Entscheidungen im Kontext betrachten

Entscheidungen im Kontext ihrer Entstehung zu betrachten ist in der WohlSorge-Beratung unverzichtbar.

Wer kennt das nicht:

Ein neuer Mandant kommt und Sie können ihn für eine umfassende Beratung begeistern und gewinnen. Sie machen sich ein transparentes Bild der Motivlage (Ziele und Wünsche), das Vermögen ist Ihnen vollständig bekannt und auch die Liquiditätssituation ist offen gelegt.

Es gibt bereits Regelungen rechtlicher, steuerlicher und finanziell-wirtschaftlicher Natur, die für die weitere Planung eine Bedeutung haben und berücksichtigt werden müssen.  Eine Regelung davon ist aus aktueller Sicht der Dinge offenkundig nachteilig für den Mandanten und nicht nachvollziehbar. Der Mandant ist vielleicht nicht gut auf den damaligen Berater zu sprechen, der diese Regelung in Gang gesetzt hat. Der Kontext der seinerzeit getroffenen Entscheidung ist nicht bekannt.

In der Welt ist es sehr selten mit dem Entweder-Oder getan.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Methoden- und Kommunkationskompetenz sind in der WohlSorge-Beratung bedeutende Erfolgsfaktoren. Es gilt dabei, bestehende Regelungen, Vermögens- und Liquiditätsstrukturen zu hinterfragen und nicht gemeinsam mit dem Mandanten gegen vorherige Berater zu wettern.

Die Entscheidungsbasis ist eventuell noch nicht vollständig gegeben, weil Ihnen nur Teilaspekte des Ganzen bekannt sind und wichtige Ergänzungen  wie z.B. Protokoll-Anlagen fehlen. Wenn Sie nicht die vollständigen Informationen zu einer getroffenen Entscheidung kennen, können Sie auch nicht beurteilen, warum dieser Weg beschritten wurde. Gründe der Entscheidung können z.B. im Umfeld des Mandanten, der damaligen Vermögensstruktur, steuerlich/rechtlichen Aspekten und der damaligen Lebenssituation liegen.

Jeder von uns kennt solche Beispiele aus Presse, Rundfunk und Versammlungen. Ein aus dem Kontext gerissener Aspekt wird gezeigt, der Entscheidungsweg dahinter bleibt verborgen. Das Ergebnis ist ein Zerrbild der Wirklichkeit.

Kompetente Berater in der WohlSorge, Estate Planning, Generationenberatung müssen viele Fragen stellen, um den Mandanten zu verstehen. Der Zeitaufwand lohnt sich immer, denn wer zu Beginn viel Zeit investiert, spart am Ende Zeit, wenn der Gesamt-Kontext  transparent ist. Die Dokumentation des Bildes, das sich daraus ergibt, sollte Teil des Beratungsprozesses sein. Sonst sind unter Umständen Sie in einigen Jahren der BeraterIn, der die „falsche“ Entscheidung in die Wege geleitet hat.

 

WohlSorge-Beratung ist wirtschaftlich erfolgreich mit fachlicher, methodischer Vorgehensweise und der konkreten Quantifizierung der Kundensituation durch Einsatz der Beratungssoftware F.I.N.E.S.S.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit den richtigen Fragen!

Besuchen Sie unsere Estate Planner Tage in der Region 2017, bleiben Sie fachlich fit und machen Sie Ihr Estate Planning/Generationenmanagement zum Ertragsbringer.

Informationen zu Programm und Inhalten:

 

Vollmacht und Verantwortung – „In einem anderen Leben“

Vollmacht und Verantwortung:

Die Übernahme einer Vollmacht und Verantwortung für die WohlSorge eines anderen Menschen beinhaltet vielfältige Aspekte.

Es ist ein großer Vertrauensbeweis, der für „blindes Vertrauen“ spricht, wenn man als Vertretungsberechtigter eingesetzt wird.

Eine Vertretung ausüben bedeutet, dass ich mich in einem anderen Leben bewege – diese Leben maßgeblich steuere und darüber entscheide.

Von der Vollmachtserteilung zur Umsetzung:

Die Ausübung einer Vollmacht kann als schleichender Prozess beginnen, wenn der Vollmachtgeber allmählich nicht mehr in der Lage ist, Dinge eigenständig zu regeln. Es kann ein Thema sein, dass ad hoc eintritt und somit unmittelbar bewältigt werden muss. Dies ist ganz ähnlich wie bei einer Testamentsvollstreckung, wo die Tätigkeit auch nicht in ruhigere Zeiten verlegt werden kann, sondern sofort beginnen muss.

Was ist „in einem anderen Leben“ zu tun?

Sich in einem anderen Leben bewegen bedeutet unter anderem im finanziell-wirtschaftlichen Bereich Entscheidungen herbeizuführen und umzusetzen wie z.B.:

  • Pflegevereinbarungen abschließen, die Pflegekosten über Standard hinaus verantworten  und die übersteigenden Kosten aus der laufenden Liquidität oder dem Vermögen zu entnehmen
  • in medizinische Behandlungen einwilligen und die ggf. übersteigenden Kosten aus Liquidität/Vermögen entnehmen
  • Vermögen anlegen und über Rendite und Chancen entscheiden
  • Immobilien verwalten und über die Vermietung, laufende Kosten, Investitionen, Ersparnismöglichkeiten z.B. im Energiesektor entscheiden und diese überwachen
  • ein vorhandenes Unternehmen selbst weiterleiten, abwickeln oder kompetente Personen in die Leitung einbinden
  • Steuerliche Erklärungen abgeben und verantworten
  • Bei Vermögensverzehr über die Rangfolge der Veräußerung von Vermögensgegenständen entscheiden und dies verantworten
  • wichtige Menschen/Unterhaltsberechtigte angemessen versorgen
  • …..

Viele dieser Entscheidungen sind unter Eheleuten in einer funktionierenden Beziehung alltäglich und jeder erfüllt den Part, den er kennt und beherrscht. Dies kann herausfordernd werden, wenn ich mich als Ehepartner auf neuem und fremden Terrain bewegen muss.

Für Dritte wie z.B. Kinder oder vertraute Menschen sind diese Themen in einem anderen Leben oft komplettes Neuland, der Betroffene kann aus gesundheitlichen Gründen nicht befragt werden. Der Zeitaufwand für einen personen- und sachgerechten Umgang im anderen Leben, erfordert viele Entscheidungen in den Bereichen Aufenthalt, Gesundheit und Vermögen. Ein hohes Anforderungsprofil an denjenigen, der die Zukunft eines anderen Menschen aktiv gestalten soll.

Dieser Verantwortung für ein anderes Leben kann ein Vertreter nur gerecht werden, wenn ihm die Leitplanken seines Handelns und die wirtschaftliche-finanzielle Basis seines Tuns im Vorfeld umfassend bekannt sind.

Im anderen Falle kann nur gemutmaßt werden, was sich dieser Mensch in seiner Situation gewünscht hätte….

Dieser Weg kann weder für den Vertretenen noch für die Vertreter wünschenswert sein.

WohlSorge-Beratung bedeutet Verantwortung für Notsituationen aktiv und individuell gestalten!

Vertretungsregelungen und die dazugehörigen Vereinbarungen sind individuell und basieren auf einer wirtschaftlich-finanziellen Struktur!

Vollmacht und Rivalität der Erben

 

Die Auswahl der Person…

In der Praxis der WohlSorge-Beratung zeigt sich immer wieder, dass das Thema Vollmacht (Vertetungsregelung) und die mögliche Rivalität innerhalb der Familie in den Fokus genommen werden müssen.

Die Auswahl der „richtigen“ Person für die Vertretung in Notsituationen und bei Handlungsunfähigkeit ist schwer, weil die Vorstellung dieser Situation belastend und unangenehm ist. Jeder Mensch möchte gerne das Heft in der Hand halten und selbstbestimmt sein – Die Vorstellung der Fremdbestimmung ist unangenehm.

In meinem Sinne handeln…

Wem also kann ich als Mensch so vertrauen, dass er/sie die Dinge in meinem Sinne regelt in den wichtigen Bereichen meiner Gesundheit, meines Aufenthaltes und meines Vermögens?

Wer hat hinreichende Kompetenzen und kennt meine persönlichen Leitlinien des Handelns, meine Wertvorstellungen vom Leben in solch einer Situation?

So beantwortet sich von alleine, dass ein reiner Fragebogen zum Ankreuzen der Individualität eines Menschen und seines Vermögens nicht annähernd gerecht wird – gleiches gilt für die zwischenzeitlich im Internet verfügbaren „Vollmachtsgeneratoren“ verschiedener Anbieter. Es braucht Beratung, dies werden wir auf dem Blog zu gegebener Zeit noch näher für Sie beleuchten.

In Familiensituationen mit mehreren Kindern und/oder Patchworkfamilien kommt eine weitere Komponente hinzu.

Vollmacht und Rivalität der Erben:

Zunächst ist für einen Vertretungsberechtigen die Übernahme dieser Aufgabe zu fitten Zeiten des Vollmachtgebers nur eine kleine Aufgabe und ein großer Vertrauensbeweis. Für die nicht Beteiligten Geschwister kann es somit schnell folgende Wahrnehmung bedeuten:

  • Eifersucht
  • Konkurrenz
  • Fehlendes Vertrauen der Eltern
  • Informationsdefizit
  • kein Umgang miteinander auf Augenhöhe
  • Angst vor Benachteiligung auf finanzieller Ebene
  • ….

WohlSorge-Beratung sollte diese emotionalen Aspekte bei der Auswahl der handelnden Personen mit in den Blick nehmen. Meine Erfahrung ist, dass Eltern diese Bedenken schnell selbst äußern und um Unterstützung bei dieser wichtigen Fragestellung bitten.

Dieser latente Konflikt beinhaltet viele Chancen und Ansätze für die WohlSorge-Beratung. So kommen Sie mit der richtigen Methodik zu einer Vielzahl von Ansatzpunkten und schaffen intensiven Kontakt zur Nachfolgeneration.

WohlSorge schafft Verbindungen!

Leben und Wohnen im Alter-die 4.Säule

Die Serie der Süddeutschen Zeitung „Unsere Zukunft,unsere Rente“ beschäftigt sich im  Artikel  vom 15.09.2016 mit der Thematik Zeitkonten. Brauchen wir das Fureai-Kippu-System (Pflegebeziehungs-Ticket aus Japan)? Es ist ein Zeitbankensystem für Pflegedienstleistungen. Wer in Japan Hilfe ohne Gegenleistung annimmt, verliert traditionell sein Gesicht. Mit diesem Zeitkonto können die Menschen die Leistungen von Versicherungen ergänzen.

Die Idee der Zeitbanken wurde hierzulande vielfach als die vierte Säule der Altersvorsorge propagiert. Es geht um das Leben und Wohnen im Alter.

Das Prinzip ist relativ einfach und funktioniert wie folgt:

Menschen unterstützen ehrenamtlich andere, die Hilfe brauchen in ihrem Alltag. Das können unterschiedlichste Dienstleistungen sein wie z.B. Einkäufe erledigen, Begleitung zum Arzt, Hilfe bei der Gartenarbeit,etc..

Die investierte Zeit wird auf einem Zeitkonto gutgeschrieben und kann später bei eigener Hilfsbedürftigkeit z.B. im Alter bei der jeweiligen Vereinigung abgerufen werden.

So sind mittlerweile viele Vereinigungen entstanden, die zum Teil oder ganz diesem Prinzip folgen in Form von Nachbarschaftshilfe oder Seniorengenossenschaften. Die Unterstützung führt dazu, dass gesellschaftliche Lücken geschlossen werden. Kinder leben nicht mehr in der Nähe der Eltern, gute Freunde altern und sind nicht zur Hilfe in der Lage. Bundesweit gibt es laut dem Artikel derzeit rund 220 Initiativen. In einigen Fällen kann die Leistung gegen Honorar beansprucht werden, wenn zuvor keine Guthaben angespart wurden auf dem Zeitkonto.

 

Leben und Wohnen im Alter

Wenn es um das Thema „Leben und Wohnen im Alter“ im Rahmen einer WohlSorge-Beratung geht, ist ein häufiger Wunsch:

„Ich möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben“ 

Dieser Wunsch beinhaltet finanziell-wirtschaftliche Aspekte, um die Versorgung in den einigen vier Wänden optimal zu gestalten, die wir bereits in einem früheren Artikel beleuchtet haben:

Häusliche Pflege und die Folgekosten

Dieser Wunsch beinhaltet emotionale Dimensionen, die den Menschen mit seinen persönlichen Motiven und Wünschen in den Blick nimmt.

Zeit, Unterstützung, menschlicher Kontakt und Nähe sind mit den benannten Initiativen oder professionellen Dienstleistern gut zu verwirklichen.

Bei unseren Beratungen greifen w