Richtige Hinterbliebenenabsicherung: die Anrechnung von eigenem Einkommen

Statische und dynamische Liquiditätsplanung

Wenn es um die Hinterbliebenenabsicherung geht, sind immer zwei Planungen erforderlich: die statische Liquiditätsplanung auf der Basis von Bestandsgrößen (Vermögen) und die dynamische Liquiditätsplanung auf der Basis von Stromgrößen (Einnahmen-/Ausgabenrechnung).

Richtige Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben

Eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung bei den abzusichernden Hinterbliebenen ist zunächst nur sinnvoll und möglich, wenn dabei auch eine Zurechnung von Einnahmen und Ausgaben aufgrund von zu verteilenden bzw. verteilten Vermögenswerten im Erbfall erfolgt. Bei einer Erbengemeinschaft z.B. muss im Wege einer geplanten Erbauseinandersetzung unter Berücksichtigung der Zielvorstellungen und Regelungen des Kunden eine Zuordnung der einzelnen Vermögenswerte durchgeführt werden. Soll dabei der überlebende Ehegatte z.B. eine vermietete Eigentumswohnung erhalten, sind auch die damit zusammenhängenden Einnahmen und Ausgaben nur ihm zuzurechnen. Dies hat auch materielle Auswirkungen auf die Witwenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Ist der Kunde z.B. 1963 geboren, die Ehefrau 1964 und haben die Eheleute 1993 geheiratet, handelt es sich im sozialversicherungsrechtlichen Sinne um eine Neuehe.

Neuehen: erweiterte Einkommensanrechnung

Neuehen sind Ehen, bei denen die Eheschließung entweder nach dem 31.12.2001 oder vor dem 1.1.2002 erfolgte, sofern beide Ehegatten nach dem 1.1.1962 geboren sind. Hat die Ehefrau Anspruch auf (hier: große) Witwenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, wird nach Ablauf des Sterbevierteljahrs bestimmtes Einkommen auf die Witwenrente angerechnet. Dabei wird zunächst aus bestimmtem Bruttoeinkommen durch Abzug von Pauschalwerten ein Nettoeinkommen ermittelt, von dem dann ein Freibetrag abgezogen wird. Der monatliche Freibetrag beträgt das 26,4fache des aktuellen Rentenwerts, dies sind ab 1.7.2016 803,88 € in den alten Bundesländern und 756,62 € in den neuen Bundesländern. Für jedes Kind des Witwers, das Anspruch auf Waisenrente hat oder nur deshalb nicht hat, weil es nicht ein Kind des Verstorbenen ist, erhöht sich der Freibetrag um das 5,6fache des aktuellen Rentenwerts, dies sind ab 1.7.2016 170,52 € in den alten Bundesländern und 160,50 € in den neuen Bundesländern. Das über den Freibetrag hinausgehende Nettoeinkommen der Witwe wird auf die Rente zu 40 % angerechnet. Während bei Altehen „nur“ Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen sowie bestimmtes Erwerbsersatzeinkommen von öffentlichen Leistungsträgern, wie z.B. die eigene Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, berücksichtigt wird, werden bei Neuehen zusätzlich auch Betriebsrenten, Renten aus privaten LVen/RVen (allerdings ohne „Riester-Rente“), Vermögenseinkommen (u.a. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) sowie Elterngeld berücksichtigt.

28.10.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Wann kann und will ich in Rente gehen ? – erste Anmerkungen zum Flexirentengesetz

Neuregelungen durch das Flexirentengesetz

Viele Kunden sind der Auffassung, dass sie vor dem 65. bzw. 67 Lebensjahr in Rente gehen können und Liquiditätsauswirkungen nur in Form eines Rentenabschlages zu verzeichnen sind. Andere möchten über das 65. bzw. 67. Lebensjahr hinaus weiterarbeiten, sind sich aber über die sozialversicherungsrechtlichen Folgen nicht bewusst. Mit dem Flexirentengesetz, dem der Deutsche Bundestag am 21. Oktober 2016 zugestimmt hat, ergeben sich Änderungen bei der Ruhestandsplanung. Vertrauensschutzregelungen werden nachfolgend nicht berücksichtigt.

Vorzeitig in den Ruhestand

Bei einer Regelaltersrente (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 67 Jahre) und einer Altersrente für besonders langjährig Versicherte (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 65 Jahre) ist eine vorzeitige Inanspruchnahme nicht möglich. Bei einer Altersrente für langjährig Versicherte (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 67 Jahre), einer Altersrente für Frauen (Altersgrenze 65 Jahre; Rentenart entfällt für Versicherte, die ab 1.1.1952 geboren sind), einer Altersrente für schwerbehinderte Menschen (Altersgrenze bei einem Geburtsjahr ab 1964: 65 Jahre) und einer Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit (Altersgrenze 65 Jahre; Rentenart entfällt für Versicherte, die ab 1.1.1952 geboren sind) ist eine vorzeitige Inanspruchnahme möglich. Alle Altersrenten können als Vollrente oder Teilrente bezogen werden, wobei bei der Regelaltersrente und der Altersrente für besonders langjährig Versicherte eine Teilrente erst nach Erreichen der Altersgrenze möglich ist. Daran ändert das Flexirentengesetz nichts. Allerdings wird die Möglichkeit, vor Erreichen der Regelaltersgrenze bei den anderen Rentenarten eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente zu ergänzen, verbessert. Anspruch auf eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze als Vollrente besteht nur, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Die bisher auf den einzelnen Kalendermonat ausgerichtete Hinzuverdienstgrenze wird zugunsten der Versicherten durch eine auf das Kalenderjahr bezogene Grenze ersetzt. Die Hinzuverdienstgrenze beträgt 6.300 €. Die bisherigen, auf Teilrenten in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente abgestimmten Hinzuverdienstgrenzen entfallen. Bei Überschreiten der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze wird der Hinzuverdienst unter Zugrundelegung einer Jahresdurchschnittsbetrachtung stufenlos angerechnet. Das Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze bewirkt – anders als im bisherigen Recht – nicht, dass die Rente über den eigentlichen Hinzuverdienst hinaus gekürzt wird. Die Teilrente kann in ihrer Höhe grundsätzlich frei gewählt werden kann (mindestens jedoch in Höhe von 10 % der Vollrente und höchstens in der Höhe in Anspruch, die sich nach Anwendung von § 34 Abs. 3 SGB VI ergibt). Beschäftigte und Selbstständige, die nach den allgemeinen Vorschriften versicherungspflichtig sind, bleiben vor Erreichen der Regelaltersgrenze auch beim Bezug einer Vollrente versicherungspflichtig. Um die Rentenabschläge auszugleichen, ist eine Zahlung von Beiträgen nunmehr ab einem Alter von 50 Jahren (bisher 55 Jahre) möglich.

Später in den Ruhestand

Versicherungsfrei sind Personen, die eine nach Ablauf des Monats, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde, Vollrente wegen Alters beziehen. Sofern allerdings weitergearbeitet wird, tragen die Arbeitgeber grundsätzlich die Hälfte des Beitrags, der zu zahlen wäre, wenn die Beschäftigten versicherungspflichtig wären. Daran hat das Flexirentengesetz grundsätzlich nichts geändert (Hinweis: die hälftige Tragung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung durch den Arbeitgeber entfällt allerdings bis zum 31.12.2021). Neu ist, dass dem Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt wird, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten. In diesem Fall führen die künftig zu zahlenden Beiträge zu entsprechenden Leistungsansprüchen, bei Bezieherinnen und Beziehern einer Vollrente aus der Rentenversicherung insbesondere zu einer Erhöhung der bisherigen Rente.

Inkrafttreten

Das Flexirentengesetz tritt grundsätzlich zum 1.1.2017, die Neuregelung des Hinzuverdienstrechts erst zum 1.7.2017 in Kraft.

24.10.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Vollmacht und Verantwortung – „In einem anderen Leben“

Vollmacht und Verantwortung:

Die Übernahme einer Vollmacht und Verantwortung für die WohlSorge eines anderen Menschen beinhaltet vielfältige Aspekte.

Es ist ein großer Vertrauensbeweis, der für „blindes Vertrauen“ spricht, wenn man als Vertretungsberechtigter eingesetzt wird.

Eine Vertretung ausüben bedeutet, dass ich mich in einem anderen Leben bewege – diese Leben maßgeblich steuere und darüber entscheide.

Von der Vollmachtserteilung zur Umsetzung:

Die Ausübung einer Vollmacht kann als schleichender Prozess beginnen, wenn der Vollmachtgeber allmählich nicht mehr in der Lage ist, Dinge eigenständig zu regeln. Es kann ein Thema sein, dass ad hoc eintritt und somit unmittelbar bewältigt werden muss. Dies ist ganz ähnlich wie bei einer Testamentsvollstreckung, wo die Tätigkeit auch nicht in ruhigere Zeiten verlegt werden kann, sondern sofort beginnen muss.

Was ist „in einem anderen Leben“ zu tun?

Sich in einem anderen Leben bewegen bedeutet unter anderem im finanziell-wirtschaftlichen Bereich Entscheidungen herbeizuführen und umzusetzen wie z.B.:

  • Pflegevereinbarungen abschließen, die Pflegekosten über Standard hinaus verantworten  und die übersteigenden Kosten aus der laufenden Liquidität oder dem Vermögen zu entnehmen
  • in medizinische Behandlungen einwilligen und die ggf. übersteigenden Kosten aus Liquidität/Vermögen entnehmen
  • Vermögen anlegen und über Rendite und Chancen entscheiden
  • Immobilien verwalten und über die Vermietung, laufende Kosten, Investitionen, Ersparnismöglichkeiten z.B. im Energiesektor entscheiden und diese überwachen
  • ein vorhandenes Unternehmen selbst weiterleiten, abwickeln oder kompetente Personen in die Leitung einbinden
  • Steuerliche Erklärungen abgeben und verantworten
  • Bei Vermögensverzehr über die Rangfolge der Veräußerung von Vermögensgegenständen entscheiden und dies verantworten
  • wichtige Menschen/Unterhaltsberechtigte angemessen versorgen
  • …..

Viele dieser Entscheidungen sind unter Eheleuten in einer funktionierenden Beziehung alltäglich und jeder erfüllt den Part, den er kennt und beherrscht. Dies kann herausfordernd werden, wenn ich mich als Ehepartner auf neuem und fremden Terrain bewegen muss.

Für Dritte wie z.B. Kinder oder vertraute Menschen sind diese Themen in einem anderen Leben oft komplettes Neuland, der Betroffene kann aus gesundheitlichen Gründen nicht befragt werden. Der Zeitaufwand für einen personen- und sachgerechten Umgang im anderen Leben, erfordert viele Entscheidungen in den Bereichen Aufenthalt, Gesundheit und Vermögen. Ein hohes Anforderungsprofil an denjenigen, der die Zukunft eines anderen Menschen aktiv gestalten soll.

Dieser Verantwortung für ein anderes Leben kann ein Vertreter nur gerecht werden, wenn ihm die Leitplanken seines Handelns und die wirtschaftliche-finanzielle Basis seines Tuns im Vorfeld umfassend bekannt sind.

Im anderen Falle kann nur gemutmaßt werden, was sich dieser Mensch in seiner Situation gewünscht hätte….

Dieser Weg kann weder für den Vertretenen noch für die Vertreter wünschenswert sein.

WohlSorge-Beratung bedeutet Verantwortung für Notsituationen aktiv und individuell gestalten!

Vertretungsregelungen und die dazugehörigen Vereinbarungen sind individuell und basieren auf einer wirtschaftlich-finanziellen Struktur!

Erbschaftsteuerreform passiert den Bundesrat

Erbschaftsteuerreform 2016 – Top aktuell

Der Bundesrat hat am 14. Oktober 2016 beschlossen, den vom Deutschen Bundestag am 24. Juni 2016 und am 29. September 2016 verabschiedeten Gesetz zuzustimmen. Das Gesetz tritt rückwirkend zum 1. Juli 2016 in Kraft. M.E. ist allein schon die Rückwirkung verfassungswidrig. Die Neuregelungen sind deutlich komplizierter als bisher. Schon werden erste Gestaltungsmodelle diskutiert: z.B. Einmann-GmbH & Co. KG zur Sicherung der besonderen Steuerbefreiung (Vorab-Abschlag von bis zu 30 %), Einsatz einer Familienstiftung bei Großerwerben über 26 Mio. € im Hinblick auf die individuelle Verschonungsbedarfsprüfung. Ohne eine strukturierte Vorgehensweise und Prüfung insbesondere beim Verwaltungsvermögen und eine langfristige Planung insbesondere bei Großerwerben wird es künftig nicht gehen.

Webinar Erbschaftsteuerreform

Die wichtigsten Eckpunkte und die strukturierte Vorgehensweise haben wir für Sie anschaulich aufbereitet und mit Beispielen versehen. Zur Webinarbuchung gelangen Sie hier.

17.10.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Zuwendungen unter Ehegatten und die Schenkungsteuer

Viele Ehegatten sind der Ansicht, dass alle Zuwendungen untereinander nicht schenkungsteuerpflichtig sind. Eine eingehende Betrachtung der Art der Zuwendungen und ein Blick insbesondere auf § 14 ErbStG wird nicht vorgenommen. Der Schrecken kann insbesondere dann groß sein, wenn im Rahmen eines Erbfalls festgestellt wird, dass der persönliche Freibetrag bereits verbraucht ist und nicht ausreichend liquide Mittel vorhanden sind. Noch unerfreulicher ist Post von der Bußgeld- und Strafsachenstelle (BuStra).

Zuwendung des Familienheims

Die lebzeitige Zuwendung des Familienheims an den Ehegatten ist gem. § 13 Abs. 1 Nr. 4a ErbStG steuerfrei. Der Güterstand ist ohne Bedeutung. Die Befreiung ist wertmäßig nicht begrenzt, eine Prüfung der Angemessenheit findet nicht statt. Ein Objektverbrauch ist ebenso nicht vorgesehen wie eine Behaltensfrist. Eine spätere Veräußerung oder eine Nutzungsänderung ist unbeachtlich, sofern kein Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten nach § 42 AO vorliegt. Auch die mittelbare Schenkung des Familienheims sowie die Tilgung eines im Zusammenhang mit dem Kauf oder der Herstellung des Familienheims von einem oder beiden Ehegatten aufgenommenen Darlehens aus Mitteln des zuwendenden Ehegatten sind begünstigt. Der persönliche Freibetrag wird nicht verbraucht.

Übliche Gelegenheitsgeschenke

Übliche Gelegenheitsgeschenke sind gem. § 13 Abs. 1 Nr. 14 ErbStG steuerfrei. Darunter fallen u.a. Zuwendungen zum Geburtstag, Weihnachten, Hochzeitstag, zur Silberhochzeit oder Goldenen Hochzeit, wenn es sich bei der Art des Geschenks um solche Gegenstände handelt, die üblicherweise bei solchen Ereignissen übertragen werden (nicht: Grundstücke). Eine absolute Grenze existiert nicht, stets ist es eine Einzelfallprüfung.

Ehegatteninnengesellschaft und Treuhandverhältnis

Für die Annahme einer Ehegatteninnengesellschaft kommt es maßgeblich darauf an, welche Zielvorstellungen die Ehegatten mit der Vermögensbildung verfolgen, insbesondere ob sie mit ihrer Tätigkeit einen über die bloße Verwirklichung der ehelichen Lebensgemeinschaft hinausgehenden Zweck erreichen wollen, und ob ihrem Tun die Vorstellung zugrunde liegt, dass das gemeinsam geschaffene Vermögen wirtschaftlich betrachtet nicht nur dem formal berechtigten, sondern auch dem anderen Ehegatten zustehen soll. Für die Vermeidung steuerpflichtiger Zuwendungen im Rahmen einer solchen Ehegatteninnengesellschaft sollte vorab eine klare vertragliche Regelung getroffen werden.

Ein Treuhandverhältnis unter Ehegatten ist nicht undenkbar, jedoch sind strenge Maßstäbe anzuwenden. Es muss nicht nur nach den mit dem Treuhänder getroffenen Absprachen, sondern auch nach deren tatsächlichem Vollzug zweifelsfrei erkennen lassen, dass der Treuhänder ausschließlich für Rechnung des Treugebers handelt. Klare schriftliche Vereinbarungen vorab sind geboten.

Unterhaltszahlungen

Unterhaltszuwendungen, die auf gesetzlicher Unterhaltspflicht beruhen, sind nicht steuerbar. Gem. § 1360a BGB umfasst der Familienunterhalt alles, was nach den Verhältnissen der Ehegatten erforderlich ist, um die Kosten des Haushalts zu bestreiten und die persönlichen Bedürfnisse der Ehegatten und den Lebensbedarf der gemeinsamen unterhaltsberechtigten Kinder zu befriedigen. Leistungen zur Vermögensbildung sollen dabei allerdings grundsätzlich schenkungsteuerpflichtig sein. Steuerfreie Unterhaltszuwendungen können auch dann vorliegen, wenn sie nicht auf gesetzlicher Unterhaltspflicht beruhen (vgl. § 13 Abs. 1 Nr. 12 ErbStG). Es muss sich dabei aber grundsätzlich um laufende Zuwendungen zum Zwecke des angemessenen Unterhalts handeln. Angemessen ist eine Zuwendung, die den Vermögensverhältnissen und der Lebensstellung des Bedachten entspricht. Eine dieses Maß übersteigende Zuwendung ist in vollem Umfang steuerpflichtig (vgl. § 13 Abs. 2 ErbStG).

10.10.2016, Dipl.-Volkswirt Holger Hille

Die rechtliche Gestaltung folgt der wirtschaftlichen und finanziellen

Die rechtlichen und steuerlichen Gestaltungen folgen der wirtschaftlichen und finanziellen Vorsorge.

Beispiel Vertretungsregelung:

Ein Blick ins Betreuungsrecht:

Übernimmt ein Betreuer sein Amt und umfasst dieses auch die Vermögenssorge, ist der Betreuer verpflichtet, gem. § 1802 BGB ein Vermögensverzeichnis zu erstellen.

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Das Vermögensverzeichnis beinhaltet nicht nur die Vermögensgegenstände (Aktiva) und die Verbindlichkeiten (Passiva), sondern auch die Einnahmen und Ausgaben des Betreuten. In einigen Bundesländern, z.B. in Nordrhein-Westfahlen werden zusätzlich Schenkungen die in den letzten 10 Jahren erfolgt sind und Angaben zu den Angehörigen abgefragt.

Eine durchaus sinnvolle Regelung – muss sich doch der Betreuer einen umfassenden Überblick verschaffen.

Bei einer Vollmachtregelung in Form einer Vorsorgevollmacht oder Generalvollmacht besteht eine derartige Verpflichtung für den Bevollmächtigten nicht.

Empfehlung:

Rechtsanwalt Eberhardt Rott hat in seinem Vortrag im Rahmen der Jahrestagung des VorsorgeAnwalt e.V. u.a. empfohlen:

  • Ein Vermögensverzeichnis zum Zeitpunkt der Erstellung der Vollmacht anzufertigen
  • Ein Vermögensverzeichnis zum Zeitpunkt der Übernahme der Vertretung durch den Bevollmächtigten zu erstellen.

Die Empfehlung ist absolut nachvollziehbar. Zusammen mit den persönlichen Vorstellungen gibt das Vermögensverzeichnis Auskunft darüber, was darstellbar ist und welche Aufgaben auf dem Bevollmächtigen zu kommen. Für die Rechenschaft, sei es gegenüber dem Vollmachtgeber oder später gegenüber den Erben, ist ein Vermögensverzeichnis zusammen mit konkreten Anweisungen im Innverhältnis elementar.

Verkehrte Welt:

Warum übernehmen wir als Berater, die sich aus der finanziellen und wirtschaftlichen Perspektive mit den Themen der Vorsorge- und Vermögensnachfolge beschäftigen nicht die Erstellung „des Vermögensverzeichnisses“?

Nur über das was vorhanden ist, kann auch eine Regelung erstellt werden. Somit ist eine Vermögens- und Liquiditätsbilanz der Anfang jeder Planung und Gestaltung.

Die hierdurch gewonnenen Informationen sind nicht nur die Grundlage für die Erstellung von Vertretungsregelungen und erbrechtlichen Regelungen sondern auch die Basis für die Schaffung einer altersgerechten Vermögens- und Liquiditätsstruktur. Damit auch die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs.

„Die rechtliche Gestaltung folgt der wirtschaftlichen und finanziellen Vorsorge“

Zielsetzung ist eine finanziell und rechtlich abgestimmte Vorsorge für den Erlebens- und Todesfall

Erfolg erfordert Professionalität:

Ist es der Anspruch mit „Generationenberatung / Estate Planning“ wirtschaftlichen Erfolg zu generieren, müssen die finanziellen und wirtschaftlichen Aspekte der Schwerpunkt der eigenen Leistung sein. Das geht nur, wenn das erforderliche Datenmaterial auch richtig verarbeitet wird und den Kunden aussagekräftige Ergebnisse präsentiert werden können.

Dies erfordert eine professionelle Beratungstechnologie.

Unsere Beratungssoftware „F.I.N.E.S.S“ beinhaltet alles, was Sie hierzu benötigen, u.a.:

  • Familienstammbau
  • Vermögensbilanz
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