Dynamische Liquiditätsplanung und stationäre Pflege

Zweites Pflegestärkungsgesetz – PSG II

Das Zweite Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Zweites Pflegestärkungsgesetz – PSG II) v. 21.12.2015 ist u.a. betreffend die Vorschriften zur Bestimmung der Pflegegrade, zum Beitrags-, Vergütungs- und Leistungsrecht sowie weitere daran anknüpfende Regelungen zum 1.1.2017 in Kraft getreten. 2016 diente insoweit als Vorbereitungszeitraum.

Stationäre Pflege

Ab 1.1.2017 wird ein sog. einrichtungseinheitlicher Eigenanteil für die Pflegegrade 2-5 (nicht Pflegegrad 1) ausgewiesen. Jede Pflegeeinrichtung bzw. jedes Pflegeheim hat danach einen Eigenanteil zu ermitteln, der bei jedem Pflegegrad gleich hoch sein muss. Die Eigenanteile können sich also von Pflegeheim zu Pflegeheim unterscheiden, in dem jeweiligen Pflegeheim ist der Eigenanteil dagegen bei den verschiedenen Pflegegraden gleich hoch. Wer weniger Pflege benötigt, zahlt grundsätzlich (ohne Berücksichtigung der Zusatzleistungen) in dem Pflegeheim genauso viel wie eine Person, die stark pflegebedürftig ist. Als Informationsquelle eignet sich hervorragend der AOK-Pflegeheimnavigator (www.aok-pflegeheimnavigator.de). Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (pflegebedingter Eigenanteil) ist der Zuzahlungsbetrag des Pflegebedürftigen in Bezug auf die eigentliche Pflege. Dazu kommen noch die monatlichen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und die Investitionskosten. Das sind Kosten, die dem Träger von Pflegeeinrichtungen im Zusammenhang mit Herstellung, Anschaffung und Instandsetzung von Gebäuden und der damit verbundenen technischen Anlagen entstehen.

Beispielrechnung vollstationäre Dauerpflege (ausgewähltes Pflegeheim in Bayern) PG 2 PG 3 PG 4 PG 5
Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (mtl.) * 815 €
Unterkunft und Verpflegung (mtl.) * 617 €
Investitionskosten (mtl.) * 365 €
Monatliche Versorgungslücke vor sonstigen Einnahmen und Ausgaben 1.797 €

* durchschnittlich 30,42 Tage

Außerdem können noch Kosten für Zusatzleistungen (besondere Komfortleistungen bei Unterkunft und Verpflegung, zusätzliche pflegerisch-betreuende Leistungen) hinzukommen.

Einkommensteuerliche Besonderheiten

Kosten für die altersbedingte Unterbringung in einem Pflegeheim sind nicht als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen. Es handelt sich um Kosten der privaten Lebensführung i.S.d. § 12 EStG. Wird die Person während der altersbedingten Unterbringung pflegebedürftig, können nur die (gesondert in Rechnung gestellten) Pflege-/Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden. Sofern die Unterbringung dagegen krankheits-/pflegebedingt ist, sind die Aufwendungen für die Pflege eines pflegebedürftigen Steuerpflichtigen (Person mit Pflegegrad) ebenso wie Krankheitskosten eine außergewöhnliche Belastung. Auch die Unterbringungskosten können in einem solchen Fall angesetzt werden.

Von den vorstehenden Kosten werden die Leistungen der Pflegekasse/Krankenkasse, eine zumutbare Belastung (vgl. § 33 Abs. 2 EStG) und ggf. eine Haushaltsersparnis (sofern der Haushalt aufgelöst wird, 2017: 8.820 €) abgezogen.

Anstelle einer Steuerermäßigung nach § 33 EStG können behinderte Menschen einen Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b Abs. 3 EStG geltend machen.

24.2.2017, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

NextGen! Private Banking Kunden

NextGen!

NextGen! so das Schlagwort, dass sich mit der gewaltigen Herausforderung im Zusammenhang mit der Vererbungswelle und der nachfolgenden Kundengeneration im Private Banking beschäftigt

Der Status Quo:

  • Die Kundenbestände im Private Banking sind extrem überaltert – Kunden im Alter 65+ bilden das Gro
  • Die Nachfolgegeneration der Private Banking Kunden gehört der Altersgruppe 40+ bis 50+ an
    Private Banking Kunden mit einem Gesamtvermögen zwischen 2,5 – 7,5 Mio € haben ca. 50% ihres Gesamtvermögens in Immobilien, 20% in liquiden Vermögen und ca. 30% in Beteiligungen (meist eigene aktive Beteiligungen – Unternehmer!)
  • Private Banking in Deutschland hat den Schwerpunkt in der Anlage des liquiden Vermögens
  • Die Erträge im Private Banking sind seit Jahren rückläufig
  • Die Geschäftspotenziale, die in der Anlageklasse Immobilie liegen, werden unzureichend genutzt

In dem Artikel „Kundenstrukturen“ erschienen in der Ausgabe 01/2017 des Private Banking Magazin, beschäftigen wir uns mit den Kundenstrukturen im Private Banking, den damit zusammenhängenden altersspezifischen Bedarfen der Kunden. Wir zeigen auf, welche Maßnahmen erforderlich sind, um wirksam entgegenzuwirken.

Zum Artikel

In einem der nächsten Blogbeiträge werden wir darauf eingehen, wie Estate Planning – Generationenmanagement helfen kann die nachfolgende Generation der Private Banking Kunden zu gewinnen und die Geschäftspotenziale in der Assetklasse Immobilie zu erschließen.

Ihr

Heinz Angermair

Fakten: Estate Planning – Generationenberatung

Fakten: Estate Planning – Generationenberatung:

Estate Planning und Generationenberatung ist nichts Neues. Derzeit ist zu beobachten, dass aufgrund der demografischen Entwicklung und der digitalen Transformation Estate Planning / Generationenberatung wieder vermehrt im Fokus stehen. Zielsetzung ist die Kundenbindung über Generationen und die Erschließung der Potenziale in Verbindung der demografischen Entwicklungen. Nachfolgend 14 Fakten die Ihnen aufzeigen, wann, wie und warum sich Estate Planning – Generationenberatung lohnt. Eine Betrachtung aus 20 Jahren Erfahrung im Estate Planning – Generationenberatung.

Fakten:


  1. Ein Großteil der vermögenden Privatkunden wird in der Ruhestandsphase bei Beibehaltung des Lebensstandards Vermögensverzehr vornehmen. Dies erfordert eine vorausschauende Planung und Gestaltung des Vermögensverzehrs und die Berücksichtigung bei Vertretungsregelungen.

  2. Versorgungslücken bei vermögenden Kunden ergeben sich in vielen Fällen erst im Pflegefall oder bei der Hinterbliebenenabsicherung. Dies erfordert, dass für die unterschiedlichen Phasen der Pflege der Liquiditätsbedarf ermittelt und zur Verfügung gestellt wird.

  3. Bei der Hinterbliebenenabsicherung werden in den aller meisten Fällen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Erbfalls nicht oder unzureichend berücksichtigt. Eine erbrechtliche Regelung muss sicherstellen, dass der Hinterbliebenen ausreichend abgesichert ist. Dies erfordert im Vorfeld die Definition der Versorgungsparameter sowie die Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen einer vorhanden oder geplanten erbrechtlichen Regelung durch einen Estate Planner / Generationenberater.

  4. Eine Abstimmung der finanziellen Vorsorge und der rechtlichen Vorsorge findet nicht statt, dies hat zur Folge, dass das für Notfälle vorgesehene Vermögen bzw. die Liquidität nicht im Sinne des Inhabers eingesetzt wird.

  5. Grundlage für die rechtliche Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall ist die finanzielle Vorsorge für den Todes- und Erlebensfall. Nur über das was vorhanden ist, können auch Regelungen erstellt werden.

  6. Das Gro der erbrechtlichen Regelungen entspricht nicht den Vorstellungen des künftigen Erblassers (Emnid = 95% der Privatpersonen sind mit den finanziellen Konsequenzen ihrer erbrechtlichen Regelung nicht einverstanden). Dies erfordert, dass die Planung der Vermögensfolge bei den Vorstellungen des Kunden beginnt und von der wirtschaftlichen Seite analysiert wird. Die Thematisierung, Priorisierung und Quantifizierung der Vorstellungen sowie die Analyse der wirtschaftlichen Aspekte der Vermögensnachfolge erfolgt in einem strukturierten Beratungsprozess durch einen Estate Planner / Generationenberater. Darauf aufbauend erfolgt die rechtliche und steuerliche Gestaltung durch Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater.

  7. Die Mehrzahl der Vertretungsregelungen in Form von Bankvollmachten, Vorsorgevollmachten, etc. sind nicht abgestimmt, konkrete Anweisungen für das Handeln des Vertreters sind nicht vorhanden. Dies stellt dem Kunden, den Vertreter und den Finanzdienstleister gleichermaßen vor unangenehme Problemstellungen. Estate Planning / Generationenberatung unterstützt die Kunden bei der Zielsetzung:

    Ich möchte, dass eine von mir bestimmte Person in meinem Sinne handelt, wenn ich dazu nicht mehr in der Lage bin.

    Diese Überlegungen sind die Grundlage der finanziellen und rechtlichen Gestaltung und gleichzeitig hilfreiche Handlungsanweisungen an den Vertreter.


  8. Finanz- und Vorsorgeprodukte sind richtig eingesetzt gleichberechtigte Gestaltungsinstrumente.

  9. Estate Planning – Generationenberatung schafft eine an den Zielen und Wünschen des Kunden abgestimmte finanzielle und rechtliche Vorsorge für den Todes- und den Erlebensfall. Voraussetzung ist ein methodisches, strukturiertes und koordiniertes Vorgehen auch im Beraternetzwerk.

  10. Die Geschäftspotenziale im Estate Planning / Generationenberatung können nur ausgeschöpft werden, wenn dem Kunden für die Phasen:
    Rente
    Pflege
    Tod – inkl. Hinterbliebenenabsicherung
    der Versorgungsstatus aufgezeigt wird und konkrete Handlungsalternativen zur Zielerreichung dargelegt werden.


  11. Kunden wünschen sich in komplexen Sachverhalten auch in Zukunft die Unterstützung von kompetenten Beratern (Bain Company) Standardisierte Sachverhalte werden vor allem von vermögenden Kunden zunehmend online abgewickelt. Estate Planning / Generationenberatung sichert in Zeiten der digitalen Transformation die Kundenbindung über Generationen

  12. Der Kundenbedarf ist immens – der Markt muss strukturiert bearbeitet werden.

  13. Die Ertragspotenziale liegen in einem Beratungshonorar und Erlösen die sich aus der finanziellen Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall ergeben.

  14. Estate Planning / Generationenberatung lohnt sich – allerdings nur als Beratungs- und nicht als Servicethema.

Unser Angebot – Ihr Mehrwert:

Konzepte für die erfolgreiche Implementierung
Fach- und Methodenkompetenz für Berater
Beratungs- und Methodeninstrumente
professionelle Beratungssoftware F.I.N.E.S.S.
Nur wenn alles aufeinander abgestimmt ist und zusammenpasst ist Ihr Erfolg gewährleistet.

 

Estate Planning – Live erleben

Sie möchten Estate Planning – Generationenberatung live erleben. Besuchen Sie unseren Workshop:

„Wie Sie Estate Planning / Generationenberatung zum Ertragsbringer machen“ am 22.03. in München und am 12.04. in Frankfurt

Ihr

Heinz Angermair