Häusliche Pflege und die Folgekosten

Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier „Wänden bleiben“

Ein Beispiel:

……Berater, die im Estate Planning in der Phase der Zielerarbeitung mit den GeNe-Beratungskarten arbeiten, kennen die Erfahrung, dass die überwiegende Zahl der Menschen genau diesen Wunsch als Ziel verfolgen.

Häufig ist dennoch damit das Bewusstsein verbunden, dass es Grenzen der Machbarkeit und der Zumutbarkeit insbesondere für die Angehörigen bei der häuslichen Pflege gibt.

Unter rein finanziellen Aspekten ist die häusliche Pflege teurer als ein stationärer Aufenthalt, da viele weitere Leistungen zum Erhalt der Lebensqualität – denn das ist das Ziel der häuslichen Pflege – bedacht werden müssen.

Die Pflegestufe I und II (zukünftig Pflegegrade voraussichtlich 3 und 4) sind im häuslichen Umfeld gestaltbar. In der Pflegestufe III ist oftmals der Umzug in eine Pflegeeinrichtung unvermeidbar.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass  Menschen in der Pflegestufe III derzeit nur 9 – max. 12 Monaten in einer Pflegeeinrichtung leben. D.h. die Menschen versterben relativ kurz nach dem Umzug .

Insofern ist es nicht verständlich, dass viele Pflegeversicherungen auf die Absicherung der Pflegestufe III fokussieren und andere Pflegestufen außen vor lassen.

Nachfolgend ein Beispiel für häusliche Pflege und die daraus resultierenden Kosten.

Den Eheleuten aus dem Praxisbeispiel ist es sehr wichtig in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Dazu werden sie von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt, die Pflegekasse beteiligt sich analog der vom Medizinischen Dienst ermittelten Pflegestufe.

Da beide nicht mehr mobil sind und die Zubereitung des Essens immer größere Mühe bereitet, wird das warme Mittagessen an allen Wochentagen geliefert. Das Frühstück und Abendessen bereiten sie sich noch selbst.

Die Haushaltshilfe ist zweimal in der Woche erforderlich und gewünscht. Alle Wünsche an Kosmetik und Friseur finden in der Wohnung statt. Für die wöchentlichen Einkäufe sind wechselweise die Kinder des Paars und ein bezahlter Einkaufsdienst verantwortlich.

Für die Betrachtung der Gesamtkosten ist die Miete unverändert – die Lebenshaltungskosten beinhalten alle Hobbies und Sonderwünsche, die sich die beiden im häuslichen Umfeld wünschen und gönnen.

Seit Jahren wird der monatliche Bedarf, der über der vorhandenen Rente liegt aus den Ersparnissen und dem vorhergehenden Verkauf der eigengenutzten Immobilie gedeckt. Es folgte der Einzug in eine barrierefreie Mieteinheit.

Im Rahmen der Estate Planning Beratung wurden etliche Jahre zuvor die entsprechenden wirtschaftlichen Instrumente für die dauerhafte Besicherung des monatlichen Bedarfs entwickelt und umgesetzt.

Alle wirtschaftlichen Instrumenten sind abgestimmt auf die rechtlichen Instrumente der Vertretung  und für den Todesfall.

Selbstverständlich existieren bereits jetzt klare Leitplanken für einen möglichen Umzug in eine Pflege-Einrichtung.

Die Eheleute bedauern die frühe Pflegebedürftigkeit, sind aber froh, dass sie bei geistiger Gesundheit noch viel Zeit miteinander verbringen können und nehmen für Lebensqualität bewusst Kapitalverzehr in Kauf.

Beispiel häusliche Pflege:

Frau, 75 Jahre alt
Pflegestufe I – häusliche Pflege
Pflegesachleistung € 468 p.m.

Leistungen nach SGB XI mit dem Kostenträger abrechenbar:
6 x kleine Körperpflege
7 x Kämmen
7 x umfangreiche Ausscheidungen
1 x große Körperpflege
zzgl. Hausbesuchpauschale
Mann, 75 Jahre alt
Pflegestufe I – häusliche Pflege
Pflegesachleistung € 468 p.m.

Leistungen nach SGB XI mit dem Kostenträger abrechenbar:
6 x kleine Körperpflege
7 x Kämmen
7 x umfangreiche Ausscheidungen
1 x große Körperpflege
zzgl. Hausbesuchpauschale
Anfallende Kosten Ehefrau in € Ehemann in €
Summe mtl. Pflegeleistungen 753,83 1.276,60
zzgl. Investitionskosten 37,51 65,14
Summe total 791.34 1.341,74
./. Leistungen Pflegeversicherung 468,00 468,00
Differenz zu Lasten Kunde 323,34 873,74
Esselieferung 222,12 222,12
Haushaltshilfe 320,00  
Friseur – Fußpflege 80,00 80,00
Einkaufsdienst 50,00  
Miete 1.500,00
Lebenshaltungskosten 1.500,00
Summe Total 3.895,46 1.175,86
Gesamtsumme Eheleute 5.071,32
Rentenzahlungen p.m. 3.220,66
Unterdeckung
Kapitalverzehr p.m.
1.850,66

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