Bausparverträge im Rahmen der Nachfolgeplanung

Bausparvertrag = Darlehensvertrag

Nach h.M. ist der Bausparvertrag ein auf längerfristige Bindung der Vertragspartner abzielender einheitlicher Darlehensvertrag mit der Besonderheit, dass Bausparkasse und Bausparer mit der Inanspruchnahme des Bauspardarlehens ihre jeweiligen Rollen als Darlehensgeber bzw. Darlehensnehmer tauschen. In der Ansparphase ist der Bausparer als Darlehensgeber anzusehen und die Bausparkasse als Darlehensnehmerin zu qualifizieren. Mit der Annahme der Zuteilung erhält der Bausparer ein Darlehen und die Bausparkasse wird zur Darlehensgeberin.

Besonderheiten bei Ehegatten

Bei Ehegatten, die den Bauspardarlehensvertrag gemeinsam abgeschlossen haben, ist, sofern nichts anderes vereinbart wird, davon auszugehen, dass das Kontokorrentkonto für Ehegatten als „Oder-Konto“ geführt wird und die Ehegatten eine Gesamtgläubigerstellung (§ 428 BGB) mit Einzelverfügungsbefugnis haben (vgl. BGH v. 31.3.2009, XI ZR 288/08).

Vertrag zugunsten Dritter auf den Todesfall

Bei den in der Praxis häufigen Bausparverträgen mit einer Drittbegünstigung auf den Todesfall handelt es sich um einen Vertrag zugunsten Dritter (vgl. BGH v. 10.6.1965, III ZR 71/63) (Versprechender ist in diesem Fall die Bausparkasse, Versprechensempfänger ist der Erblasser). Die von der Lebensversicherung bekannten Besonderheiten und Probleme wie der „Wettlauf“ der Erben mit dem Begünstigten müssen grundsätzlich auch hier berücksichtigt werden, jedoch sehen einige Bausparkassen auf einem entsprechenden Formular eine Unterschrift des Begünstigten vor. Auch das Nicht-Unterfallen der Testamentsvollstreckung (beachte aber: Testamentsvollstrecker hat den Widerruf zu prüfen – in diesem Blog) und der beeinträchtigenden Schenkung i.S.d. § 2287 BGB bei einem Erbvertrag und einem gemeinschaftlichen Testament (vgl. dazu auch OLG München v. 23.11.2016, 3 U 796/16 und in diesem Blog) müssen zwingend auch beim Bausparvertrag als Vertrag zugunsten Dritter beachtet werden. Ist eine Drittbegünstigung auf den Todesfall nicht vorhanden, fällt der Bausparvertrag in den Nachlass.

Anzeigepflicht (§ 33 ErbStG)

Nach § 33 ErbStG sind die Bausparkassen verpflichtet, dem zuständigen Erbschaftsteuer-Finanzamt solche Bausparguthaben eines verstorbenen Bausparers anzuzeigen, die bei seinem Tode zu seinem Vermögen gehörten oder über die ihm zur Zeit seines Todes die Verfügungsmacht zustand. Die Anzeigepflicht besteht auch für Guthaben, die aufgrund eines Vertrages zugunsten Dritter mit dem Tode des Kontoinhabers auf einen Dritten übergehen (vgl. FM Bayern v. 27.11.1987).

23.1.2017, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

WohlSorge-Beratung 2017

Wissensaktualisierung

Die wirtschaftliche Beratung in den Bereichen Pflege, Alter und Tod erfordert eine ständige Aktualisierung des Fachwissens. Ohne diese ist eine Falschberatung vorprogrammiert. Im Jahr 2017 sind zahlreiche Änderungen zu berücksichtigen. Nachfolgend wird nur übersichtsartig auf wesentliche Änderungen hingewiesen.

Erbschaft- und Schenkungsteuerreform

Bei der Anteils- und Betriebsvermögensbewertung im Wege des vereinfachten Ertragswertverfahrens ist ein neuer Kapitalisierungsfaktor von 13,75 zu beachten. Auf der Privilegierungsebene für Produktivvermögen sind zahlreiche Änderungen zu berücksichtigen, die bereits in diesem Blog dargestellt wurden. Hervorzuheben sind hier insbesondere die Nicht-Begünstigung des Nettoverwaltungsvermögens (nach Abzug des unschädlichen Verwaltungsvermögens in Höhe von 10 %), die 90 %-Grenze sowie die 20 %-Grenze bei der Optionsverschonung und die Besonderheiten bei Großerwerben über 26 Mio. €. Allen im Bereich der Unternehmensnachfolge tätigen Beratern kann daher nur empfohlen werden, eine detaillierte Analyse der Aktiv- und Passivposten bzw. der Konten vorzunehmen. U.a. wird das Nettoverwaltungsvermögen erbschaft- und schenkungsteuerlich wie Privatvermögen behandelt.

Neue Vervielfältiger

Bei der Bewertung einer lebenslänglichen Nutzung oder Leistung sind für Bewertungsstichtage ab 1.1.2017 neue Vervielfältiger anzuwenden.

Einkommensteuertarif und Familienleistungsausgleich

Eine dynamische Liquiditätsplanung ohne Steuern ist nicht möglich. 2017 und 2018 sind geänderte Einkommensteuertarife zu berücksichtigen. Zudem hat sich bei der Option zum Teileinkünfteverfahren gem. § 32d Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b EStG eine Änderung ergeben. Kindergeld und Kinderfreibetrag werden 2017 und 2018 erhöht.

Altersvorsorgeaufwendungen

Der Höchstbetrag für den Abzug der Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben beträgt 23.362 € (Grundtarif) bzw. 46.724 € (Splittingtarif), der maßgebliche Prozentsatz im VZ 2017 beträgt 84 %.

Aktuelle Werte für Sozialabgaben

Die Beitragsbemessungsgrenze bei der gesetzlichen Rentenversicherung wurde erhöht. Sie beträgt 76.200 € (Jahr) (West) bzw. 68.400 € (Jahr) (Ost). Auch in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wurde die Beitragsbemessungsgrenze erhöht. Sie beträgt 52.200 € (Jahr). Der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung steigt durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz auf 2,55 % bzw. 2,80 % für Kinderlose.

Zweites und Drittes Pflegestärkungsgesetz

Ab 1.1.2017 ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein Neues Begutachtungsassessment (NBA) als Begutachtungsinstrument zu berücksichtigen. Pflegebedürftige erhalten nach der Schwere der Beeinträchtigungen einen Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad). Auf der Basis eines Punktesystems wird der Pflegegrad ermittelt, der von 1 bis 5 reicht. Die Leistungsbeträge ändern sich. Bei vollstationärer Dauerpflege wird ab 1.1.2017 ein sog. einrichtungseinheitlicher Eigenanteil für die Pflegegrade 2-5 (nicht Pflegegrad 1) ausgewiesen. Jede Pflegeeinrichtung bzw. jedes Pflegeheim hat danach einen Eigenanteil zu ermitteln, der bei jedem Pflegegrad gleich hoch sein muss. Durch das Dritte Pflegestärkungsgesetz soll die Pflegeberatung gestärkt und die Zusammenarbeit der Verantwortlichen in den Kommunen ausgebaut werden.

Flexirentengesetz

Die Änderungen durch das Flexirentengesetz wurden bereits in diesem Blog dargestellt.

Verlustverrechnung und § 50i EStG

Durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der steuerlichen Verlustverrechnung bei Körperschaften können unter bestimmten Voraussetzungen nicht genutzte Verluste trotz eines qualifizierten Anteilseignerwechsels weiterhin genutzt werden. Dazu wurde ein neuer § 8d KStG eingefügt. Außerdem wurde mit dem Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen eine Bereinigung der überschießenden Wirkungen in § 50i EStG vorgenommen. Dabei ist § 50i Abs. 2 EStG (n.F.) erstmals für Einbringungen anzuwenden, bei denen der Einbringungsvertrag nach dem 31.12.2013 geschlossen worden ist.

Ausblick

Im Gesetzgebungsverfahren befinden sich noch das Betriebsrentenstärkungsgesetz und das Steuerumgehungsbekämpfungs-gesetz. Darüber werden wir demnächst informieren.

3.1.2017, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Wer schließt den Mietvertrag beim Vorbehaltsnießbrauch ?

Schwieriges Dreiecksverhältnis

Wie schon der leider verstorbene Prof. Dr. Jörg Mayer festgestellt hat, ist der Nießbrauch in zivil- und steuerrechtlicher Hinsicht eine äußerst komplizierte Rechtsfigur. Von der Irrung einiger steuerlicher „Berater“ abgesehen, wonach das (zivilrechtliche) Abschmelzmodell auch bei der Schenkungsteuer gilt (Hinweis: die Abschmelzung spielt für zivilrechtliche Zwecke beim Vorbehaltsnießbrauch ohnehin keine Rolle), ergibt sich bei vermieteten Objekten zumeist ein schwieriges Dreiecksverhältnis zwischen Mieter, Nießbraucher und Eigentümer. Doch wer ist der Vermieter bzw. wer schließt beim Vorbehaltsnießbrauch den Mietvertrag ab ?

Sonderkündigungsrecht

Sofern die Immobilie bereits vor der Übertragung unter Nießbrauchsvorbehalt vermietet war, verbleibt das Mietverhältnis beim Übergeber. Gem. § 1056 Abs. 1 BGB finden bei der Beendigung des Nießbrauchs die für den Fall der Veräußerung vermieteten Wohnraums geltenden Vorschriften der §§ 566, 566a, § 566b Abs. 1, §§ 566c-566e sowie § 567b BGB entsprechende Anwendung („Nießbrauchsende bricht nicht Miete oder Pacht“), sofern der Nießbraucher ein Grundstück über die Dauer des Nießbrauchs hinaus vermietet hat. Dem Eigentümer wird durch § 1056 Abs. 2 BGB jedoch die Möglichkeit eingeräumt, das Mietverhältnis außerordentlich unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist zu kündigen. Dadurch wird dem Eigentümer eine (vorzeitige) Beendigung des Mietverhältnisses ermöglicht, wenn der Mietvertrag, in der er gemäß § 1056 Abs. 1 BGB eintritt, auf bestimmte Zeit geschlossen oder die ordentliche Kündigung erschwert oder ausgeschlossen ist. Insbesondere für den gewerblichen Mieter ist diese Situation ungünstig. Es ist nicht auszuschließen, dass ein künftiger neuer Mieter eine Reduzierung der Miete verlangt – eine Situation, die auch für den Nießbraucher nicht zufriedenstellend sein kann.

Ausschluss des Sonderkündigungsrechts

Dem Eigentümer ist eine Kündigung nach § 1056 Abs. 2 BGB verwehrt, wenn er u.a. Alleinerbe des Vermieters geworden oder wenn er dem Mietvertrag beigetreten ist (vgl. zuletzt BGH v. 12.10.2011, VIII ZR 50/11). Es sollte daher darauf geachtet werden, dass in den oben genannten Fällen der Eigentümer dem durch den Nießbraucher bereits geschlossenen Mietvertrag beitritt. Bei einem nach Bestellung des Nießbrauchs neu begründeten Mietverhältnis in den oben genannten Fällen sollten Nießbraucher und Eigentümer den Mietvertrag zusammen mit dem Mieter schließen. Dabei muss u.a. geregelt werden, dass der Nießbraucher die Mietzahlungen erhält. In allen anderen Fällen ist ein Beitritt bzw. eine Einbeziehung des Eigentümers grundsätzlich nicht sinnvoll oder erforderlich.

13.12.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Die Bezugsberechtigung als Umgehungsstraße beim Berliner Testament?

 

 

Was darf der überlebende Ehegatte bei einem Berliner Testament mit wechselbezüglicher Schlusserbeneinsetzung?

Wenn Ehegatten ein Berliner Testament mit wechselbezüglicher Schlusserbeneinsetzung errichten und darin keinerlei Änderungsmöglichkeiten für den überlebenden Ehegatten enthalten sind, steht der Überlebende oft vor der Frage, wie er auf eine sich erst nach dem Tod des Erstversterbenden verändernde Situation mit den Schlusserben reagieren kann. Eines von mehreren Kindern pflegt z.B. den überlebenden Ehegatten oder kümmert sich sonst in verlässlicher Weise um ihn, während die anderen, im gleichen Maße als Schlusserben eingesetzten Kinder sich nicht mehr melden oder sich der Überlebende in anderer Weise von ihnen im Stich gelassen fühlt. Das gleiche Problem entsteht, wenn der überlebende Ehegatte wegen des wirksam gewordenen Testaments (und mangels Selbstanfechtung) einen neuen Ehegatten nicht mehr bedenken kann. In dieser Situation hat er oft den Wunsch, dass das „gute“ Kind eine größere Erbquote als das „böse“ Kind bekommen bzw. dass der neue Ehegatte doch irgendwie abgesichert werden soll. Mangels Änderungsmöglichkeit kann dieser Wunsch jedenfalls testamentarisch nicht mehr umgesetzt werden. Der überlebende Ehegatte sucht also nach einer Möglichkeit, die Folgen des Berliner Testaments irgendwie zu umgehen.

In dieser Situation kommt häufig der Rat, das „gute“ Kind / den neuen Ehegatten doch durch die Einräumung einer Bezugsberechtigung in einem Versicherungsvertrag zu begünstigen. Solche Verträge zu Gunsten Dritter fallen ja bekanntlich nicht in den Nachlass, deshalb geht der Betrag direkt an das Kind / neuen Ehegatten.

Beschränkt das Berliner Testament den überlebenden Ehegatten bei Schenkungen

Grundsätzlich ist der überlebende Ehegatte an lebzeitigen Schenkungen trotz Testament nicht gehindert, aber wie so oft hat die Sache einen Haken, hier in Form des § 2287 Absatz 1 BGB, der entsprechend auch auf Berliner Testamente angewandt wird:

der Erblasser muss ein lebzeitiges Eigeninteresse an der Schenkung haben, damit sie nicht als rechtsmissbräuchlich angesehen werden kann. Ein solches wird angenommen, wenn nach dem Urteil eines objektiven Beobachters die Verfügung in Anbetracht der gegebenen Umstände als billigenswert und gerechtfertigt erscheint.

In der Formulierung erkennt man schon, dass es nicht nur auf die subjektive Interessenslage des Erblassers ankommt, sondern eine objektive Bewertung der Schenkung erforderlich ist. Fehlt es nämlich an einem anerkennenswerten lebzeitigen Eigeninteresse, können die Schlusserben beim zweiten Erbfall die Schenkung zurückfordern, und das im Gegensatz zur Schenkungskette beim Ergänzungsanspruch direkt vom jeweils Beschenkten. (Details zum lebzeitigen Eigeninteresse finden Sie hier).

Einzelfallprüfung erforderlich

Wegen des Erfordernisses einer objektiven Einzelfallprüfung ist es schwierig, Möglichkeiten zu benennen, die ein sicherer Weg sind. Zunächst sollte geprüft werden, ob es sich um wechselseitige Einsetzungen handelt und ob über eine eventuell im Testament vorhandenen Änderungsvorbehalt für den überlebenden Ehegatten eine Veränderung des Testaments oder eine lebzeitige Schenkung möglich sind. Ist testamentarisch nichts zu machen, muss der Zeitpunkt der Schenkung bedacht werden, ob sich ein rechtfertigender Grund finden lässt und die Verhältnismäßigkeit der Höhe. Dass man sich mit einem Schlusserben besser versteht als mit dem anderen oder grundsätzlich einen Dritten bedenken möchte, reicht nicht generell aus, um hier erfolgreich eine wirtschaftliche Korrektur des Testaments erreichen zu können. Werden aber alle Kriterien des lebzeitigen Eigeninteresses im Einzelfall bedacht und auch die Missbrauchsgrenze eingehalten, dann kann eine Schenkung durchaus eine Umgehungsstraße zum Berliner Testament darstellen.

Erbschaftsteuern sparen ist kein lebzeitiges Eigeninteresse

Will der überlebende Ehegatte aber z.B. seine Enkel über Bezugsberechtigungen im Erbfall bedenken, weil er damit hofft, weitere Freibeträge auszunutzen und damit Erbschaftsteuer zu sparen, wird es mit der Konstruktion eines lebzeitigen Eigeninteresses des überlebenden Ehegatten an der Ersparnis schon sehr schwer, da die Erbschaftsteuer ja nie von ihm, sondern immer von den Erwerbern bezahlt werden muss.

Dokumentation des lebzeitigen Eigeninteresses

Für Erben wird es grundsätzlich schwieriger, Schenkungen überhaupt zu entdecken (und damit, überhaupt über die Möglichkeiten von Rückforderungen nachzudenken), wenn sie zu Lebzeiten des Erblassers vollständig vollzogen wurden: der Betrag wurde schon vor (vielen) Jahren vom Konto abgebucht, die Immobilie gehört dem Erblasser gar nicht mehr, er erhält also auch keine Mieten daraus etc. Bei Versicherungsverträgen ist das oft anders, da sich der Versicherungsschein vermutlich in den Unterlagen des Erblassers befinden wird oder er laufende Zahlungen aus einer Rentenversicherung erhält. In diesen Fällen muss also auf eine sorgsame Dokumentation des lebzeitigen Eigeninteresses geachtet werden, sollen hier Bereicherungsansprüche vermieden werden.

 

Wie Estate Planning – Generationenmanagement zum Ertragsbringer wird

Wie Estate Planning – Generationenmanagement zum Ertragsbringer wird!

Diese Frage steht im Mittelpunkt unseres Workshops den wir im Rahmen unserer Estate Planner Tage in der Region 2017 am:

22.03.2017 in München
12.04.2017 in Frankfurt

anbieten.

Wirtschaftlicher Erfolg und Rechtssicherheit stehen im engen Zusammenhang

Die Frage, „Wie Ihr Estate Planning – Generationenmanagement zum Ertragsbringer wird, ist auch sehr eng verbunden mit der Fragestellung, wie gestalte ich mein Estate Planning – Generationenmanagement rechtssicher?

Nur wenn der Kunde mit seinen Vorstellungen und die wirtschaftlichen Aspekte im Mittelpunkt stehen, wird Estate Planning – Generationenmanagement rechtssicher und wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden können.

Hierzu benötigen Sie die richtigen Methoden und Beratungstechnologien. Beides, auf einander abgestimmt und praxisbewährt können wir Ihnen bieten.

Darauf können Sie sich freuen:

Wir zeigen Ihnen in unserem Workshop: „Wie Estate Planning zum Ertragsbringer wird!“ auf, wie Sie:

  • Estate Planning – Generationenmanagement richtig positionieren
  • die richtigen Beratungsschwerpunkte definieren
  • mit den richtigen Methoden Ihre Kunden überzeugen
  • mit unserer Beratungssoftware F.I.N.E.S.S. effizient und rechtssicher Estate Planning – Generationenmanagement durchführen können
  • die Ertragspotenziale, die in Estate Planning – Generationenberatung liegen definieren und für sich nutzen
  • F.I.N.E.S.S. in der Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern, wie z.B. Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare unterstützt und besser positioniert.

Wir zeigen Ihnen reale Erfolgsmodelle:

Es erwarten Sie keine theoretischen Modelle. Sie erleben reale Erfolgsmodelle aus der Praxis. Entscheidungsträger erhalten eine Schritt für Schritt Beschreibung nach der Sie Ihr Estate Planning – Generationenmanagement auf den Prüfstand stellen können, zum Ertragsbringer machen und Ihre Kunden begeistern!

Estate Planner Tage in der Region 2017 – Programm & Anmeldung

Der Einsatz von Beratungssoftware kann unerlaubte Rechtsberatung verhindern!

Estate Planning – Was ist erlaubt!

Von Teilnehmern der VEPD e.V. Estate Planner Tage am 25.-26.11.2016 wurden wir in Bezug auf den Einsatz einer Beratungssoftware im Kontext des Rechtsdienstleistungsgesetzes kontaktiert. Die Podiumsdiskussion „Haftungsrisiken im Estate Planning“ hat offenbar zu einer erheblichen Verunsicherung geführt. Dabei ging es auch um die Fragestellung, ab wann die Grenzen des RDG überschritten sind und ob der Einsatz einer Beratungssoftware im Rahmen des Estate Planning nicht per se schon einen Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) darstellt.

Die nachfolgenden Ausführungen sollen zur Klarstellung dienen und Ihnen als Estate Planner auch die notwendige Sicherheit vermitteln, die Sie für Ihre Berufsausübung benötigen.

Estate Planning durch Finanzdienstleister:

Estate Planning durch Finanzdienstleister findet im Rahmen der Regelung des § 5 RDG im Zusammenhang mit einer anderen Tätigkeit statt. § 5 Abs. 1 RDG besagt:

„Erlaubt sind Rechtsdienstleistungen im Zusammenhang mit einer anderen Tätigkeit, wenn Sie als Nebenleistung zum Berufs- oder Tätigkeitsbild gehören. Ob eine Nebenleistung vorliegt, ist nach ihrem Inhalt, Umfang und sachlichen Zusammenhang mit der Haupttätigkeit unter Berücksichtigung der Rechtskenntnisse zu beurteilen, die für die Haupttätigkeit erforderlich sind.“

Beratungsdienstleistung Estate Planning:

Auszug aus unserem Beratungsvertrag:

…..Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen einer Vermögensnachfolge für den Todes- und Erlebensfall….

Beratungssoftware F.I.N.E.S.S.

Rechtliche und steuerliche Berechnungen, die im Rahmen einer F.I.N.E.S.S. – Beratung durchgeführt werden, erfolgen ausschließlich um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Vermögensnachfolge im Erlebens- und Todesfall umfänglich darzustellen. Dazu gehören u.a. folgende Fragestellungen:

  • Ist ausreichend Liquidität vorhanden um entstehende Liquiditätsbelastungen im Erbfall bedienen zu können?
  • Ist das Nachlassvermögen teilbar?
  • Sind Ausgleichszahlungen im Rahmen der Erbauseinandersetzung finanzierbar?
  • Ist die Hinterbliebenenabsicherung sichergestellt?

Dass diese Vorgehensweise als erlaubt eingestuft wird, zeigt Krenzler in seinem Kommentar* zum § 5 Abs. 1 RDG, S. 120, RZ 46:

Eine ordnungsgemäße Anlageberatung oder Vermögensverwaltung kann und muss ggf. auch auf eine Vermögens- oder Unternehmensnachfolge Bedacht nehmen. In diesem Zusammenhang gehört es zu den erlaubnisfreien Rechtsdienst-Nebenleistungen des Beraters bzw. Verwalters, seinen Auftraggeber über die gesetzliche Erbfolge in seinem konkreten Fall zu unterrichten, ihn nach seinen Vorstellungen zu möglichen Nachfolgeregelungen zu fragen und ihm die zivil- und steuerrechtlichen Folgen der jeweiligen Regelung darzustellen. Erlaubt sind auch noch Hinweise auf und Erläuterungen zu in Betracht kommenden Alternativen, wie z.B. die Umwandlung eines Unternehmens in eine bestimmte Gesellschaftsform oder seine Einbringung in eine zu errichtende Stiftung. Darüber hinaus gehende Tätigkeiten, wie z.B. die Konzipierung der Unternehmensumwandlung und ihre Umsetzung, der Entwurf von Testamenten oder auch die Ausarbeitung einer Stiftungssatzung, hätten dagegen im Verhältnis zur Haupttätigkeit keine dienende Funktion mehr, sondern stellten vom Inhalt und Umfang her eine eigene Haupttätigkeit dar, die wegen ihrer Komplexität den hierfür qualifizierten Berufen, als den Rechtsanwälten oder Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, vorbehalten ist.

*Krenzler (Hrsg.): Rechtsdienstleistungsgesetz, Nomos Verlag 2009, ISBN-13: 978-3832929343; Neuauflage für Februar 2017 geplant

Fazit:

Wird die Beratungsdienstleistung Estate Planning richtig beschrieben und durchgeführt und stehen die wirtschaftlichen – finanziellen Aspekte im Mittelpunkt der Beratung, kann Estate Planning rechtskonform i.S.d. § 5 RDG durchgeführt werden. Gerade der Einsatz einer Beratungssoftware wie F.I.N.E.S.S. dokumentiert die wirtschaftliche Fokussierung. Wenn Sie Estate Planning durchführen und F.I.N.E.S.S so einsetzen wie oben beschrieben, besteht kein Grund zur Besorgnis.

Besuchen Sie unsere Estate Planner Tage in der Region am 21.-22.03. in München und am 11.-12.04.2017 in Frankfurt. Am ersten Tag erwartet Sie das bewährte Fachseminar von Dipl. Volkswirt Holger Hille, am zweiten Tag der Workshop „Wie Estate Planning zum Ertragsbringer wird!“. In dem Workshop geht es auch um die richtige Positionierung von Estate Planning.

Programm – Anmeldung Estate Planner Tage in der Region 2017

Ich freue mich auf einen regen Austausch mit Ihnen. Gerne stehe ich Ihnen für weiterführende Gespräche gerne zur Verfügung.

Heinz Angermair

Estate Planner Tage in der Region 2017

kompakt – praxisnah – kompetent

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 Die Themenschwerpunkte:

Fachliches Fresh-up für die Beratungspraxis & wirtschaftlicher Erfolg im Estate Planning – Generationenmanagement! Das sind die Themenschwerpunkte der GeNe Estate Planner Tage in der Region 2017, die als 2tägiges Praxisseminar stattfinden.

Anmeldung – Programm

Tag 1: Aktuelle Fachkompetenz – ein Muss für alle Berater

Fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, das ist die Herausforderung für Sie als Berater. Wir tun das unsere dazu und bereiten für Sie in bewährter Art und Weise Neuerungen aus dem Zivil- und Steuerrecht und praxisrelevante Beratungsthemen auf.

Kompakt – praxisnah und kompetent.

Zielgruppe:
Estate Planner, Financial Planner, Generationenberater, Ruhestandsplaner

Weitere Informationen und Programminhalte:

Tag 2: Wie Estate Planning – Generationenmanagement zum Ertragsbringer wird!

Die Kunden sind begeistert – der wirtschaftliche Erfolg bleibt aus! Was tun?

Estate Planning – Generationenmanagement sind Beratungsdienstleistungen die wie kaum andere den Zeitgeist treffen. Dennoch gelingt es nur wenigen Anbietern Estate Planning – Generationenmanagement wirtschaftlich erfolgreich zu etablieren.

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Estate Planning – Generationenmanagement zum Ertragsbringer machen. Es erwarten Sie keine theoretischen Modelle. Sie erleben reale Erfolgsmodelle aus der Praxis. Sie erhalten eine Schritt für Schritt Beschreibung nach der Sie Ihr Estate Planning – Generationenmanagement auf den Prüfstand stellen können und zum Ertragsbringer machen und Ihre Kunden begeistern!

Zielgruppe:
Der Workshop richtet sich an Führungskräfte aus den Bereichen Private Banking, Individualkunden, Firmenkunden und Berater im Estate Planning, Generationenmanagement, Ruhestandsplanung

Weitere Informationen und Programminhalte:

Termine:

München: 21.03. – 22.03.2017
Frankfurt: 11.04. – 12.04.2017

Kosten:

Komplettbuchung:
Fachseminar & Workshop: 750 € zzgl. gesetzlicher MwSt.

Einzelbuchung:
Fachseminar: 400 € zzgl. gesetzlicher MwSt.
Workshop: 400 € zzgl. gesetzlicher MwSt.

Für alle bis 31.12.2016 eingehenden Buchungen gewähren wir einen Frühbucherrabatt von 10%.

Zimmerkontingent:

In den Veranstaltungshotels steht Zimmerabrufkontingent zur Verfügung.

Weitere Informationen und Programminhalte:

Wir freuen uns auf Sie.

Ihr Heinz Angermair

 

Verkehrswert, Steuerwert, gemeiner Wert, Teilwert, Steuerbilanzwert, Buchwert,…- was ist was ?

Verkehrswert

Der Verkehrswert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen. Der Verkehrswert entspricht dem gemeinen Wert.

Gemeiner Wert und Steuerwert

Der gemeine Wert ist der jeweilige Verkehrswert. Im Bereich der Erbschaft- und Schenkungsteuer ist die Ableitung des gemeinen Werts aus dem objektivierten Verkehrswert in vielen Fällen – da zu aufwendig – nicht vorzunehmen, stattdessen werden besondere Methoden zur Ermittlung des gemeinen Werts vorgeschrieben, so z.B. bei Grundstücken. Es werden für erbschaft- und schenkungsteuerliche Zwecke Steuerwerte angesetzt. Bei Grundstücken weichen die nach den pauschalierenden steuerlichen Bewertungsverfahren (Vergleichswert-, Sachwert-, Ertragswertverfahren) ermittelten Steuerwerte z.T. erheblich vom Verkehrswert ab. Auch bei der Anteils- und Betriebsvermögensbewertung im Wege des vereinfachten Ertragswertfahrens weichen häufig Steuer- und Verkehrswert voneinander ab.

Teilwert

Der Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Unternehmens im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde. Dabei ist davon auszugehen, dass der Erwerber das Unternehmen fortführt. U.a. bei Entnahmen und Einlagen ist grundsätzlich der Teilwert anzusetzen. Bei der Teilwertermittlung handelt es sich um eine Schätzung nach § 162 AO.

Steuerbilanzwert

Steuerbilanz ist eine den steuerlichen Vorschriften entsprechende Bilanz zur Ermittlung des Gewinns durch Betriebsvermögensvergleich. In der Steuerbilanz sind die einzelnen Wirtschaftsgüter mit ihren Steuerbilanzwerten aktiviert und passiviert.

Buchwert

Der Buchwert ist der Wert, mit dem ein Wirtschaftsgut in der Bilanz auszuweisen ist. Der Buchwert des Betriebsvermögens eines Einzelunternehmens entspricht dem Eigenkapital.

3.11.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Richtige Hinterbliebenenabsicherung: die Anrechnung von eigenem Einkommen

Statische und dynamische Liquiditätsplanung

Wenn es um die Hinterbliebenenabsicherung geht, sind immer zwei Planungen erforderlich: die statische Liquiditätsplanung auf der Basis von Bestandsgrößen (Vermögen) und die dynamische Liquiditätsplanung auf der Basis von Stromgrößen (Einnahmen-/Ausgabenrechnung).

Richtige Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben

Eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung bei den abzusichernden Hinterbliebenen ist zunächst nur sinnvoll und möglich, wenn dabei auch eine Zurechnung von Einnahmen und Ausgaben aufgrund von zu verteilenden bzw. verteilten Vermögenswerten im Erbfall erfolgt. Bei einer Erbengemeinschaft z.B. muss im Wege einer geplanten Erbauseinandersetzung unter Berücksichtigung der Zielvorstellungen und Regelungen des Kunden eine Zuordnung der einzelnen Vermögenswerte durchgeführt werden. Soll dabei der überlebende Ehegatte z.B. eine vermietete Eigentumswohnung erhalten, sind auch die damit zusammenhängenden Einnahmen und Ausgaben nur ihm zuzurechnen. Dies hat auch materielle Auswirkungen auf die Witwenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Ist der Kunde z.B. 1963 geboren, die Ehefrau 1964 und haben die Eheleute 1993 geheiratet, handelt es sich im sozialversicherungsrechtlichen Sinne um eine Neuehe.

Neuehen: erweiterte Einkommensanrechnung

Neuehen sind Ehen, bei denen die Eheschließung entweder nach dem 31.12.2001 oder vor dem 1.1.2002 erfolgte, sofern beide Ehegatten nach dem 1.1.1962 geboren sind. Hat die Ehefrau Anspruch auf (hier: große) Witwenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wird nach Ablauf des Sterbevierteljahrs bestimmtes Einkommen auf die Witwenrente angerechnet. Dabei wird zunächst aus bestimmtem Bruttoeinkommen durch Abzug von Pauschalwerten ein Nettoeinkommen ermittelt, von dem dann ein Freibetrag abgezogen wird. Der monatliche Freibetrag beträgt das 26,4fache des aktuellen Rentenwerts, dies sind ab 1.7.2016 803,88 € in den alten Bundesländern und 756,62 € in den neuen Bundesländern. Für jedes Kind des Witwers, das Anspruch auf Waisenrente hat oder nur deshalb nicht hat, weil es nicht ein Kind des Verstorbenen ist, erhöht sich der Freibetrag um das 5,6fache des aktuellen Rentenwerts, dies sind ab 1.7.2016 170,52 € in den alten Bundesländern und 160,50 € in den neuen Bundesländern. Das über den Freibetrag hinausgehende Nettoeinkommen der Witwe wird auf die Rente zu 40 % angerechnet. Während bei Altehen „nur“ Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen sowie bestimmtes Erwerbsersatzeinkommen von öffentlichen Leistungsträgern, wie z.B. die eigene Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, berücksichtigt wird, werden bei Neuehen zusätzlich auch Betriebsrenten, Renten aus privaten LVen/RVen (allerdings ohne „Riester-Rente“), Vermögenseinkommen (u.a. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) sowie Elterngeld berücksichtigt.

28.10.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Wann kann und will ich in Rente gehen ? – erste Anmerkungen zum Flexirentengesetz

Neuregelungen durch das Flexirentengesetz

Viele Kunden sind der Auffassung, dass sie vor dem 65. bzw. 67 Lebensjahr in Rente gehen können und Liquiditätsauswirkungen nur in Form eines Rentenabschlages zu verzeichnen sind. Andere möchten über das 65. bzw. 67. Lebensjahr hinaus weiterarbeiten, sind sich aber über die sozialversicherungsrechtlichen Folgen nicht bewusst. Mit dem Flexirentengesetz, dem der Deutsche Bundestag am 21. Oktober 2016 zugestimmt hat, ergeben sich Änderungen bei der Ruhestandsplanung. Vertrauensschutzregelungen werden nachfolgend nicht berücksichtigt.

Vorzeitig in den Ruhestand

Bei einer Regelaltersrente (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 67 Jahre) und einer Altersrente für besonders langjährig Versicherte (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 65 Jahre) ist eine vorzeitige Inanspruchnahme nicht möglich. Bei einer Altersrente für langjährig Versicherte (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 67 Jahre), einer Altersrente für Frauen (Altersgrenze 65 Jahre; Rentenart entfällt für Versicherte, die ab 1.1.1952 geboren sind), einer Altersrente für schwerbehinderte Menschen (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 65 Jahre) und einer Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit (Altersgrenze 65 Jahre; Rentenart entfällt für Versicherte, die ab 1.1.1952 geboren sind) ist eine vorzeitige Inanspruchnahme möglich. Alle Altersrenten können als Vollrente oder Teilrente bezogen werden, wobei bei der Regelaltersrente und der Altersrente für besonders langjährig Versicherte eine Teilrente erst nach Erreichen der Altersgrenze möglich ist. Daran ändert das Flexirentengesetz nichts. Allerdings wird die Möglichkeit, vor Erreichen der Regelaltersgrenze bei den anderen Rentenarten eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente zu ergänzen, verbessert. Anspruch auf eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze als Vollrente besteht nur, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Die bisher auf den einzelnen Kalendermonat ausgerichtete Hinzuverdienstgrenze wird zugunsten der Versicherten durch eine auf das Kalenderjahr bezogene Grenze ersetzt. Die Hinzuverdienstgrenze beträgt 6.300 €. Die bisherigen, auf Teilrenten in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente abgestimmten Hinzuverdienstgrenzen entfallen. Bei Überschreiten der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze wird der Hinzuverdienst unter Zugrundelegung einer Jahresdurchschnittsbetrachtung stufenlos angerechnet. Das Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze bewirkt – anders als im bisherigen Recht – nicht, dass die Rente über den eigentlichen Hinzuverdienst hinaus gekürzt wird. Die Teilrente kann in ihrer Höhe grundsätzlich frei gewählt werden kann (mindestens jedoch in Höhe von 10 % der Vollrente und höchstens in der Höhe in Anspruch, die sich nach Anwendung von § 34 Abs. 3 SGB VI ergibt). Beschäftigte und Selbstständige, die nach den allgemeinen Vorschriften versicherungspflichtig sind, bleiben vor Erreichen der Regelaltersgrenze auch beim Bezug einer Vollrente versicherungspflichtig. Um die Rentenabschläge auszugleichen, ist eine Zahlung von Beiträgen nunmehr ab einem Alter von 50 Jahren (bisher 55 Jahre) möglich.

Später in den Ruhestand

Versicherungsfrei sind Personen, die eine nach Ablauf des Monats, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde, Vollrente wegen Alters beziehen. Sofern allerdings weitergearbeitet wird, tragen die Arbeitgeber grundsätzlich die Hälfte des Beitrags, der zu zahlen wäre, wenn die Beschäftigten versicherungspflichtig wären. Daran hat das Flexirentengesetz grundsätzlich nichts geändert (Hinweis: die hälftige Tragung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung durch den Arbeitgeber entfällt allerdings bis zum 31.12.2021). Neu ist, dass dem Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt wird, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten. In diesem Fall führen die künftig zu zahlenden Beiträge zu entsprechenden Leistungsansprüchen, bei Bezieherinnen und Beziehern einer Vollrente aus der Rentenversicherung insbesondere zu einer Erhöhung der bisherigen Rente.

Inkrafttreten

Das Flexirentengesetz tritt grundsätzlich zum 1.1.2017, die Neuregelung des Hinzuverdienstrechts erst zum 1.7.2017 in Kraft.

24.10.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille