Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz:

Zum 01.01.2017 wird die Systematik in der Pflegeversicherung auf einen Schlag umgestellt. Die bisherige Einstufung in Pflegestufen wurde letztendlich an körperlichen Gebrechen festgemacht. Die Unterstützung für hilfsbedürftige mit geistigen Problemen wie Demenz war unzureichend.

Die Kernpunkte im Überblick:

Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade:

Im aktuellen System gibt es drei Pflegestufen. Maßstab für die Einstufung in eine Pflegestufe ist ein in Minuten gemessener Hilfebedarf. Hierbei erfolgt die Orientierung alleine an körperlichen Einschränkungen.

Ab 01.01.2017 wird es fünf Pflegegrade geben. Es ist unerheblich, ob die Selbständigkeit aufgrund von körperlichen oder psychischen Einschränkungen beeinträchtigt ist. Entscheidend ist, ob die Person die jeweiligen Tätigkeiten durchführen kann oder nicht. Der Pflegegrad wird in einem neuen Begutachtungsverfahren ermittelt, welches auch die kognitiven Fähigkeiten, Verhaltensweisen und die Möglichkeiten zur Gestaltung des Alltags in den Blick nimmt.

In die Beurteilung fließt auch mit ein, ob sich der Betroffene räumlich und zeitlich orientieren kann und Risiken und Gefahren erkennt.

Der Pflegegrad wird durch ein Punktesystem festgelegt. Je höher der Grad, desto umfangreicher die Leistungen.

Pflegegrad I Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad II Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad III Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad IV Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad V Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit

Automatische Überführung ins neue System:

Die aktuell ca. drei Millionen Versicherten, die bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, werden automatisch in das neue System überführt. Durch die Umstellung soll keinem Pflegebedürftigen ein Nachteil entstehen.

Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen erhalten anstelle der bisherige Pflegestufe den nächsthöheren Pflegegrad.

Pflegebedürfte mit Demenz werden stets zwei Pflegegrade höher eingestuft.

Die Leistungen in Euro pro Monat:

Pflegegrad

Geldleistung

ambulant

Sachleistung

ambulant

Entlastungsbetrag
ambulant (zweckgebunden)

Leistungsbetrag
vollstationär

I    

125

125

II

316

689

125

770

III

545

1298

125

1262

IV

728

1612

125

1775

V

901

1995

125

2005

Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung werden vor allem für Pflegebedürftige mit kognitiven Einschränkungen eine Verbesserung bringen. Bedürftige mit schweren körperlichen Einschränkungen werden nach dem neuen System nach Einschätzung von Experten eher schlechter gestellt werden. Bei vorhandenen körperlichen Einschränkungen wird aktuell die Empfehlung ausgesprochen, den Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe noch in 2016 zu stellen, dann gelte noch altes Recht.

Interessant wird noch sein, wie sich die Pflegekosten entwickeln. Erst, wenn dies absehbar ist, wird sich die finanzielle Konsequenz beurteilen lassen. Der Vorstand des Kassen-Spitzenverbandes Gernot Kiefer geht davon aus, dass durch die Umstellung in 2017 200.000 Menschen zusätzlich Anspruch aus Leistungen aus der Pflegeversicherung haben werden. Wie die Personalbeschaffung erfolgen soll, ist aufgrund des herrschenden Personalmangels in den Pflegeberufen unklar.

Exkurs – Private Pflegezusatzversicherungen:

Von den Anbietern von Privaten Pflegezusatzversicherungen haben sich bisher die wenigsten Anbieter schon konkret festgelegt, wie die bestehenden Verträge in Bezug auf die Einstufung angepasst werden.

Pflegeaspekt in der WohlSorge Beratung:

In der WohlSorge Beratung werden die Themen Alter und Pflege und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Liquidität beleuchtet. Die Veränderungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung fließen hier mit ein. Neben den finanziellen Aspekten der Pflege, sollte im Rahmen von Vorsorgevollmachten im Innenverhältnis auch geklärt werden, wie Pflege erfolgen soll und was diese kosten darf. Hier wird konkret, was eine an den Vorstellungen des Kunden, finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge (WohlSorge) ist.

Praxishinweis:

In unserer Beratungssoftware F.I.N.E.S.S. werden wir mit dem nächsten Release die sich zum 01.01.2017 ergebenden Änderungen bereits berücksichtigt haben. Somit können Sie Ihre Kunden topaktuell beraten.

Weitere Informationen zum Pflegestärkungsgesetz erhalten Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums

Patientenverfügung als Beratungsthema?

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Urteil des BGH zur Patientenverfügung:

Das Urteil des Bundesgerichtshof zur Patientenverfügung hat auch in der Finanzdienstleistungswelt große Beachtung gefunden.

Patientenverfügung als Beratungsthema?

Das Thema Patientenverfügung wurde als „Beratungsthema“ neu entdeckt. Finanzdienstleister und Portale werben mit „rechtssicheren Vollmachten und Verfügungen. Doch „rechtssicher“ ist nur die halbe Miete. Mehr dazu in der Replik auf den Artikel:

„Warum man jetzt mit Kunden über Patientenverfügung sprechen sollte“ im Private Bank Magazin

WohlSorge schafft Klarheit und Transparenz

WohlSorge Beratung schafft eine an den Zielen orientierte finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge für den Erlebens- und den Todesfall und berücksichtigt somit die Aspekte von Vertretungsregelung in einer Art und Weise, wie diese durch Finanzdienstleister auch rechtssicher erbracht werden dürfen. Die Ergebnisse der WohlSorge-Beratung sind eine wesentliche Grundlage für die darauf aufbauenden rechtlichen Gestaltungen.

 

Bis der Tod das Gespräch verhindert

Bis das der Tod das Gespräch verhindert – Tabuthema Erbe:

So die Überschrift des heutigen Artikels in der Süddeutschen Zeitung (Folge 19 der SZ Serie)

Die Hälfte der Klienten kommt erst, wenn der Erbfall schon eingetreten ist. Dabei wäre es für alle Beteiligten anders einfacher. Menschen meiden das Thema Testamentserrichtung. Menschen sind unsicher und können sich nicht entscheiden.
Fachanwalt für Erbrecht Bernhard Klinger

WohlSorge-Beratung nimmt Unsicherheit

In der WohlSorge Beratung nehmen wir den Menschen mit seinen am Anfang meist recht wagen Vorstellungen in den Mittelpunkt. Durch ein strukturiertes, methodisches Vorgehen helfen wir dabei die Ziele zu:

– qualifizieren
– quantifizieren
– p
riorisieren

Sind die Felder der eigenen Absicherung, der Absicherung von nahen Angehörigen gelöst, fällt es erfahrungsgemäß auch einfacher sich mit der Frage der Vermögensübergabe im Erlebens- und Todesfall auseinander zu setzen.

Menschen, die eine WohlSorge Beratung genossen haben, gehen das Thema Testamentserrichtung offensiv und sicher an. Voraussetzung ist eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen WohlSorge Berater – Rechtsanwälten – Notaren und Steuerberatern.

Eine durchschnittliche Erbschaft beträgt 305.000 €
In Deutschland werden jährlich 200 bis 300 Milliarden Euro vererbt.
Die Anzahl der Durchschnittlichen Erben pro Erbfall hat sich in den letzten 16 Jahren von 2,9 auf 2,1 Erben reduziert
(Deutsches Institut für Altersvorsorge)

Warum werden Estate Planner – Generationenberater nicht genannt?

Im Artikel werden vier Berufsgruppen genannt, die mit der Abwicklung von Erbfällen konfrontiert sind:

– die Therapeuten
– der Nachlasspfleger
– der Anwalt
– der Makler

Warum werden Estate Planner – Generationenberater nicht genannt? Liegt der Grund in einer schlechten Recherche der Redakteure oder daran, dass wir mit diesem Thema nicht in Verbindung gebracht werden?

Planung und Gestaltung endet nicht mit dem Erbfall.

Was häufig völlig außer Acht gelassen wird, die Planung und Gestaltung endet nicht mit dem Erbfall. Auf der Grundlage des vorhandenen Nachlassvermögens und der anzuwendenden erbrechtlichen Regelung ergeben sich in vielen Fällen unterschiedlichste Varianten für die Abwicklung des Nachlasses.

Mit der Erstellung des Nachlassverzeichnisses sind die meisten Erben maßlos überfordert.

Ist kein Testamentsvollstrecker bestellt oder keine Nachlasspflegschaft angeordnet, sind die die meisten Erben maßlos überfordert, wenn es um die Erstellung des Nachlassverzeichnisses geht und Formulare vom Nachlassgericht auszufüllen sind. Unkenntnis gepaart mit Nachlässigkeit von einzelnen Erben ist dann nicht selten auch der Anlass für folgende Erbstreitigkeiten.

Die Abwicklung eines Erbfalls bei uns im Haus gleicht eher einem Insolvenzverfahren als einer kundenorientierten Unterstützung für die Erben:
Zitat eines Bankvorstandes

Finanzdienstleister können wertvolle Unterstützung leisten.

Finanzdienstleister können durch ein abgestimmtes Serviceangebot die Erben dabei unterstützen, Transparenz zu schaffen. Transparenz ist in vielen Fällen auch die Grundlage, das Konfliktpotenzial zu minimieren. Dazu bedarf es allerdings eines Umdenkens und eines vernetzten Handelns.

WohlSorge macht Ihr Estate Planning – Generationenberatung erfolgreicher

 

Ruhestandsplanung

 

Ruhestandsplanung – ein neues Geschäftsfeld?

Die Zielgruppe 50plus oder wie man diese auch immer beschreiben möchte, ist seit Jahren im Fokus der Finanzdienstleistungsbranche. Seit einiger Zeit sind verstärkte Aktivitäten im Bereich der Ruhestandsplanung zu verzeichnen. Einige Ausbildungsinstitute haben eigene Qualifizierungsprogramme für Ruhestandsplaner aufgelegt.

Was unterscheidet Ruhestandsplanung von der klassischen Vorsorgeberatung?

Die Ruhestandsplanung richtet sich an die Alterszielgruppe, die sich im Übergang vom aktiven Berufsleben in den Ruhestand befindet, also an die Zielgruppe 50plus. So auch der Titel eines bei SpringerGabler erschienenen Buches „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus“.

Ruhestandsplanung geht dabei bewusst auf die langfristige Einkommenssicherung durch strukturierten Vermögensverzehr ein. Somit knüpft letztendlich die Ruhestandsplanung an die Vorsorgeberatung an bzw. justiert diese nach. Das im Rahmen der Vorsorge aufgebaute Versorgungskapital wird für die Ruhestandsphase so strukturiert, dass laufend ausreichend Liquidität vorhanden ist.

Geht Ruhestandsplanung ohne Berücksichtigung des Nachfolgeaspektes?

Praxisbeispiel:

Nachfolgend das Praxisbeispiel aus dem Buch „Ruhestandsplanung – neuer Beratungsansatz für die Zielgruppe 50plus – erschienen bei SpringerGabler.

Die Kunden, in diesem Fall das Ehepaar Maier. Frau Maier ist 55 Jahre alt und in Teilzeit als Rechtsanwältin tätig. Herr Maier ist 62 Jahre alt und steht kurz vor dem Ruhestand. Das Ehepaar hat zwei Kinder, welche beide studieren. Im ersten Schritt ermittelt der Berater die Ziele und Wünsche der Kunden hinsichtlich Kernthemen der finanziellen Ruhestandsplanung.

Das Thema Vererben hat die Familie Maier noch nicht eindeutig für sich geklärt. Es ist noch nicht entschieden, welcher Teil des Vermögens wann vererbt werden soll. Fest steht hingegen, dass die Lebensqualität im Alter nicht durch das Vererben/Verschenken von Vermögensteilen sinken soll.

 Frage:

Handle ich als Berater verantwortungslos, wenn ich bei den geschilderten Gegebenheiten:

„Die Lebensqualität soll durch Vererben/Verschenken von Vermögensteilen nicht sinken“

den Aspekt Vermögensnachfolge nicht berücksichtige?


Antwort:

Ganz egal, was bisher geregelt ist, der Erbfall eines Ehepartners wird massive Auswirkung auf die Vermögens- und Liquiditätssituation des Überlebenden haben. Eine gute Vorsorgeberatung und Ruhestandsplanung muss die finanziellen Auswirkungen der Vermögensnachfolge berücksichtigen.

Die wesentlichen finanziellen Auswirkungen des Erbfalls:

– Vermögensabfluss an Miterben
Liquiditätsbelastungen aus Erbfall (Pflichtteile, Erbschaftsteuer,..)
– Reduzierung der Einnahmen
– Wegfall von Erwerbseinkommen
– Wegfall von Vermögenseinkommen durch Erbfall
– Kürzung der Hinterbliebenenrente
– Verlust der Kreditwürdigkeit

Fazit:

Es ist begrüßenswert, dass die Zielgruppe 50+ in den Fokus der Beratung rückt. Aber braucht diese Zielgruppe nicht eine umfassende Beratung, die alle Aspekte der Gestaltung der letzten Lebensabschnitte, aufeinander abgestimmt, berücksichtigt – genau das kann WohlSorge Beratung. leisten.

Zielsetzung der WohlSorge Beratung:

Ziel der WohlSorge Beratung ist eine finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall auf der Grundlage der Kunden/Mandantenvorstellungen.

Die Erarbeitung der Grundlagen der Beratung und das Analyseergebnis der Ist-Situation sind die Basis für rechtliche und steuerliche Gestaltungen, welche durch Notare, Rechtsanwälte und Steuerberater umgesetzt werden.

Inhalte der WohlSorge Beratung (Grundpaket):

  • Erarbeitungen der Grundlagen für die Beratung:
    • Vorstellungen des Kunden
    • Finanzielle Rahmenbedingungen (Vermögen und Liquidität)
    • Bisherige Regelungen
  • Analyse der aktuellen Situation (Status Quo):
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Leben
      • Status Quo
      • Rentenphase
      • Pflegefall
    • Erstellung eines Versorgungsstatus Todesfall:
      • Finanzielle Auswirkungen (Liquiditätsbelastungen) des Erbfalls auf der Basis vorhandener Regelungen
      • Finanzielle Auswirkungen des Erbfalls auf die Hinterbliebenenabsicherung
  • Abgleich mit Vorstellungen des Kunden und Besprechung möglicher Handlungsalternativen

WohlSorge schafft Transparenz

Schwieriges Erbe – Die große Unbekannte!

so der Titel eines Artikels vom 18.08. in der Süddeutschen Zeitung,

Der Artikel beschreibt, dass viele Witwen sich zu Lebzeiten ihres Mannes nie mit größeren Geldbeträgen befasst haben. Die Ehemänner haben die Geldanlagen und Finanzgeschäfte alleine erledigt.

Vor allem Frauen über 70 überblicken die eigene finanzielle Situation oftmals eher schlecht.

Estate Planning – Generationenberatung kann helfen:

Die Zielsetzung der WohlSorge Beratung (Estate Planning / Generationenberatung) besteht vor allem auch darin, eine altersgerechte und übergabefähige Vermögensstruktur und Transparenz für die Hinterbliebenen zu schaffen.

Die Zielgruppen:

Im Blogbeitrag „Zielgruppe 55 plus und wofür steht das „plus“? wurde bereits die Unterteilung der Zielgruppen für Estate Planning / Generationenberatung thematisiert.

Estate Planner/Generationenberater berichten häufig darüber, dass Sie mit Kunden älter 75 Jahre zu tun haben, die Geschäftspotenziale in dieser Altersgruppe beschränkt sind und somit der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt.

WohlSorge schafft Transparenz

Der Lösungsansatz:

Spreche ich bei einer WohlSorge-Beratung über das Innenverhältnis der Vollmacht und die Vermögenssorge, höre ich in vielen Fällen von den Ehepartnern (meist die Ehefrauen) da kenne ich mich nicht damit aus, wenn mein Partner (meist Mann) nicht mehr kann, dann will und kann ich das nicht mehr in der Form. Eine Steilvorlage für den Berater.

Der Ansatzpunkt: Transparenz schaffen, alters- und übergabefähige Vermögensstrukturen schaffen, den Partner peu à peu einbinden und mitnehmen.

Dies bedingt, dem Mandanten die Versorgungssituation für:

  • die Rentenphase,
  • den Pflegefall
  • die Hinterbliebenenabsicherung unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen des Erbfalls

aufzuzeigen.

Somit steht auch für jede der Phasen die Vermögensstruktur und der Liquiditätsstatus zur Verfügung… die Grundlage, um sachgerechte Entscheidungen zu treffen.

Stehen altersbedingt bestimmte Vorsorgeprodukte nicht mehr zur Verfügung, sind etwaige Versorgungslücken durch das eigene Vermögen und Vermögensverzehr zu decken. Trifft der Mandant die Entscheidung nicht selbst, muss sichergestellt werden, dass etwaige Vertreter (Bevollmächtigte, Betreuer) im Rahmen eines detaillierten Innenverhältnisses sachgerechte Entscheidungen im Sinne des Vollmachtgebers treffen.

Fazit:
WohlSorge Beratung schafft „Transparentes Erbe“ und das gute Gefühl an alles gedacht zu haben.

Statistik zur Erbschaftsteuer 2015

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Das Statistische Bundesamt hat die Statistik zur Erbschaft- und Schenkungsteuer 2015 veröffentlicht.

Nachfolgend habe ich für Sie einige interessante Aspekte zusammengefasst.

steuerpflichtiger Erwerbe vor Abzug

der steuerpflichtige Erwerb von Abzug im Jahr 2015 beläuft sich auf 102 Mrd. €, davon entfallen:
– 31,748 auf Erwerbe von Todes wegen
– 64,297 auf Schenkungen

Betriebsvermögen:

Auf Betriebsvermögen und Anteile an Kapitalgesellschaften entfiel eine steuerpflichtiger Erwerb von 55,04 Mrd. €, davon:
–  5,734 € auf Erwerbe von Todes wegen
– 49,306 € auf Schenkungen

Das Instrument der Schenkungen wird überwiegend im Bereich von Produktivvermögen genutzt, dies ist sicherlich auch der anstehenden Änderung des Erbschaftsteuergesetzes, mit den erwartenden Verschlechterungen im Bereich der Unternehmensnachfolge geschuldet.

festgesetzte Steuer 2015:

von der festgesetzte Erbschafts-Schenkungsteuer (ohne beschränkte Steuerpflicht) von 5,487 Mrd. € entfallen:
4,407 Mrd. € auf Erwerbe von Todeswegen
– 1,088 Mrd. € auf Schenkungen

Die festgesetzte Steuer bei beschränkter Steuerpflicht beträgt 17 Mio €

Steuerpflichtige Erwerbe:

Von den steuerpflichtigen Erwerben 2015 entfielen:

auf Erwerb von Todes wegen:
– 141.984 Fälle mit einem steuerpflichtigen Erwerb von 35 Mrd. €
auf Schenkungen:
– 29.971 Fälle mit einem steuerpflichtigen Erwerb von 14 Mrd. €

Die Verteilung nach Steuerklassen in Mrd. €:

Steuerklasse 1 Steuerklasse 2 Steuerklasse 3
steuerpfl. Erwerb 23,276 6,14 5,623
festgesetzte Steuer 2,727 1,279 1,480

Bei den Fällen der Steuerklasse 3 wird es sich in vielen Fällen um den nicht ehelichen Partner handeln. Hier gilt es in der Beratung sinnvolle und steueroptimierte Versorgungskonzepte im Angebot zu haben und anzubieten.

Nachlassverteilung

Im Jahr 2015 betrug der Wert des Reinnachlasses, nach Abzug der Verbindlichkeiten 31,275 Mrd. €, davon entfielen:

– 12,567 Mrd. € auf Grundvermögen
– 22,215 Mrd. € auf übriges Vermögen (überwiegend Kapital u. WP)
–  3,629 Mrd. € auf Betriebsvermögen
–  0,361 Mrd. € auf land. und forstwirtschaftliches Vermögen

ca. 43% der Erwerbe sind in der Größenordnung zwischen 500 T€ und 2,5 Mio €.

Zur vollständigen Statistik

 

BGH – Patientenverfügung muss konkret sein!

Eine Patientenverfügung muss nach dem Beschluss des BGH genau und konkret sein. Allgemeine Anweisungen wie „ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen“ reichen nicht aus.

Zum Sachverhalt:

Im konkreten Fall handelt es sich um eine 75jährige, die nach einem Hirnschlag über eine Magensonde ernährt wurde und sich nicht artikulieren konnte.

In ihrer Patientenverfügung hatte sie sich für den Fall eines Gehirnschadens gegen lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen.

Die Frau hatte der Patientenverfügung noch eine Vorsorgevollmacht für Ihre drei Töchter beigefügt, in denen sie diese ermächtigt, mit den behandelnden Ärzten alle erforderliche Entscheidungen zu treffen, um den Willen der Patientenverfügung umzusetzen. Einer ihrer drei Töchter hatte die Frau zusätzlich noch eine Generalvollmacht zur Vertretung auch in allen medizinischen Angelegenheiten erteilt.

Die behandelnde Ärztin und die generalbevollmächtigte Tochter und die Ärztin waren der Ansicht, dass ein Abbruch der künstlichen Ernährung nicht dem Willen der Mutter entspreche. Die beiden anderen Töchter wollten die künstliche Ernährung abbrechen lassen und beantragten beim Betreuungsgericht entsprechend juristische Schritte. Der Sachverhalt kam zum Bundesgerichtshof – der nun entschied, die zu verlangende „bestimmte Behandlungsentscheidung“ liege nicht vor.

Reaktion in den Medien:

Die Zeit führt in ihrem Artikel vom 09. August aus:

Worauf es ankommt:
Vordrucke verwenden:

Patientenverfügungen, die Laien in ihren eigenen Worten formuliert haben, werden oft nicht beachtet, gerade wenn sie vage Aussagen enthalten. Sätze wie, „Wenn ich für Ärzte im Sterben liege, möchte ich nicht an Schläuchen hängen“ sind für Ärzte nicht hilfreich – und juristisch nicht wirksam.

Ärzte und Anwälte können mehr mit Patientenverfügungen anfangen, die auf der Basis gut formulierter Vordrucke erstellt wurden und mögliche künftige Situationen beschreiben.

Aber Vorsicht, nicht alle Vordrucke sind gut. Die Medizin-Anwältin Beate Steldinger empfiehlt die Textbausteine, die das Bundesjustizministerium online anbietet.

Spiegel online führt aus:

Millionen Deutsche aufgefordert, Dokumente zu prüfen

Die Süddeutsche schreibt in der Ausgabe vom 10.08:

Laut Umfrage haben 28% aller erwachsenen Deutschen und 44 Prozent der über 60-jährigen eine Patientenverfügung. Sie sollten nun prüfen, ob sie den Anforderungen des Bundesgerichtshofs genügt.

Auswirkung auf die Beratungspraxis:

Der Fall macht deutlich, wie komplex die Thematik „Vertretungsregelung“ ist und wie schwer es für Menschen ist, für diese Situationen individuell, den eigenen Vorstellungen entsprechend zu verfügen.

Was in den meisten Fällen viel zu kurz kommt, ist die Darstellung, in welchem Zusammenhang die unterschiedlichen Regelungen zu einander stehen, z.B. das Verhältnis Generalvollmacht zu Patientenverfügung oder im Bereich der Vermögenssorge das Verhältnis Bankvollmacht zur Betreuungsverfügung.

Zurecht wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es sei das Innenverhältnis zu regeln, nur wer unterstützt dabei? Machen Sie doch den Versuch bei sich selbst, sind Sie in der Lage, das Innenverhältnis einer Vollmacht für Ihre eigene Situation vollumfänglich zu regeln? Die meisten Menschen scheitern daran und flüchten sich dann in vage Formulierungen, die wie oben beschrieben dann ggf. rechtlich nicht bindend sind.

Folgt ein Mensch den Empfehlungen der oben genannten Medien:

– Vorhandene Dokumente überprüfen
Vordrucke verwenden

Ist das Ergebnis bereits vorprogrammiert – es wird anders aber nicht besser!

Es muss konkret sein…

Unsere Verantwortung als Estate Planner – Generationenberater:

Unseren Beratungsauftrag können wir nur nachkommen, wenn uns hierfür auch alle erforderlichen Informationen vorliegen, dazu gehört insbesondere auch, welche Zielsetzungen unsere Mandaten haben. Aber genau daran scheitern nahezu alle Menschen. Das liegt daran, dass man Ziele nur formulieren kann, wenn man den Umfang und die Zusammenhänge in den jeweiligen Themengebieten kennt.

Vor diesem Hintergrund steht am Beginn unserer Beratungen eine ausführliche Anamnese –durch einen strukturierten Anamnesebogen. Der Anamnesebogen führt durch alle Themenbereiche der Vorsorge- und Vermögensnachfolge.

Die im Anamnesebogen erhobenen Daten bilden die Grundlage für das weitere Beratungsmandat und ermöglichen eine effiziente, zielgerichtete Beratung und zeigt auf, an welcher Stelle welche Netzwerkpartner hinzuzuziehen sind.

Sie fragen sich jetzt, dürfen wir das?

Der Nomos Kommentar zum Rechtsdienstleistungsgesetz führt zu § 5 RDG in Ziff. 87 aus:

„Die Hilfestellung bei der Formulierung einer Patientenverfügung ist als zur ärztlichen Beratung gehörend anzusehen. Die Formulierung einer solchen Patientenverfügung mit ihren komplizierten rechtlichen Indikationen stellt keine Hilfstätigkeit zu der ärztlichen Beratung, sondern eine eigenständige Hauptaufgabe dar, die die volle Kompetenz eines Rechtsanwaltes erfordert.

Als Estate Planner / Generationenberater geben wir…

  • zunächst wertvolle Hilfestellung bei den Themengebieten der Vorsorge- und Vermögensnachfolge
  • Skizzieren den Status und Quo
  • zeigen Zielabweichungen auf und…
  • übernehmen im Bereich der finanziellen und wirtschaftlichen Gestaltungsinstrumente die Umsetzung und…
  • arbeiten darüber hinaus mit den rechts- und steuerberatenden Berufen, mit dem Ziel einer finanziell und rechtlich abgestimmten Vorsorge- und Vermögensnachfolge zusammen.

Bezugsrecht bei Versicherungsverträgen

Empfänger muss Präzise genannt sein!

Beim Abschluss einer Lebensversicherung sollte der Versicherte genau festlegen, an wen die Leistung im Todesfall ausgezahlt werden soll.

So heute eine von der dpa veröffentlichte Mitteilung des GDV (Gesamtverband der Versicherungswirtschaft)

Beratungstipp für Estate Planner – Generationenberater – Ruhestandsplaner:

Die meisten Versicherungsverträge, bei der Kundenzielgruppe für Estate Planning und Generationenberatung weisen unzureichende Bezugsrechtsregelungen auf. Sei es, dass diese:

– unpräzise
– überaltert und nicht mehr aktuell
– nicht mit der erbrechtlichen Regelung abgestimmt

sind.
Insofern stellt dieser Aspekt einen wunderbaren Anlass dar um mit Kunden über Estate Planning und Generationenberatung ins Gespräch zu kommen.

 

Die differenzierte Bewertung des Vermögens – Teil 1: Immobilienvermögen

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Die Bewertung des Vermögens hat im Estate Planning / Generationenberatung eine zentrale Bedeutung. Leider viel zu häufig wird diesem Aspekt eine eher untergeordnete Rolle beigemessen. Bei Immobilien verlässt man sich auf die Wertangaben des Kunden. Diese Werte werden im Anschluss für die wirtschaftlichen – zivilrechtlichen und steuerlichen Betrachtungen herangezogen.

Eine trügerische und fehlerbehaftete Vorgehensweise – wie das nachfolgende Beispiel beweist.

Im Rahmen eines Beratungsmandates, in welchem eine Immobilie eine zentrale Rolle spielte wurde mir vom Kunden ein Wert von 3 Mio. genannt. Er meinte, aktuell werden in München Verkaufspreise in der Größenordnung einer 20fachen Miete erzielt.

Daten des Objektes:

Baujahr 1990
Wohn/Nutzfläche 938 m²
Grundstücksgröße 1.190 m²
Bodenrichtwert 2.000 m²
Anzahl der Wohnungen 18
Jahresnettokaltmiete 152.500 €
Mit Ausnahme des Bodenrichtwertes sind i.d.R. alle für die erbschaftsteuerliche Bewertung erforderlichen Daten vorhanden. Der Kunde war auch gerne bereit, die überschaubaren Kosten von 30 € für die Bodenrichtwertauskunft in München auf sich zu nehmen.

Die erbschaftsteuerliche Bewertung nach dem Ertragswertverfahren – berechnet mit F.I.N.E.S.S. – lieferte einen erbschaftsteuerlichen Wert von 2,38 Mio. (vor Privilegierung)
Eine Abweichung von 620.000 € zum Kunden genannten Verkehrswert.
(*standortspezifische Bewirtschaftungskosten und Bodenwertverzinsung wurden nicht berücksichtigt)

Da im Rahmen des Estate Planning dem Verkehrswert für eine mögliche Erbauseinandersetzung, für Pflichtteile und Pflichtteilsergänzungs-ansprüche eine große Bedeutung zukommt und der Kunde Planungssicherheit haben wollte, wurde für das Objekt ein Verkehrswertgutachten erstellt. Zwischenzeitlich liegt dieses Gutachten vor und weist für das Objekt einen Verkehrswert von 3,6 Mio. aus.

Die Wertabweichungen im Überblick:

Wertangabe des Kunden: 3 Mio.
Verkehrswertgutachten: 3,6 Mio.
Erbschaftsteuerlicher Wert: 2,38 Mio.

Darstellung Vermögensbilanz F.I.N.E.S.S

Checkliste für die Beratung:

Auftragsklärung: Wünscht der Kunde eine überschlägige oder eine ausführliche Betrachtung und Auswertung.
Anmerkung:
>90% meiner Mandaten wünschen eine ausführliche Betrachtung und Auswertung
Datenbeschaffung erforderliche Informationen gem. Datenerhebungsbogen
Plausibilitätsrecherche (Bewertungsabteilung, Immowelt, Immoscout, Immonet, Planethome,…)
Klärung Gutachterausschuss Gibt es regionalspezifische Bewirtschaftungskosten und Bodenwertverzinsung
Bodenrichtwertauskunft www.boris-[bundesland].de
aktueller Immobilienmarktbericht (Kosten des Immobilienmarktbericht der Landeshauptstadt München € 65)
Netzwerk Gutachter Immobilienbewertung, es sollte gewährleistet sein, dass die Gutachten von der Finanzverwaltung anerkannt werden.

Hinweis:
Beleihungswertgutachten sind für diese Zwecke ungeeignet.

Fazit:

Es gibt teilweise erhebliche Unterschiede zwischen Verkehrswert und erbschaftsteuerlichen Wert. Abhängig von den regionalen Gegebenheiten und dem anzuwendenen Bewertungsverfahren ist eine Abweichung in beiden Richtungen möglich. Darauf nicht hinzuweisen, bzw. diese Aspekte unberücksichtigt zu lassen kann aus Haftungs- und Imagegründen problematisch sein. Wer, wenn nicht wir als Estate Planner / Generationenberater sollen sich dem Thema Bewertung annehmen? Anwälte und Notare machen es in der Praxis in der Regel nicht. Mit den richtigen Arbeitsmitteln (F.I.N.E.S.S.) und einer strukturierten Arbeitsweise ist die Bewertung auch kein „Hexenwerk“

Auf den Irrglauben, die Bewertung im Rahmen es Estate Planning /Generationenberatung sei ein Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz gehe ich in einem separatem Artikel ein.

Wohnimmobilienkreditrichtlinie und Estate Planning

Gesetz lässt Vergabe von Baukrediten einbrechen – so im Artikel der FAZ vom 27.07.2016! Insbesondere Sparkassen leiden unter der neuen Richtlinie.

Doch was hat die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) mit Estate Planning und Generationenberatung zu tun?

Der „typische“ Kunde für Estate Planning und Generationenberatung gehört der Altersgruppe 55+ an und verfügt über nicht unerhebliches Immobilienvermögen. Darlehen stehen zur Prolongation an, umfangreichere Renovierungsarbeiten bei vermieteten Immobilien sind zu finanzieren. Das nicht altersgerechte Familienwohnheim soll alten- und pflegegerecht umgebaut werden.

Die WIKR fordert, dass die Rückzahlungsfähigkeit des Kunden über die gesamte Laufzeit des Darlehens sichergestellt ist. Für die Zeit nach der Zinsbindung wird von vielen Instituten aktuell mit einem Kapitaldienst von 6% kalkulatorisch weiter gerechnet.

Doch was, wenn der Kunde während der Laufzeit des Darlehens in Rente geht und rechnerisch die Liquidität zur Rückzahlung nicht mehr ausreicht? Oder der Hauptversorger verstirbt und der/die Hinterbliebene im Rahmen der Erbschaft das Objekt übernehmen möchte.

Das als Altersvorsorge aufgebaute Immobilienvermögen zu erhalten kann zu einem ernsthaften Problem werden. Wer nicht weitsichtig und frühzeitig handelt droht im Ernstfall der Zwangsverkauf.

Estate Planning – Generationenberatung und WIKR:

„Vom Neinsager, Bedenkenträger und Geschäftsverhinderer zum WohlSorger©“.

Altersgerechte und übergabefähige Vermögensstrukturen und die Lebensphasenliquidität für die Status Rente – Pflege und Hinterbliebenenversorgung unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen des Erbfalls sind elementare Bestandteile des Estate Plannings.

 

 

 

 

 

 

Der Kunde erhält einen Überblick über die Liquiditätssituation im Alter, im Pflegefall und nach dem Erbfall. Der Kunde wird für sich und seine Angehörigen verantwortungsvolle sachgerechte Entscheidungen treffen.

Es ist ein erheblicher Qualitäts- und Wahrnehmungsunterschied, ob man einen Kunden eine Finanzierungsanfrage ablehnt oder im Vorfeld mit den Kunden im Rahmen eines Estate Plannings die Lebensphase 55+ finanziell begleitet und somit die Grundlagen für eine altersgerechte und übergabefähige Vermögens- und Liquiditätsstruktur schafft.

Agieren statt reagieren:

Nutzen Sie die „Gunst der Stunde“ – Das Gros Ihrer Kunden ist 55+ und wartet sehnsüchtig auf eine umfassende Beratung in den Themenfeldern Vorsorge- und Vermögensnachfolge. Mit dem GeNe Methodensystem (Beratungssoftware F.I.N.E.S.S. inkl. Beratungsvertrag – Beratungskarten – Beratungsbogen) stehen Ihnen alle erforderlichen Tools für ein erfolgreiches und kundenorientiertes Estate Planning / Generationenberatung zur Verfügung.

Regulatorischen Maßnahmen und die Niedrigzinsphase können wir leider nicht wegzaubern – aber wir können das Beste daraus machen.