planning / Generationenberatung thematisiert.

Estate Planner/Generationenberater berichten häufig darüber, dass Sie mit Kunden älter 75 Jahre zu tun haben, die Geschäftspotenziale in dieser Altersgruppe beschränkt sind und somit der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt.

WohlSorge schafft Transparenz

Der Lösungsansatz:

Spreche ich bei einer WohlSorge-Beratung über das Innenverhältnis der Vollmacht und die Vermögenssorge, höre ich in vielen Fällen von den Ehepartnern (meist die Ehefrauen) da kenne ich mich nicht damit aus, wenn mein Partner (meist Mann) nicht mehr kann, dann will und kann ich das nicht mehr in der Form. Eine Steilvorlage für den Berater.

Der Ansatzpunkt: Transparenz schaffen, alters- und übergabefähige Vermögensstrukturen schaffen, den Partner peu à peu einbinden und mitnehmen.

Dies bedingt, dem Mandanten die Versorgungssituation für:

  • die Rentenphase,
  • den Pflegefall
  • die Hinterbliebenenabsicherung unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen des Erbfalls

aufzuzeigen.

Somit steht auch für jede der Phasen die Vermögensstruktur und der Liquiditätsstatus zur Verfügung… die Grundlage, um sachgerechte Entscheidungen zu treffen.

Stehen altersbedingt bestimmte Vorsorgeprodukte nicht mehr zur Verfügung, sind etwaige Versorgungslücken durch das eigene Vermögen und Vermögensverzehr zu decken. Trifft der Mandant die Entscheidung nicht selbst, muss sichergestellt werden, dass etwaige Vertreter (Bevollmächtigte, Betreuer) im Rahmen eines detaillierten Innenverhältnisses sachgerechte Entscheidungen im Sinne des Vollmachtgebers treffen.

Fazit:
WohlSorge Beratung schafft „Transparentes Erbe“ und das gute Gefühl an alles gedacht zu haben.

Das Internet als Wissensdatenbank für Estate Planner?

Richtige fachliche Auskünfte sind wertvoll, doch wer ist bereit dafür Geld auszugeben? Nach erfolgreicher Weiterbildung im Bereich von Estate Planning wird versucht, Fragen über das Internet beantwortet zu bekommen. Doch wer hat hier die Qualitätskontrolle übernommen? Selbst vermeintliche Fachseiten und PDF-Dateien enthalten z.T. haarsträubende Aussagen, wie die nachfolgenden Beispiele aufzeigen:

Beispiel 1:

„Vater A schenkt seinem Sohn B vor seinem Tod 400.000 €. Sofern A nach 5 Jahren verstirbt, gilt ein Abschmelzmodell mit der Folge, dass B bei einer Erbschaft in Form von Bar- oder Wertpapiervermögen in Höhe von 200.000 € keine Erbschaftsteuer bezahlen muss.“

Die Richtige Lösung:

Hier wurde mal wieder Zivilrecht und Steuerrecht miteinander verwechselt. Gem. § 14 ErbStG werden alle Erwerbe innerhalb der letzten 10 Jahre zusammengerechnet. Der persönliche Freibetrag des Sohnes ist verbraucht, so dass auf den Erwerb von Todes wegen Erbschaftsteuer anfällt.

Beispiel 2:

„Vater A schenkt sein Einzelunternehmen mit negativem Kapitalkonto seinem Sohn B. Es handelt sich um einen entgeltlichen Vorgang. Der Vorgang ist nicht nach § 6 Abs. 3 EStG durchzuführen. Der Vater A erzielt einen Veräußerungsgewinn.“

Die Richtige Lösung:

Der Schock im Seniorenheim bleibt grundsätzlich aus. Eine unentgeltliche Übertragung i.S.d. § 6 Abs. 3 EStG kann und wird i.d.R. auch bei der Übernahme eines negativen Kapitalkontos durch Angehörige vorliegen (wenn entsprechende stille Reserven oder Gewinnchancen vorhanden sind, vgl. BFH v. 10.3.1998, VIII R 76/96). Sofern die Übertragung aber – anders als hier – teilentgeltlich ist, erhöht sich durch die Übernahme des negativen Kapitalkontos der Veräußerungsgewinn.

Zusammenfassung:

Die richtigen Lösungen sind wichtig für die statische (Beispiel 1) und dynamische (Beispiel 2) Liquiditätsplanung. Für die statische und dynamische Liquiditätsplanung ist eine professionelle Beratungssoftware erforderlich – unser F.I.N.E.S.S!

Fundiertes Fachwissen passiv im Netzwerk eingesetzt und transformiert in wirtschaftliche Auswirkungen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Das Gene Institut steht Ihnen auf Honorarbasis gerne für die Beantwortung von allgemeinen fachlichen Fragen zur Verfügung.

8.8.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille